Volkswagen und Ogier gewinnen in Deutschland!

Sébastien Ogier bricht endlich den Heimrundenfluch von VW und führt das Team zum Sieg!
Sébastien Ogier bei der Rallye Deutschland 2015
Volkswagen war in Deutschland nicht zu stoppen © Volkswagen Motorsport
Von Greg Stuart

Sébastien Ogier kommt seinem Ziel immer näher: Er will sich den dritten Rallye-Weltmeistertitel in Folge holen und hat nun bei der Rallye Deutschland auf den Straßen rund um Trier mit einem weiteren Sieg überzeugt.

Ogier führte seine VW-Teamkollege Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen ins Ziel und das Team besetzte zum dritten Mal in diesem Jahr die ersten drei Plätze. Der Heimrundenfluch scheint damit durchbrochen! In den letzten beiden Jahren bauten die VW-Fahrer mit Siegerpotential immer Crashs und flogen so aus der Rallye.

Hinter dem VW-Trio landeten die beiden Hyundais von Dani Sordo und Thierry Neuville auf den Plätzen 4 und 5. Die beiden nutzten damals das Unglück der Volkswagenfahrer aus und sicherten sich so 2013 und 2014 jeweils ihre ersten WRC Siege. Dahinter fuhr der M-Sport Ford Fiesta RS WRC von Elfyn Evans auf den sechsten Platz.

Thierry Neuville bei der Rallye Deutschland 2015
Neuville wurde Fünfter für Hyundai © Jaanus Ree/Red Bull Content Pool

Mads Østberg wurde mit seinem DS 3 WRC Siebter und kam vor Ott Tänak, dem dritten Hyundai von Hayden Paddon und Stéphane Lefebvre ins Ziel, der bei seinem Debüt in einem Welt-Rallye Auto einen erstaunlichen zehnten Platz erreichte.

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Hier sind sieben Dinge, die wir bei der Rallye Deutschland 2015 erfahren haben.

1) VW bricht den Fluch

Latvala, Ogier und Jost Capito bei der Rallye Deutschland 2015
Latvala und Ogier machten Jost Capito stolz © Volkswagen Motorsport

Die Götter wollten Volkswagen ganz offensichtlich bei ihren letzten beiden Rallyes zu Hause in Deutschland eine Lektion erteilen - besonders 2014, als Sébastien Ogier und dann Jari-Matti Latvala nach heftigen Crashs ihre Führung verloren, wobei Latvala nur noch vier Etappen vor sich gehabt hätte.

Doch es gibt nichts Schöneres als einen Podiumssieg vor den heimischen Fans! Und wenn ihre Konkurrenten noch nicht genug Angst vor der Macht von VW hatten, sollten sie jetzt eines erfahren haben: Es gibt keine einzige Rallye auf dem Welt-Rallye-Kalender, die VW nicht gewinnen könnte.

2) Ogier kommt dem Titel von 2015 immer näher

Sébastien Ogier gibt ein Interview bei der Rallye Deutschland 2015
Ogier war viel entspannter als noch vor einem Jahr © Volkswagen Motorsport

Sébastien Ogier hätte sich bei der Deutschland-Rallye frühzeitig seinen dritten Rallye-Weltmeistertitel in Folge holen können, wenn sich Jari-Matti Latvala keine Punkte geholt hätte. Doch dass das nicht in Deutschland passiert ist, stört Ogier kein bisschen.

Wenn man bedenkt, dass er letztes Jahr die beiden Unfälle bei der Deutschland-Rallye als „Tiefpunkte seiner Karriere“ bezeichnete, legte der Franzose dieses Mal einen unglaublich guten Sieg in Deutschland hin. Und du müsstest schon der gewagteste Gambler sein, wenn du dein Geld auf einen anderen Fahrer setzen würdest, der sich den WM-Titel 2015 holt.

