Dakar 2015: Marc Coma ist voll auf Kurs!

Marc Coma und Nasser Al-Attiyah sind auf dem besten Weg die Rally morgen erfolgreich zu beenden
Von Joseph Caron Dawe & Oliver Schran

Sowohl Marc Coma (ESP) als auch Nasser Al-Attiyah (QAT) haben - nach der heutigen 12. Etappe - nur noch wenige hundert Kilometer vor sich, um am Ende der Rally Dakar 2015 oben auf dem Treppchen zu stehen. Für Coma wäre es bereits der 5. Titel bei den Motorrädern und Al-Attiyah ist dabei seinen 2. Titel in der Auto-Kategorie einzufahren.

Auf der Etappe von Termas de Rio Hondo nach Rosario sind beide Dakar Veteranen keine Risiken eingegangen und haben die vorletzte Hürde sicher genommen. Sie gehen beide morgen als Gesamtführende auf die letzte Etappe.

Motorräder: Coma hat den 5. Titel fest im Blick

Toby Price war heute der Mann auf 2 Rädern. Seit dem Beginn der Rally vor 2 Wochen, war der Australier stets in den Top 5 vertreten und hat es nun geschafft seinen ersten Etappensieg zu verbuchen. Price galt beim Start in Buenos Aires als einer der Favoriten und mit der ausgezeichneten Leistung auf Etappe 12, baut er seinen Vorsprung auf den Viertplatzierten Pablo Quintanilla in der Gesamtwertung um weitere 10 Minuten aus.

Joan Barreda (ESP) erreichte das Ziel nur 2 Minuten nach seinem Landsmann als Zweiter. Paulo Goncalves kompletierte das Podium der Tageswertung.

Obwohl Goncalves zu den Top 3 der 12. Etappe gehörte, gelang es ihm nicht dem führenden Coma wichtige Minuten abzujagen. Der aktuell Führende der Gesamtwertung manövriete seine KTM sicher über die Ziellinie und geht morgen mit 17 Minuten Vorsprung auf die letzte Etappe. Für Marc läuft also alles nach Plan auf der Mission Titel Nr. 5.

Motorräder Etappe 12 - (Termas de Rio Hondo - Rosario):
1. Toby Price (KTM), 3h 19m 4s
2. Joan Barreda (Honda), +1m 55s
3. Paulo Gonçalves (Honda), +3m 2s
4. Ivan Jakes (KTM), +3m 8s
5. Stefan Svitko (KTM), +5m 1s

Vorläufige Gesamtwertung - Motorräder:
1. Marc Coma (KTM), 45h 8m 32s
2. Paulo Gonçalves (Honda), +17m 49s
3. Toby Price (KTM), +25m 18s
4. Pablo Quintanilla (KTM), +36m 57s
5. Stefan Svitko (KTM), +46m 43s

Nasser Al-Attiyah - Dakar 2015 Etappe 12
Nasser Al-Attiyah auf dem Weg Rosario © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Autos: Terranova gewinnt - Al-Attiyah weiter in Führung

Nachdem Orlando Terranova (ARG) sich auf den letzten beiden Etappen dem Gesamtführenden All-Attiya geschlagen geben musste, gewinnt der Lokalmatador die heutige Runde. Der Gesamtführende Mini Pilot Al-Attiyah erreichte als Vierter das Ziel. Terranova geht somit - nach seinem vierten Etappensieg - hochmotiviert auf den finalen Streckenabschnitt.

Obwohl es auf dem ersten Stück der Strecke für den Argentinier nicht so flüssig lief, war er in der Lage auf dem Rest der Special Stage Vladimir Vasilyev und Emiliano Spataro einzuholen.

Autos Etappe 12 (Termas de Rio Hondo - Rosario):
1. Orlando Terranova (Mini), 3h 4m 6s
2. Vladimir Vasilyev (Mini), +30s
3. Emiliano Spataro (Renault), +1m 29s
4. Nasser Al-Attiyah (Mini), +1m 37s
5. Bernhard Ten Brinke (Toyota), +1m 50s

Vorläufige Gesamtwertung - Autos:
1. Nasser Al-Attiyah (Mini), 40h 18m 30s
2. Giniel De Villiers (Toyota), +35m 39s
3. Kryzsztof Holowczyc (Mini), +1h 31m 51s
4. Erik Van Loon (Mini), +3h 1m 34s
5. Vladimir Vasilyev (Mini), +3h 12m 19s

Al-Attiyah spielte heute extrem auf Sicherheit und pushte eher weniger. Giniel de Villiers (RSA) auf Rang 2 der Gesamtwertung, liegt mit 35 Minuten Rückstand nicht wirklich in Schlagreichweite. Womit Al-Attiyah´s ruhige Gangart auf dem Weg nach Rosario erklärt wäre.

