Barreda und Al-Attiyah mit Tagessiegen, Coma vorn

Joan Barreda hakt die Probleme ab und gewinnt die 10. Etappe. Nasser Al-Attiyah bei den Autos top.
Von Jonathan Campkin & Toni Börner

Die Sonderwertungsprüfung vom Mittwoch startete in den berühmten Salinas Grandes, den großen Salzebenen auf 3.600 Metern über Normal-Null. Die dünne Höhenluft machte den Athleten dabei besonders schwer zu schaffen. Heute ging es auf der zehnten Etappe der Rallye Dakar 2015 nach Salta in Argentinien.

Für Motorräder und Quads standen technisch anspruchsvolle 371 Kilometer auf dem Programm, Autos und Trucks hatten 13 Kilometer weniger zu absolvieren. Die wahre Prüfung wartete dann auf dem letzten Abschnitt der Etappe: Ein wahrer Test, der noch einmal alles von den Fahrern abverlangte.

HRC Honda Pilot Joan Barreda auf der 11. Etappe der Rallye Dakar 2015 in Chile
Barreda prescht durch's Gelände © Red Bull Content Pool

Motorräder: Barreda schlägt zurück

Der 31-jährige HRC-Pilot Joan Barreda hat die Horror-Etappe vom Montag abgehakt und sich seinen dritten Tageserfolg der diesjährigen Dakar gesichert.

Der Spanier liegt in der Gesamtwertung noch viereinhalb Stunden hinter dem Gesamtführenden, doch heute kam er durch alle Checkpoints als Führender durch, dominierte die Etappe vom Start bis ins Ziel.

Für den Gesamtführenden Marc Coma war es erneut ein erfolgreicher Tag. Er blieb knappe zwei Minuten hinter Barreda und wurde Zweiter.

Der vierfache Dakar-Gewinner baute seinen Vorsprung auf seinen ärgsten Verfolger, Paulo Gonçalves, auf über zwei Minuten aus. Der Portugiese schaffte es nur als Fünfter durchs Ziel.

Der österreichische Dakar-Debütant Matthias Walkner, der die dritte Etappe noch gewonnen hatte, musste sich heute aufgrund von Krankheit auf der Verbindungsetappe zur Sonderwertungsprüfung von der Rallye abmelden.

Ergebnis Motorräder 10. Etappe:
1. Joan Barreda (Honda), 4h 07’11”
2. Marc Coma (KTM), +01’39”
3. Ruben Faria (Honda), +01’57”
4. Toby Price (KTM), +02’14”,
5. Paulo Gonçalves (Honda), +03’46”

Gesamtwertung Motorräder nach 10 Etappen:
1. Marc Coma (KTM), 38h 13’50”
2. Paulo Gonçalves (Honda), +07’35”
3. Pablo Quintanilla (KTM), +31’42”
4. Toby Price (KTM), +32’06”
5. Stefan Svitko (KTM), +45’19”

Autos: Al-Attiyah mit weiterem Sieg

Der 44-jährige Katari Nasser Al-Attiyah hat in der Auto-Kategorie einmal mehr den Tag dominiert und sich seinen vierten Etappen-Sieg der diesjährigen Rallye Dakar gesichert. Dabei baute er seine Gesamtführung um weitere vier Minuten aus.

Der Dakar-Gesamtsieger von 2011 ließ dabei heute keine Zweifel aufkommen, setzte sich früh an die Spitze und schaute nie mehr zurück. Nur kurzzeitig sah es so aus, als würde ihn Orlando Terranova etwas unter Druck setzen können, doch am Ende konnte der die Pace des Auto-Führenden nicht mehr mitgehen.

Enttäuschende Etappe für Giniel de Villiers und Yazeed Al-Rajhi: Eigentlich hatten die beiden Druck auf Al-Attiyah machen wollen. Der Süd-Afrikaner und der Saudi Araber, derzeit Zweiter und Dritter, haben aber statdessen weiteren Boden eingebüßt.

