Die Französiche Revolution bei der Rallye

Frankreich ist auf dem besten Weg, die erfolgreichste WRC-Nation zu werden. Wir blicken zurück…
Von Greg Stuart

Es ist der Morgen vom 25. August 2002, in Trier, Deutschland. Der Franzose Sébastien Loeb bereitet sich auf die letzte Etappe des Tages mit seinem Citroën Xsara WRC, bei der Rallye Deutschland, vor. Es herrschen heimtückische, nasse Verhältnisse auf der Fahrbahn. Die Siegesbilanz von Loeb in seiner ersten vollen Saison der Rallye-Weltmeisterschaften - die Quadratwurzel aus Null. Die französische Siegesbilanz der letzten 29 Jahre bei den WRC – 67. Die Siegesbilanz der Rally-Nation Finnland? 135. Mehr als doppelt so viel, wie die Franzosen.

Am Ende des Tages vom 25. August, 2002, stiegt Frankreich, dank Loebs ersten Titelgewinns, auf die Zahl 68 auf. Der französische Kampf hatte begonnen. Ein Kampf, der heute, dank 77 weiteren Siegen von Loeb, plus den 27 Siegen von Sébastien Ogier, auf ein unentschieden zwischen Frankreich und Finnland ausläuft. Frankreich und Finnland gehen beide in die Rally Portugal mit einer Siegesbilanz von 172.

Oben kannst du dir die Vorschau auf die Rallye Portugal anschauen.

RedBull.com wirft einen Blick auf die Französische Revolution der Rallye mit Sébastien Loeb, Sébastien Ogier und Stéphane Lefebvre.
Loeb und Ogier: bei Citroën geimeinsam ein Team © Citroën Racing Media

Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir in Portugal Zeuge eines weiteren französischen Siegs von Sébastien Ogier werden. Obwohl ein finnischer Sieg von Jari-Matti Latvala ebenso möglich ist. RedBull.com schaut sich genauer an, wie Loeb und Ogier es geschafft haben, Frankreich zu einer dominierenden WRC-Nation zu machen und wie Stéphane Lefebvre diese Herrschaft fortsetzten wird.

Der Pate: Sébastien Loeb
WRC Siege: 78

Wäre Sébastien Loeb ein eigener Staat und würde nicht fleißig Siegespunkte für Frankreich sammeln, würde Loeberia auf einem dritten Platz in der WRC Gewinne-Pro-Nation Liste stehen, noch vor UK, Spanien und Schweden. Viel wurde über Loebs wahnsinnige Karriere geschrieben und die neun Titel, die sie hervorbrachte. Aber den wichtigsten Beitrag, den er für den französische Rallyesport erbracht hat, war die Veränderungen in der Denkweise.

Bevor Loeb es in die WRC schaffte, hatte Frankreich den Ruf, eine Nation von Asphalt-Spezialisten zu sein. Den Kies und den Schnee kann man getrost den Schweden überlassen. Konzentriere dich auf die Dinge, in denen du gut bist. Didier Auriol war Frankreichs einziger Weltmeister, bis Loeb auf der Bildfläche erschien. In seinem Titelgewinn-Jahr 1994, besiegte er die Finnen auf ihrem eigenen Boden, zwei, der drei Siege waren bei Asphalt- oder Asphalt/Kies Rallyes.

RedBull.com wirft einen Blick auf die Französische Revolution der Rallye mit Sébastien Loeb, Sébastien Ogier und Stéphane Lefebvre.
Loebs Rallye Schweden Sieg war sein Durchbruch © Citroën Racing Media

Mit Loeb veränderte sich alles. Er schaffte den Durchbruch, indem er der erste Nicht-Skandinavier wurde, der die Rallye Schweden 2004 für sich entschied. 13 Jahre seit seinem ersten Sieg in Deutschland, schütteln die Leute über seinen kometenhaften Erfolg immer noch den Kopf.

