Romaniacs wird verrückt und Jonny Walker feiert

Jonny Walker gewann die Red Bull Romaniacs erneut, aber er musste ununterbrochen dafür kämpfen.
Von Robert Lynn

Das Red Bull Romaniacs 2015 war das knappste Rennen in der Geschichte des Events. Graham Jarvis und Jonny Walker rangelten um den Spitzenplatz. Einmal gewann der eine, dann wieder der andere. Doch dann schaffte Walker es, den viermaligen Gewinner in Schach zu halten und mit weniger als zwei Minuten Vorsprung über die Ziellinie zu fahren.

Der Sieg bestätigt alles, was Walker als dominanter Rider bisher erreicht hat: Sieg beim Hell’s Gate, Platz 1 beim Tough One und Spitzenposition beim Red Bull Hare Scramble, wenn auch unter einzigartigen Umständen. Wir sprachen mit Jonny an der Ziellinie…

© Predrag Vuckovic/Red Bull Content Pool

Glückwunsch, Jonny! Wie fühlt man sich als zweifacher Red Bull Romaniacs Gewinner?
Um ehrlich zu sein, habe ich es noch gar nicht realisiert. Man sagt ja, dass es schwieriger ist, einen Titel zu verteidigen als einen zu gewinnen. Jetzt weiß ich auch, was das bedeutet. Das war wahrscheinlich das härteste Rennen, das ich je bei den Romaniacs gefahren bin. Die ganze Woche war es wirklich knapp – alle gaben Vollgas. Es ist also schon etwas Besonderes, hier zu gewinnen. Ich fühle mich noch besser als nach meinem Sieg im letzten Jahr.

Wie wichtig war es, den Prolog für dich zu entscheiden?
Der Prolog war fantastisch. Dieses Jahr wurden die Regeln geändert und die besten Drei durften sich aussuchen, ob sie von Platz 1, 2 oder 3 starten würden. Dabei durfte der Sieger natürlich als Erster wählen. Das war eine super Idee und das Rennen wurde dadurch besser. Ich schaffte es, mich sofort in eine gute Position zu bringen. Von da an versuchte ich nur, die Dinge zu kontrollieren und natürlich zu gewinnen.

Der Wettbewerb war unglaublich knapp, weil aus den vier Offroad-Tagen drei Gewinner hervorgingen. Hat dich das überrascht?
Dieses Mal musste ich auf jeden Fall härter für den Sieg kämpfen als im letzten Jahr. Die Jungs an der Spitze sind die ganze Woche über sehr schnell gefahren, aber damit habe ich schon gerechnet. Aber keiner konnte mit irgendetwas davon fahren. Manchmal fühlte es sich an wie ein Fünf- oder Sechs-Stunden-Cross-Country-Rennen, außer wenn wir auf verdammt hartem Terrain unterwegs waren. Aber das ist gut so. So muss man nämlich jeden Tag alles geben. Das Rennen war hart und schnell, hat aber wahnsinnig viel Spaß gemacht.

Aber was war denn auf den letzten 50 Metern am letzten Tag los? Die waren so nicht geplant…
Ja, alles wurde zum Ende hin etwas verrückt. Ich wusste, dass die Organisatoren uns schon noch eins auswischen wollen. Deshalb habe ich auch versucht, den Vorsprung auf Graham Jarvis auszubauen. Und als ich dort ankam, sah ich nur Chaos. Irgendjemand rief mir zu, dass ich mein Bike besser über das letzte Hindernis schieben sollte, und das habe ich auch gemacht. Rückblickend hätte ich eigentlich darüberfahren sollen. Aber in dem Moment habe ich mich eben entschieden, zu schieben. Ich wusste, dass ich immer noch Vorsprung hatte, aber die Sekunden vergingen wie im Flug, so dass ich schon ein bisschen nervös wurde.

Für ein Rennen wie das Romaniacs muss das ganze Team zusammenhelfen. Wie wichtig war für dich die Unterstützung deines Teams?
In einem Rennen wie dem Red Bull Romaniacs kommst du alleine nicht weit. Um das Ding zu gewinnen, muss sich das ganze Team anstrengen. Die Jungs waren wirklich absolute Spitze. Sie haben in der Woche so viel gearbeitet und dafür gesorgt, dass alles bereit war. Leider hat mein eigentlicher Mechaniker Seb in letzter Minute abgesagt. Doch die ganze Arbeit, die wir in die Vorbereitung und das Training gesteckt haben, hat sich wirklich bezahlt gemacht. Das ist also auch sein Sieg.

Bis jetzt hast du in diesem Jahr noch alles gewonnen. Denkst du, die Glückssträhne geht weiter?
Ich habe wirklich nicht damit gerechnet. Und bis zum Ende des Jahres stehen noch einige Rennen auf dem Plan. Im September findet schon das Red Bull Megawatt statt und danach das Red Bull Sea to Sky. Die beiden konnte ich im letzten Jahr nicht gewinnen – aber das ist mein Ziel für dieses Jahr.

Der nächste Stopp für die Hard Enduro Rider ist das Red Bull 111 Megawatt in Polen.

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