3) Latvala erklärt dem Asphalt den Krieg

Jari-Matti Latvala bei der Rallye Deutschland 2015
Latvala beeindruckte auf dem Teer © Jaanus Ree/Red Bull Content Pool

Jari-Matti Latvalas ersten Sieg auf Asphalt bei der Frankreich-Elsass-Rallye im letzten Jahr war ein bahnbrechender Moment für den Finnen. Jedoch hatte Ogier mechanische Probleme in Frankreich, weshalb sich der Sieg für Latvala wohl eher nach einer Portion Glück anfühlte.

Doch am Freitag sah es bei der Deutschland-Rallye so aus, als würden sich Latvala und Ogier das ganze Wochenende lang ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf dem deutschen Asphalt liefern. Das Paar tauschte die Führung schon in den ersten Etappen der Rallye und Latvala begeisterte mit unglaublicher Geschwindigkeit auf den Weinbergstraßen.

Der Finne legte eine beeindruckende Performance hin. Dadurch wird er garantiert selbstsicherer. Doch Ogiers Fähigkeiten auf dem schwarzen Bodenbelag brachten den Franzosen nach vorne und er überholte Latvala am Samstag, um sich den Sieg zu holen.

4) Könnte Lefebvre Citroëns neuer Hoffnungsträger sein?

Stéphane Lefebvre bei der Rallye Deutschland 2015
Stéphane Lefebvre war stark in Deutschland © Jaanus Ree/Red Bull Content Pool

Der 23-jährige Stéphane Lefebvre genoss seinen ersten Auftritt in einem Welt-Rallye-Wagen bei der Deutschland-Rallye. Der Junioren-Rallye-Weltmeister vom letzten Jahr wagte den Schritt in einen spitzenklassigen Citroën DS 3 WRC und lieferte eine wirklich beeindruckende Leistung ab. Er landete auf Platz 10 vor dem Werksfahrer Kris Meeke.

Sowohl für Meeke als auch für Teamkollege Mads Mads Østberg, die es auf der finalen Etappe in Deutschland geschleudert hat, könnte es heiß werden. Citroën hat das Talent des jungen Franzosen gefördert und sich genauso gut um ein paar andere französische Fahrer gekümmert, die schließlich ins Top-Team befördert wurden und jetzt ziemlich erfolgreich sind: Sébastien Loeb und Sébastien Ogier.

5) Wieder eine harte Rallye für Robert Kubica

Robert Kubica bei der Rallye Deutschland 2015
Für Robert Kubica war es wieder schwierig © Jaanus Ree/Red Bull Content Pool

Zu Fuß auf die Startrampe zu gehen war wohl nicht der beste Start in die Deutschland-Rallye für Robert Kubica. Sein Ford Fiesta RS WRC war noch bei den Mechanikern, weil der neue Motor noch eingestellt werden musste. Das hieß, dass Kubica mit fünf Strafminuten in die Rallye startete. Das bedeutete auch, dass die Poleposition kaum erreichbar sein würde.

Doch trotz allem schaffte es Kubica, am Samstag einen heftigen Unfall zu bauen, woraufhin der ehemalige Formel 1 Pilot seine zersplitterte Windschutzscheibe herausreißen musste und für die restliche Fahrt eine Schutzbrille trug.

6) Elfyn Evans überzeugt auf dem Teer mit hoher Geschwindigkeit

Elfyn Evans bei der Rallye Deutschland 2015
Elfyn Evans holte sich einen Etappensieg © McKlein/M-Sport

Elfyn Evans von M-Sport gewann während der Deutschland-Rallye viel Selbstvertrauen. Schließlich durchbrach der Walise am Sonntagmorgen sogar die Siegessträhne von VW, als er die schnellste Zeit auf der Stein & Wein Etappe auf seinem Weg zum sechsten Platz fuhr.

7) Jan Kopecký dominiert die WRC2

Škodas Vorherrschaft in der WRC2 ging auch bei der Deutschland-Rallye weiter. Der tschechische Fahrer Jan Kopecký gewann haushoch mit einem Vorsprung von über vier Minuten in seinem Fabia R5. Hinter sich ließ er Eric Camilli und Quentin Giordano. Währenddessen flog der WRC2 Erstplatzierte Esapekka Lappi in der zweiten Etappe von der Straße und ruinierte sich so seine Chance auf den Sieg in Deutschland.

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