Legenden einer Legende: Marc Coma

Der Spanier Marc Coma hat zum fünften Mal die Rallye Dakar gewonnen.
Von Anthony Peacock

Damit zog er in Punkto Siegen in der Motorrad-Klasse mit Cyril Despres gleich. Den Rekord hält weiterhin Stéphane Peterhansel mit sechs Siegen auf dem Motorrad. Marc Coma denkt nun aber über einen Wechsel auf vier Räder nach...

Marc Coma Dakar Rally 2015 Portrait
Marc Coma © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Als du deine Karriere gestartet hast - gab es da irgendjemanden, der dich inspiriert hat?
„Nicht wirklich. Aber wir hatten in meiner Familie immer eine große Leidenschaft für Bikes. Mein Vater und mein Onkel hatten Motorräder und sie sind ein paar Amateur-Rennen gefahren. Ich denke, dass ich dort meine Leidenschaft her habe. Aber ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich hier an diesen Punkt komme. Das ist unglaublich. Es hat viel Arbeit gekostet, aber Schritt-für-Schritt ist es eine gute Karriere geworden.

Warst du als junger Mensch davon besessen, das höchste Level überhaupt zu erreichen?
„Eigentlich überhaupt nicht. Natürlich wollte ich besser werden, aebr am Ende musst du es Schritt für Schritt nehmen. Du kommst da nicht im Schlaf hin. Wo wir heute stehen ist das Ergebnis aus 20 Jahren harter Arbeit.“

 

Wann hast du das erste Mal realisiert, dass du alles hast, um an die Spitze zu kommen?
„Das ist schwer zu sagen. Als ich die Dakar irgendwann im TV gesehen hatte, habe ich immer zu mir gesagt: ‚Das ist genau meins’. Und als ich das erste Mal dabei war, war es ein großes Rennen, aber das Gefühl war sofort gut. Wir haben kontinuierlich daran gearbeitet. Es gab keinen expliziten Moment in dem ich gedacht habe: ‚Jetzt’. Es kam einfach mit der Zeit.“

Was macht die Dakar so besonders?
„Ich denke der Mensch braucht Ziele. Und die Dakar ist eines der größten. Es ist eine Art Lebenseinstellung. Auf der Dakar ist alles radikal. Es geht nicht halbherzig. Was du auf dieser Rallye fühlst, sind die besten und schlimmsten Dinge. Das macht es so besonders.“

Was bringt dich jedes Jahr zurück?
„Ich habe Spaß. Ich habe noch immer die Leidenschaft wiederzukommen und zu kämpfen. Manchmal frage ich mich zwar: ‚Du hast ein paar Mal gewonnen und du machst es immer noch - warum?’. Und ich gebe mir selbst immer wieder die gleiche Antwort. Ich habe Spaß beim Motorradfahren und erfolgreich sein. Manchmal ist es aber gar nicht die Frage, ob du gewinnst oder nicht.“

Wird es, mit den vielen jungen Fahrern, eigentlich jedes Jahr schwerer?
„So ist das Leben. Als ich jung war, habe ich auch angefangen und versucht, die alten Hasen zu schlagen. Jetzt bin ich einer der alten Jungs und die Jungen versuchen mich zu schlagen! Ich bin jetzt 38: Ich fühle mich stark und noch gut in Form. Ich glaube, ich bin am Rande. Aber 38 ist 38: Ich habe über zehn Jahre auf dem Motorrad gesessen. Ich nehme es jetzt einfach Jahr für Jahr.“
 

Wirst du, wenn du eines Tages aufhörst, weiter im Sport involviert bleiben?
„Beruflich ja, aber das wird nicht mein Leben bestimmen: Mit meinen Freunden zuhause reden wir nicht einmal wirklich über Motorsport, das hilft mir, den Kopf frei zu bekommen. Ich würde als nächstes gern mit den Autos anfangen, aber was wird schwer. Du fängst nicht ganz bei Null an, aber fast. Wenn man sich Leute wir Stéphane Peterhansel und Nani Roma anschaut, die sind von den Motorrädern zu den Autos gewechselt und sind am Ende gut geworden. Jetzt geht Cyril Despres gerade durch diesen Prozess. Schauen wir mal, was die Zukunft bringt.“
 

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