Ergebnis Autos 10. Etappe:
1. Nasser Al-Attiyah (Qatar Rally Team) 3h 49'59"
2. Orlando Terranova (Mini) +01’35”
3. Yazeed Al-Rajhi (Toyota), +03’39”
4. Leeroy Poulter (Toyota) +04’06”
5. Giniel de Villiers (Toyota), +04’24”

Gesamtwertung Autos nach 10 Etappen:
1. Nasser Al-Attiyah (Qatar Rally Team) 35h 19’37"
2. Giniel de Villiers (Toyota) +28’22”
3. Yazeed Al-Rajhi (Toyota), +43’08”
4. Krzysztof Holowczyc (Mini) + 1h 23m 42s
5. Erik van Loon (Mini) + 2h 51m 13s

Nasser Al-Attiyah Rallye Dakar Etappe 10
Al-Attiyah einsam an der Spitze © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Stéphane Peterhansel war einmal mehr bester Pilot des Team-Peugeot-Total. Er brachte seinen PEUGEOT 2008 DKR als Neunter ins Ziel und verlor knapp über sieben Minuten auf den Sieger. Hätte es am Dienstag nicht die vielen Probleme gegeben, wäre er in der Gesamtwertung sicher noch irgendwo um die Top Fünf zu finden.

Teamkollege Cyril Despres hatte sichtlich mehr Probleme. An seine starken Leistungen vom Vortag konnte er nicht anknüpfen.

Stéphane Peterhansel - Dakar 2015 Etappe 10
Peterhansel wieder im Groove © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Trucks: Nikolaev holt sechsten Etappen-Sieg

Kamaz-Pilot Eduard Nikolaev hat den sechsten Etappen-Sieg der diesjährigen Dakar klar gemacht. Dabei hatte er sich einmal mehr mit Airat Mardeev hart balgen müssen.

Die beiden russischen Teamkollegen trennten im Ziel nur 49 Sekunden, Nikolaev konnte nicht wirklich viel auf den Führenden Mardeev aufholen.

Der Weißrusse Slarhei Viazovich rundete die Top Drei mit einer starken Tagesleistung ab. Er blieb nur eine reichliche Minute hinter dem Sieger.

Ergebnis 10. Etappe Trucks:
1. Eduard Nikolaev (Kamaz) 4h 18’17”
2. Airat Mardeev (Kamaz) +00’49”
3. Siarhei Viazovich (Maz) +01’19”
4. Ales Loprais (Man) +04’42”
5. Gerard de Rooy (Man) +05’19”

Gesamtstand Trucks nach 10 Etappen:
1. Airat Mardeev (Kamaz) 36h11’56”
2. Eduard Nikolaev (Kamaz) +13’21”
3. Andrey Karginov (Kamaz) +42’46”
4. Ales Loprais (Man) +01h22’10”
5. Dmitry Sotkinov (Kamaz) +02h19’04”

Ayrat Mardeev- Dakar 2015 Stage 10
Mardeev behauptet sich © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Hélder Rodrigues:

Heute war es einfach nur wichtig, die Etappe zu Ende zu fahren, ohne dabei den Motor zu beschädigen. Die drei Fahrer unseres Teams sind alle in sehr guten Positionen, das ist fantastisch.

„Ich war derjenige, der Druck gemacht hat. Das war nicht schwierig, aber ich musste auch vorsichtig sein und konzentriert bleiben. Mein Ziel war es, einfach ins Ziel zu kommen.“

Marc Coma:

Es ist wirklich wichtig, konzentriert zu bleiben und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und die Höhenlage aus deinem Kopf zu streichen.

"Nach so vielen Tagen auf dem Motorrad ist der größte Kampf der mentale."

Joan Barreda:

Es war ein richtig schwieriger Tag. Wir hatten einen guten Start und haben die Pace hoch gehalten.

"Es ist eine Schande, dass meine Chancen auf den Gesamtseig weg sind, aber ich muss jetzt einfach um weitere Etappen-Siege kämpfen."

Nasser Al-Attiyah:

Das war absolut kein leicher Tag. Ich bin nur richtig froh, wie alles gelaufen ist. Hoffen wir mal, dass wir so weiter machen können.

Etappe 11: Donnerstag, 15. Januar 2015

Salta - Termas de Río Hondo
Verbindungsetappe: 326km, Sonderwertungsprüfung: 194km

Auf der legendären Ruta 40 (Route 40) geht es durch Argentinien. Die Teilnehmer werden die wunderschöne Landschaft hinter sich lassen und müssen aus den extrem schnellen Abschnitten, die vor ihnen liegen, das meiste herausholen. Zu diesem Zeitpunkt der Rallye kommt es vor allem darauf an, im Kopf fit zu bleiben und potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen. In dieser Etappe könnten das vor allem Bäume sein, die quer über die Fahrbahn liegen. Achtung ist geboten.

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