Sieben Fakten nach der Rallye d’Italia Sardinien

Wir analysieren die Italien-Rallye, bei der Ogier einmal mehr ganz oben auf dem Treppchen
Von Greg Stuart

Sébastien Ogier hat auch die Rallye d’Italia Sardegna gewonnen. Er trug auf den rauen Straßen von Sardinien am besten Sorge für sein Auto, den Volkswagen Polo R WRC, und gewann vor Hyundai Pilot Hayden Paddon. Ogier gewann mit über drei Minuten Vorsprung und stand erstmal seit der Rallye Mexiko vom März wieder ganz oben auf dem Podest.

Hinter Ogier und Paddon kam ein weiterer Hyundai ins Ziel: Thierry Neuville profitierte von Mads Østbergs Dreher vom Sonntagvormittag und übernahm dabei Rang drei.

Vor der Italien-Rallye hatte Ogier dem Autosport Magazin noch gesagt, dass seine Chancen auf den Sieg „sehr gering“ seien. Trotzdem setzte er den frühen Führenden Paddon an den ersten beiden Tag beständig unter Druck und übernahm die Spitze, als der Neuseeländer am Sonntagnachmittag Getriebeprobleme an seinem Hyundai i20 WRC bekam.
 

Elfyn Evans brachte seinen M-Sport Ford Fiesta RS WRD auf einem soliden vierten Rang ins Ziel. Er hatte schon am Freitag ein Problem mit der Antriebswelle bekommen. Mit dem Dreher von Østberg und Bremsproblemen vom Sonntag wurde er auf Rang fünf zurückgeworfen.

Jarri-Matti Latvala, der in Portugal noch gewonnen hatte, schaffte den sechsten Platz ins Ziel zu bringen, nachdem er der vermutlich unglücklichste Teilnehmer der Sardinien-Rallye geworden war: Er hatte sich zwei Mal einen Platten eingefahren und an seinem Volkswagen Polo R WRC brach ein Stoßdämpfer.Wir haben die sieben wichtigsten Fakten zur Rallye d’Italia Sardegna zusammengetragen:

1. Ogier ist zurück an der Spitze

Der Weltmeister stand etwas unter Beschuss, da er die neuen Regeln offen kritisierte, nach denen der WM-Führende am Freitags und Samstags die Strecke als Erster eröffnen muss.

Aber wie schon Sébastien Loeb vor ihm hat es Ogier in den Griff bekommen, die Nachtteile des Streckeneröffners zu minimieren, das lose Geröll auf der Straße weg zu fahren, bevor der Rest des Feldes lang kommt. Ja, er hat von Paddons Problemen profitiert und erst so die Führung auf dieser Rallye übernehmen können. Aber er hat auch unermüdlich den Neuseeländer in seinem Hyundai gejagt – und wie er sein eigenes Auto von allen Gefahren fern hielt, war ein Meisterstück.

 

2. Starke Leistung von Paddon

Hayden Paddon brach am Ende der 18. Etappe in Tränen aus: Er hatte fast die gesamte Rallye über Sébastien Ogier im Griff gehabt und seinem Druck stand gehalten, dann stellte sich ein Getriebe-Problem ein – ein herzzerreißendes Szenario. Aber Paddon kann dennoch stolz auf sich sein, hat er doch den Weltmeister kräftig gefordert und es fast gepackt. Es war eine absolute Weltklasse-Fahrt, die der Kiwi gezeigt hat – und jeder im Service Park zeigte sich von seiner Leistung beeindruckt.
 

3. Doppelpodium für Hyundai

Wenngleich sich Paddon zwangsweise mit dem zweiten Platz zufrieden geben musste, konnte Thierry Neuville sich den Sonntagsvormittags-Fehler von Mads Østberg – den der Norwerger auf schlechte Pace-Notizen und eine schlechte Funkverbindung zurückführte - zu nutze machen. Sardinien wurde für Hyundai damit zu einer immensen Punktausbeute. Bisher hatten sie in der Saison 2015 noch nicht allzu viel Grund zum Jubeln.
 

4. Elfyn Evans’ und die Kuh

Elfyn Evans hatte auf der 13. Etappe richtig viel Glück, dass er nicht in eine herumstreunende Kuh rammte. Der M-Sport Pilot war gerade am gestrandeten Volkswagen Polo R WRC von Jari-Matti Lattvala vorbei gedonnert – der mit einem Platten am Wegesrand hielt – und sah sich plötzlich von Angesicht zu Angesicht mit dem Tier. Glücklicherweise kollidierten Kuh und Auto nicht und Evans konnte weiter fahren.
 

5. Eine weitere Rallye, ein weiterer legendärer Sprung

Die Rallye d’Italia Sardegna kommt mit einem der berühmtesten Sprünge im Kalender der Rallye Weltmeisterschaft daher. Die „Locals“ bezeichnen ihn als „Micky’s Jump“, benannt nach demjenigen, der ihn gebaut hat. Er liegt auf der Monte Lerno Etappe und ist die italienische Antwort auf den Fafe-Jump der Rallye Portugal, die kurz zuvor stattgefunden hatte.
 

6. Meekes Top-Run ist beendet

Unglücklicherweise für Kris Meeke ist die Erfolgsserie des Nord Iren – er holte in Argentinien seinen ersten WRC-Sieg und wurde in Portugal Vierter – gerissen. In Italien verunfallte er auf der zweiten Etappe, als ihm in einer Rechtskurve die Strecke ausging. „Das ist ein wahres Desaster“, sagte Meeke der Presse. „Zumindest ist es mindestens enttäuschend.“
 

7. Zermürbungskrieg

Meeke war nicht der einzige, der auf Sardinien in Schwierigkeiten geriet. Eigentlich hatte jeder – außer Sébastien Ogier – das ein oder andere Problem zu lösen. Dani Sordo verlor ein Rad. Ott Tänak verlor Rang drei mit einem Getriebeproblem. Mads Østberg: Platten, Bremsprobleme und ein Unfall. Andrea Mikkelsen – zwei Mal defektes Fahrwerk und Benzindruck-Probleme. Man kann schon sagen: Eine ganze Reihe von Problemen. Außer bei Ogier. Wenigstens ist dieses Mal kein Auto abgebrannt, so wie Mikko Hirvonens M-Sport Fiesta im letzten Jahr!

 

Foto des Wochenendes

Der Wanderalbatros hat von allen Vögeln auf der Erde die größte Flügelspannweite – im Durchschnitt drei Meter. In der Rallye Weltmeisterschaft geht diese Ehre wohl an WRC2 Pilot Stéphane Lefebvre!

Tweet des Wochenendes
 

Alle Ergebnisse der Rallye Italien gibt es auf WRC.com

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