Max Nagl erobert die MXGP

Niemand hätte vorausgesagt, dass Max Nagl die MXGP 2015 so beherrschen würde. Ein Interview.
Von Paul Keith

Von der MXGP Weltmeisterschaft 2015 hatte mein einen Kampf der Titanen zwischen Tony Cairoli und Ryan Villopoto erwartet. Es war alles bereit, für einen unglaublichen Showdown. Nur Max Nagl hat das scheinbar niemand gesagt.

Der Deutsche ist bisher die Überraschung der Saison: Beim MXGP von Europa in Valkenswaard, Holland, hat der Ice One Racing Star die WM-Führung übernommen. Wir haben Max Nagl getroffen und wollten herausfinden, wer da unter dem Helm steckt...

Du gehörst zur Weltelite des MotoCross-Sportes. Hat sich dein Leben dadurch verändert?
Das verändert dein Leben auf eine tolle Art. Du bist etwas entspannter, denn du bist weniger gestresst, gleichzeitig bist du motiviert noch härter zu trainieren, um dein Level zu halten. Das ist ein gutes Gefühl.

Wenn du nur einer Person danken müsstest, dass du da hin gekommen bist, wo du jetzt bist, wer wäre das?
Zuerst meinem Vater, denn mit ihm hat das alles angefangen. Dann aber auch Stefan Everts, der mir sehr viel Rat gegeben hat, als ich jung war. Er ist eine großartige Person. Ich trainiere noch gern mit ihm, aber jetzt bin ich in einem anderen Team. Ja, er ist einfach eine tolle Person, die mir sehr viel geholfen hat.

Hast du noch ein Ziel, welches du erreichen willst?
Naja, den WM-Titel gewinnen, dieses Jahr oder nächstes. Das ist der Plan!

Du befindest dich gerade auf einem Hoch, aber deine MX-Karriere hatte auch schon viele Tiefschläge. Was war bisher dein Tiefpunkt?
Ich habe mir 2011 den Rücken verletzt und musste fast mit MotoCross aufhören. Wenn ich mit meinem Sport hätte aufhören müssen, wäre das richtig hart gewesen. Ich lag wochenlang im Bett und konnte mich fast nicht bewegen. Aber in diesem Sport musst du auch mental richtig stark sein. Ich habe gemerkt, dass du nie aufgeben darfst. Du musst kämpfen um das weiter tun zu können, was du tun willst. Darum habe ich gekämpft und jetzt bin ich zurück.

Wenn du Zeit für ein neues Hobby hättest, was wäre das?
Auto Rennen. Das gefällt mir richtig. Wenn ich mit MotoCross-Rennen aufhöre und ich weiß nicht, wann das sein wird, will ich Autorennen fahren. Selbst jetzt, wenn ich etwas Zeit habe, spiele ich gern mit RC-Autos.

Was ist wichtiger - Ruhm oder Geld?
In meinem Sport? Ruhm!

Welche Dinge packst du immer ein, wenn du zu einem Rennen fährst?
Comics, ich lese Comic-Bücher. Und viele Fotos von meinem Sohn.

Was tust du, um dich von einem Rennen zu erholen und auf das nächste vorzubereiten?
Da liegt nicht viel Zeit zwischen einem MXGP und dem nächsten. Zu erst versuche ich mich zu erholen, das dauert drei oder vier Tage. Ich fahre bis Mittwochs nur Fahrrad, dann geht es wieder auf das Motorrad. Normalerweise reist du am Donnerstag schon zum nächsten Grand Prix. Ich fahre auch gern Motorrad-Trial. Wenn ich Zeit habe, mache ich das.

Was ist das Beste am Trainieren?
Nach einem guten Trainingstag nach Hause zu kommen, gerade, wenn das Wetter gut ist und die Strecke in gutem Zustand. Das Gefühl ist unschlagbar.

Welches ist die beste Strecke, auf der du gefahren bist?
Bellpuig, die mag ich sehr. Die ist großartig. Es ist schade, dass sie nicht mehr im GP-Kalender ist.

Was macht dich glücklich?
Ein gutes Ergebnis macht dich immer glücklich. Noch besser ist es, wenn du alle aus dem Team auf das Podest bekommst. Dann ist nämlich jeder glücklich.

read more about
Zur nächsten Story