Sei am Start: Taddy und der Red Bull 111 Megawatt

Alles was ihr über den Megawatt wissen müsst und warum Taddy Blazusiak nicht dabei ist.
Taddy Blazusiak gewinnt den ersten Red Bull Megawatt 111 in Belchatow, Polen.
Fliegt gerne hoch: Taddy Blazusiak © Tomek Gola/Red Bull Content Pool
Von Jonty Edmunds

Am nächsten Wochenende gibt es eine neue Ausgabe des Red Bull 111 Megawatt, der neueste Eventzugang in der Enduro Weltmeisterschaft. Fahrerlegende Teddy Blazusiak ist sicher die beste Adresse, um uns alles über das diesjährige Rennen zu erzählen, schließlich ist er als fünfmaliger Sieger (!) die Galionsfigur des Megawatt.

Der Event findet vom 4. bis zum 6. September in Taddy's Heimatland Polen auf der Kohlenmine in Belchatow statt. Bei dem harten Enduro Rennen geht es über Stock und Stein, riesige Hindernisse und steile Abhänge.

Dem Ruf von Teddy sind Fahrer aus zwölf Ländern gefolgt, die (fast) alles dafür getan haben um unter den 700 zu sein, die sich voll und ganz dem Rennen ausliefern.

Mit dabei sind die Top Stars Graham Jarvis und sein Husqvarna Teamkollege Alfredo Gomez, Jonny Walker, der ruhig mal wieder einen Sieg beim Megawatt vertragen könnte, um dann nach dem Red Bull Sea to Sky den Gesamtsieg beim Grand Slam mit nach Hause zu nehmen.

Die Vorschau des Rennens seht ihr unten.

© Lukasz Nazdraczew/Red Bull Content Pool

Leider müssen wir in diesem Jahr auf einen der Topstars verzichten. Niemand Geringerer als Taddy selber kann leider nicht dabei sein. Seitdem Red Bull Hare Scramble kämpft er mit einem Virus, der ihn fast die gesamte restliche Saison lahmlegt. Er verpasste mehrere Rennen, unter anderem auch die Red Bull Romaniacs.
Wir trafen den SuperEnduro Weltmeister und fragten ihn, wann wir ihn wieder auf dem Bike erwarten dürfen.

Teddy, du wirst sicher nicht am Megawatt teilnehmen?
Ich kann leider nicht mitfahren, ich habe immer noch eine schlimme Virusinfektion. Ich dachte, dass ich bis jetzt wieder fit bin, aber leider habe ich ein striktes Fahrverbot bis Ende September. Ich habe schon soviel Zeit in die Heilung gesteckt, ich ziehe das nun durch. Ich wäre wahnsinnig gerne dabei, weil die Strecke toll zu fahren ist. Ich bin aber auf jeden Fall vor Ort und schaue mir das Spektakel an!

Was hast du genau?
Ich habe eine Infektion mit dem Epstein Barr Virus. Es hat sehr lange gedauert, bis wir überhaupt wussten was ich hatte und jetzt dauert die Heilung einfach noch länger.

Was ist der Epstein Barr Virus?
Schwierig zu erklären! Der Virus kann einige Erkrankungen begünstigen, und sehr viele Menschen erkranken zumindest einmal an ihm. Wenn man aber nun die ganze Zeit traininert, Rennen fährt und herumreist, also quasi immer unter Stress steht, kann er schon mal schlimme Auswüchse haben. Im Grunde fühlst du dich mental und physisch die ganze Zeit total ausgelaugt.

© Lukasz Nazdraczew/Red Bull Content Pool

Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass etwas nicht stimmt?
Es war bereits am Anfang des Jahres. Ich bin ungefähr sechs Indoor Rennen gefahren und habe mich danach echt erledigt gefühlt, ich bekam es einfach nicht los. Ich habe mich sehr auf meinen Rennplan 2015 gefreut, aber war dennoch unmotiviert. Das war ganz untypisch für mich. Ich habe mir die ganze Zeit gesagt, dass das sicher in ein paar Tagen wieder gut ist. Dann wurden aus den Tagen Wochen und es veränderte sich nichts.

Ab wann wusstest du, dass es sich nicht nur um eine Post-Rennen Müdigkeit handelt?
Ich glaube, das war so beim Erzbergrodeo. Ich hatte mir vor dem Rennen immer gesagt, dass das schon alles passen wird, aber ich wusste, ich war in keiner guten Form. Als ich dann beim Red Bull Haare Scramble direkt am Anfang einen Unfall hatte, war klar, dass ich mir erstmal Gedanken machen und mich um meine Gesundheit kümmern muss. Und das habe ich dann auch getan.

Wie sieht die Therapie bei EBV aus?
Leider gibt es da keinen Zaubertrank. Es gibt keine Pillen, die du nehmen kannst und man kann auch nicht operiert werden. Du darfst einfach nur gar nichts machen. Das macht es ja so schwierig!

Weißt du wie lange es noch dauert bis du wieder fit bist?
Nicht wirklich, aber es geht mir langsam wieder besser. Bei EBV musst du einfach den Ball total flach halten, sonst kann die Sache echt richtig ernst werden. Daraus kann sich in ein chronisches Fatigue-Syndrom entwickeln, dann bist du eventuell jahrelang außer Gefecht gesetzt. Als Sportler ist es natürlich wahnsinnig schwer nicht zu trainieren und keine Rennen zu fahren. Aber wie schon gesagt, es geht langsam aufwärts und ich bin sehr froh, dass mich meine Sponsoren hier unterstützen.

Wie füht es sich an nach sieben oder acht Jahren Dauerfahren eine Pause zu machen?
Furchtbar! Rennen fahren ist einfach meine Leidenschaft und Berufung. Als Profi-Athlet ist es schwer zu verstehen, was hier eigentlich vor sich geht. Klar, man verletzt sich und muss sich auch mal ausruhen, aber das hier ist etwas anderes. Es ist einfach superschwierig zu relaxen und den Aus-Knopf zu drücken, wenn man eigentlich lieber auf dem Bike sitzen will und auch für seinen Sponsor fahren. Dazu kommt noch, dass man ja nicht verletzt aussieht. Dadurch verstehen die anderen Leute auch nicht was los ist.

Fühlst du dich denn selber fit genug?
Nein, noch nicht. Ich fühle mich etwas besser, aber das macht jetzt noch keinen Sinn. Wir haben uns als Team geeinigt, dass ich bei der SuperEnduro World Series im Dezember wieder dabei bin. Leider verpasse ich den Megawatt und den Red Bull Sea to Sky. Auf der SuperEnduro will ich aber dann 100% geben, im Oktober geht das Training wieder los. 

Was sind deine Pläne in nächster Zeit?
Die letzten sechs Wochen saß ich eigentlich nur zu Hause auf der Couch, das war der Horror. Jetzt kann ich langsam wieder normale Dinge tun, nur eben nicht Rennen fahren. Ich bin beim Red Bull 111 Megawatt vor Ort und darüber freue ich mich, weil ich lange nicht mehr in Polen war. Ich fahre auch nach Kanada und schaue mir dort den Red Bull Rocks and Logs an.

Seid nächstes Wochenende mit dabei und schaltet auf redbull.com ein.

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