Training für SX-Meisterschaft: Teil 1 Cardio

Ryan Dungey und Marvin Musquin finden die Balance - Drehzahl pro Minute vs. Herzschlag pro Minute.
Von Aaron Hansel

Wenn man sich die Red Bull KTM Fahrer Ryan Dungey und Marvin Musquin anschaut, kann man kaum glauben, wie anstrengend Supercross ist. Selbst nach dem Rennen machen beide den Eindruck, als könnten sie noch eine zweite komplette Nacht lang auf ihren Bikes um die Wette fahren. Vielleicht liegt es daran, dass sie beide von Aldon Baker trainiert werden, einer der besten, erfahrensten Trainer im Geschäft.

Wir wollten mehr erfahren und fragten Baker, was er unternimmt, um Dungey und Musquin auf die intensiven kardiovaskulären Ansprüche des Rennens vorzubereiten.

Red Bull KTM Fahrer Ryan Dungey und Marvin Musquin
Dungey und Marvin Musquin © Cubdy S./Red Bull Content Pool

Die Methoden

Aldon Baker behauptet, das es drei perfekte Sportarten für das Cardiotraining gibt: Schwimmen, Laufen und Fahrrad fahren. Aldon vertraut jedoch in erster Linie auf das Fahrrad fahren, um Ryan Dungey, Marvin Musquin und den Rest der Elite-Athleten in Form zu halten.

„Fahrrad fahren, passt am besten zu Motorradrennen. Laufen ist auch gut, aber Fahrrad fahren rüttelt den Körper nicht so durch. Etwas, was die Athleten schon genug auf den Motorrädern aushalten müssen. Es ist auch einfacher, um sich aufs Motorrad fahren vorzubereiten und passt sehr gut zu den Jungs."

Red Bull KTM Fahrer Ryan Dungey und Marvin Musquin
Ryan Dungey und Marvin Musquin -Die Methoden- © DomDaher/Red Bull Content Pool

Das Arbeitspensum

Jeder Athletenkörper ist anders. Man muss das Arbeitspensum individuell anpassen. Vor dem Training bewertet und misst Baker jeden Athleten, um dann das passende Programm optimal zusammenzustellen. Baker überwacht ihre Fitness Level und passt sie den Anforderungen an. So geht er auf Nummer sicher, dass sie sich auf den richtigen Weg befinden.

„Das Training variiert in der Saison, abhängig davon, was bereits für ein Arbeitspensum absolviert wurde. Aber sie machen jeden Tag in der Woche Herzfrequenz-Training,“ erklärt Baker. „Auf dem Fahrrad wird allerdings keine vorgegebene Anzahl von Meilen gefahren, weil der Körper sich so etwas nicht merkt - er erinnert sich an die Zeit. Alles hängt von der Zeit ab. Es variiert, von einer Stunde am Tag bis zu zweieinhalb Stunden. Während der Nebensaison sitzen wir viel mehr Stunden auf dem Fahrrad, aber auch sonst ist es mindestens einer Stunde.“

„Ich überwache ihre Herzfrequenz auch am Tag des Rennens, wenigstens einmal am Tag, entweder beim Training, während der Heats oder sogar beim Hauptrennen. Ich möchte Informationen, was genau während des Rennes abgeht. Wenn der Fahrer während des Rennens ein Messgerät trägt, so können wir feststellen, ob unser Training auf die Stresssituation beim Rennen ausgerichtet ist. Sie müssen so viel Rennen fahren und auf dem Motorrad trainieren, es ist unglaublich (Bakers Athleten fahren im Durchschnitt 1000 Runden im Monat). Es ist wichtig, dass sie über eine gute Kondition verfügen, damit sie mit den Anforderungen das ganze Jahr über zurechtkommen..”

Red Bull KTM Fahrer Ryan Dungey und Marvin Musquin
Ryan Dungey und Marvin Musquin -Arbeitspensum- © Cubdy S./Red Bull Content Pool

Gleichgewicht

"Man muss alle Bereiche trainieren, um einen vollendeten Athleten zu produzieren, der total fit ist. Und jeder, der ein Funken Ahnung von Motocross hat, weiß, dass dort die Herzfrequenz sehr hoch ist,” sagt Baker.“ „Sie verbringen eh schon so viel Zeit auf dem Motorrad, also mute ich ihnen nicht allzu viele hohe Herzfrequenz-Trainingseinheiten ohne Bike zu – es würde sie aus dem Gleichgewicht bringen. Beim Cardio wollen wir eher die niedrigeren Werte wie 130-145 Schläge pro Minute erreichen. Manchmal machen wir High Intensity Workouts, aber in der Saison nur einmal die Woche. Sie bekommen schon genug davon auf dem Motorrad.”

Red Bull KTM Fahrer Ryan Dungey und Marvin Musquin
Ryan Dungey und Marvin Musquin -Gleichgewicht- © Cubdy S./Red Bull Content Pool
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