Der König: Sébastien Ogier
WRC Gewinne: 27

Bei der diesjährigen Rallye Mexiko sprach die ganze Welt über Sébastien Ogier, der drei von drei möglichen Siegen 2015 für sich in Anspruch nahm. Der Franzose schlich auf der WRC- Gewinnerlist langsam und leise an Carlos Sainz vorbei. Loeb hat 78, Marcus Grönholm hat 30, Sébastien Ogier hat 27. Wenn man bedenkt, dass Ogier ein kleiner Mechaniker in seiner lokalen Peugeut Werkstatt war, als Loeb einen ersten Titel 2014 gewann, ist es schon eine erstaunliche Leistung.

RedBull.com wirft einen Blick auf die Französische Revolution der Rallye mit Sébastien Loeb, Sébastien Ogier und Stéphane Lefebvre.
Ogier, der Mann, den es bei WRC zu schlagen gilt © Jaanus Ree/Red Bull Content Pool

Ogiers Karriere– und der heutige Erfolg der Franzosen im Rallye-Sport - wurde von zwei Organisationen gefördert: Fédération Française du Sport Automobile oder FFSA, Gastgeber der 2005 Rallye Jeunes, die Ogier gewann und seiner Karriere dem nötigen Schub gab. Und PSA Peugeot Citroën, der französische Autohersteller, dessen Fahrzeuge Ogier exklusiv fuhr, bis er Ende 2011 von Volkswagen unter Vertrag genommen wurde. Wie auch bei Loeb vor ihm, waren sie darauf erpicht, dass ein französischer Fahrer in einem französischen Auto die besten Leistungen erbringt.

Zu seiner Erleichterung ist Ogier mittlerweile aus dem Schatten getreten, der „neue Sébastien Loeb" zu sein. Nun ist er ganz einfach der Mann, den es bei der Rallye Weltmeisterschaften zu schlagen gilt. Die Geburt einer weiteren Legende, die seinen Konkurrenten alles abverlangt. Seine Gewinnquote von 20 Siegen von 30 Starts, sagt schon alles.

Der Prinz: Stéphane Lefebvre
WRC Gewinne: 0 (aber er ist der Rallye Juniorenweltmeister!)

Wie auch Loeb und Ogier vor ihm, hat der 23-jährige Stéphane Lefebvre seine Karrierechancen erhöht, indem er letztes Jahr die Rallye Juniorenweltmeisterschaft gewann. Es gibt auffällige Gemeinsamkeiten in der frühen Karriere der drei Fahrer, was ganz sicher kein Zufall ist. Neben dem JWRC-Titel, macht Lefebvre mit Citroën bereits seine ersten Schritte in der niedrigen WRC-Kategorie. Erst fuhr er einen DS3 R3T, stieg jetzt aber auf einen DS 3 R5 um. Loeb fuhr einen Saxo und Ogier einen C2.

RedBull.com wirft einen Blick auf die Französische Revolution der Rallye mit Sébastien Loeb, Sébastien Ogier und Stéphane Lefebvre.
Lefebvre war ein dominater JWRC Champion © Jaanus Ree/Red Bull Content Pool

Letztes Jahr dominierte der junge Franzose gegenüber seinen Konkurrenten auf dem Weg zum JWRC Titel. Mit der Unterstützung von FFSA und Citroën, geplanten Ausflügen in die Topliga von DS 3 WRC dieses Jahr, gepaart mit seinen WRC2 Verpflichtungen, ist es nicht weiter erstaunlich, dass Lefebvre in nicht so ferner Zukunft, wahrscheinlich als Vollzeitfahrer für Citroën bei den ganz Großen mitfährt.

Was geschieht mit der französischen Siegesbilanz, wenn die Karriere von Lefebvre und Ogier Karriere zu Ende geht. Wir denken lieber nicht darüber nach…

Freust du dich schon auf die Rally de Portugal? M-Sport tut es sicher! Schau dir das untere Video an, in dem das Team seinen neuen Ford Fiesta RS WRC vorstellt.

© Jaanus Ree/Red Bull Content Pool
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