Stephane Peterhansel - Dakar 2015 Etappe 12
Stephane Peterhansel bestreitet Etappe 12 © Red Bull Content Pool

Auch für Stephane Peterhansel (FRA) und Cyril Despres (FRA) ist die erste Dakar im neuen Peugeot-Total Team bald gelaufen. Beide nahmen heute wieder mächtig Fahrt, mit ihrem komplett neu entwickelten 2008 DKR, auf. Mit dem heutigen Top 7 Ergebnis hat Dakar Legende Peterhansel morgen die Chance in die Top 10 der Gesamtwertung zu racen. Sein Teamkollege Despres - welcher seine erste Rally auf 4 Rädern bestreitet - liegt etwas weiter zurück, wird aber bei seiner Zielankunft sicher - unabhängig vom Ergebnis - einen Achtungserfolg erzielen. Allein die Rally beim ersten mal durchzufahren ist schon eine Meisterleistung.

Ayrat Mardeev - Dakar 2015 Etappe 12
Ayrat Mardeev bringt den KAMAZ wieder ans Limit © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Trucks: Ein komplett holländisches Podium

Auf der vorletzten Etappe schafften es die fliegenden Holländer die Konkurrenz abzuhängen, um in Rosario das Truck Podium komplett orange zu färben. Hans Stacey im Iveco führte die Truppe an, gefolgt von MAN Fahrer Marcel van Vliet und Gerard de Rooy (Iveco) auf Drei.

Eduard Nikolaev versuchte erneut seinem Teamkollegen Mardeev wichtige Minuten auf die Gesamtführung abzuknöpfen, wurde aber bei Kilometer 207 durch einen Navigationsfehler stark zurückgeworfen. Am Ende erreichte Nikolaev das Ziel als Achter und büßte 1,5 Minuten auf den führenden KAMAZ ein, welcher als fünfter Rosario erreichte.

Trucks Etappe 12 (Termas de Rio Hondo - Rosario):
1. Stacey (Iveco), 03h33’39”
2. Van Vliet (Man), +00’18”
3. De Rooy (Iveco), +00’28”
4. Sotnikov (Kamaz), +02h24’10”
5. Mardeev (Iveco), 02h31’52”

Vorläufige Gesamtwertung - Trucks
1. Mardeev (Kamaz), 41h59’07”
2. Nikolaev (Kamaz), +12’43”
3. Karginov (Kamaz), +48’40”
4. Sotnikov (Kamaz), +02h24’10”
5. Stacey (Iveco), +02h31’52”

Marc Coma:

Heute stand eine Menge auf dem Spiel und es war einfach nur wichtig keine Fehler zu machen oder einen Crash zu haben.

"Das waren heute keine leichten 300 Kilometer. Es ist schwierig auf so einer Etappe kurz vor Schluss die richtige Balance zu finden... was auch immer. Ich bin happy hier zu sein. Morgen geht es in die letzte Runde, das Ende ist nah, aber ich bin mit dem Ergebnis heute sehr zufrieden."

Nasser Al-Attiyah:

Ich wollte die heutige Etappe einfach nur ins Ziel bringen. Wir haben denoch Gas gegeben um die Konzentration nicht zu verlieren.

"Ich bin mir sicher das wir heute einen guten Job gemacht haben, da uns niemand eingeholt hat und wir den Abstand halten konnten. Das Auto lief wieder einmal super, die Reifen haben locker gehalten und wir hatten sonst auch mit keinen technischen Problemen zu kämpfen. Zur Zeit läuft es fantastisch, dies ist eine 100% gute Dakar für mich! Genau deshalb gehe ich komplett fit und Null gestresst morgen auf die finale Etappe."

Etappe 13: Samstag, 17. Januar

Von Rosario nach Buenos Aires

Strecke: 219km, Special: 174km

Die Rally Dakar 2015 hat viele geschafft und durch Ausfälle dahingerafft aber morgen ist schon wieder alles vorbei. Obwohl es "nur noch" eine letzte Etappe zu nehmen gilt, sind die Fahrer weit davon entfernt, diese letzte Hürde auf die leichte Schulter zu nehmen. Wie in jedem Jahr, wird mit Sicherheit auch bei der diesjährigen Ausgabe, der finale Abschnitt seine letzten Opfer fordern. Deshalb gilt insbesondere heute daran zu denken, das die Dakar nicht geschafft ist, bis man wirklich die Zielflagge in Buenos Aires sieht. Die große Party steigt somit erst morgen...
 

 

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