Die größten Rivalen bei der Dakar (auf 2 Rädern)

Wir blicken zurück auf die härtesten Zweikämpfe in der Geschichte der härtesten Rallye.
Von Paul Keith

Der fünffache Dakar Gewinner Marc Coma hat sein Bike endgültig in den Ruhestand geschickt und Cyril Despres fährt fortan auf vier anstelle von zwei Rädern. Für uns heißt das: Es wird auf jeden Fall einen neuen Sieger in der Motorradklasse bei der Rallye Dakar 2016 geben!

Und es bedeutet auch, dass die größte Rivalität auf der Strecke, 2015 ein Ende gefunden hat – fast ein Jahrzehnt lang kämpften die beiden um die Spitzenposition bei der härtesten Rallye der Welt!

Natürlich hoffen wir, dass uns auch die neue Generation an Piloten dramatische Momente und Zweikämpfe liefern wird, allen voran Matthias Walkner, Joan Barreda, Toby Price, Paolo Gonçalves, Hélder Rodrigues, Rubén Farin, David Casteu, Olivier Pain, Jordi Viladoms und Pablo Quintanilla. Sie alle sind als Favoriten am Start, wenn es am 2. Januar in Buenos Aires wieder los geht.

Bis dahin werfen wir aber nochmal einen Blick zurück auf die erbittertsten Gegner in der Geschichte der Rallye Dakar. 


Hubert Auriol vs Gaston Rahier

Die ersten großen Rivalen der Rallyestrecke waren Gaston Rahier und der damals amtierende Champion Hubert Auriol, die sich beide bei der Rallye 1984 vorgenommen hatten, auf Sieg zu fanren. Auriol hatte mit seiner BMW GS 980 R 1981 und 1983 gewonnen, Rahier eroberte den MX-Weltmeistertitel 1975, 1976 und 1977 in der 125ccm Klasse. Auriol gewann acht Etappen und Rahiel nur drei, und dennoch brachte dem Belgier seine Standhaftigkeit am Ende den Gesamtsieg bei der Rallye ein, die als die Paris – Algerien – Dakar in die Geschichte einging. Im darauffolgenden Jahr wollte Auriol Revanche, scheiterte jedoch wegen eines Ausfalls, und Rahier gewann somit seinen letztes Rennen.


Stéphane Peterhansel gegen Jordi Arcarons

Stéphane Peterhansel versuchte 1988 erstmals auf der Enduro sein Glück bei der Dakar. Drei Jahre später, damals fuhr er für Yamaha Works, begann er seinen Siegeszug und dominierte fast zehn Jahre lang die Dakar. Auf seinen härtesten Gegner traf er 1992 zum ersten Mal, als er von Jordi Arcarons, der das Cagvia Team anführte, attackiert wurde. Arcarons klebte Peterhansel die ganze Rallye über an den Reifen, auch wenn er am Ende seinen zweiten Platz gegen Danny Laporte verlor.

1993 war es aber dann soweit: Peterhansel hatte gerade seine dritte Dakar in Folge gewonnen, als Arcaron auftauchte und es tatsächlich schaffte, ihm sechs Etappensiege abzuknöpfen. Zwei Jahre später gab es dann einen Eklat als der Spanier den Franzosen beschuldigte, beim Reifenwechsel Hilfe von Außen erhalten zu haben. Peterhansel erhielt eine Strafe, die ihn jedoch nicht davon abhielt, wieder zu gewinnen.


BMW gegen KTM

Nach einer Dekade Abstinenz kehrte BMW 1998 mit einem Rennstall voller tüchtiger Bikes und ebensolcher Fahrer zurück. Richard Schalber verwandelte die BMW F650 in eine ernstzunehmende Rennmaschine und Andrea Mayer, Eid Orioli, Jean Brucy und Oscar Gallardo gaben ihr Bestes, um mit um den Sieg zu fahren. Wirklich erfolgreich war das Team allerdings erst 1999, als Richard Sainct sich in den Sattel setzte. Sainct schaffte das erste Mal, die allmächtige KTM-Crew zu überrunden und bereits vier Jahre später waren dann alle vier vorderen Plätze mit den drei bayrischen Buchstaben belegt.

Die Retourkutsche folgte allerdings mit den eigenen Waffen: Sainct wechselte mit Jean Brucy zu KTM und dominierte das Podium. 2002 entschied man bei BMW, sich aus der Dakar zurückzuziehen und überließ KTM, die seitdem kontinuierlich an der Spitze stehen, das Feld.


Nani Roma gegen Fabrizio Meoni

Nani Roma fuhr 2002 bereits einige Jahre in der Dakar, allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. Auch 2002 musste er sich zwei Etappen vor dem Ziel gegen Fabrizio Meoni mit nur drei Minuten Unterschied geschlagen geben. Er war von der Strecke abgekommen und die Anstrengungen wieder zurück auf den Track zukommen, waren einfach zu groß. Erst zwei Jahre später, im Team mit dem jungen Marc Coma, schaffte Roma endlich den Sieg bei der Dakar. Er setze sich gegen Legenden wie Sainct und Despres durch und stand als erster Spanier ganz oben auf dem Siegerpodest.


Marc Coma gegen Cyril Despres

Es ist die wahrscheinlich größte Rivalität, die es bei der Dakar je gab. In zehn Jahren Rallye-Geschichte konnten beide Fahrer jeweils fünf Siege verbuchen, die lediglich ihrem immensen Talent zuzuschreiben waren, da beide auf gleichwertigen Maschinen fuhren. 

Coma und Despres traten jedes Mal auf KTM gegeneinander an, mit einer Ausnahme 2014, als Despres Yamaha fuhr. Despres gewann 2005, 2007, 2010, 2012 und 2013. Coma gewann 2006, 2009, 2011, 2014 und 2015. Lediglich drei Mal siegte weder der eine noch der andere: 2008 als die Rallye teilweise wegen Terrorgefahr abgesagt wurde, 2013 als Coma wegen einer Verletzung nicht dabei war und 2015 als Cyril sich entschloss bei Peugeot ins Auto zu steigen

 

read more about
Zur nächsten Story