Desert Wings 2016

Dakar 16: Peterhansel, Price & Patronelli gewinnen

Finale Etappe 13: Die aktuellen News von der Dakar Rallye mit vielen Bildern und Videos.
Der französische Peugeot Total Werksfahrer Stephane Peterhansel gewinnt seine 12. Dakar
Stephane Peterhansel gewinnt seine 12. Dakar © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool
Von Sturtridge / Peacock / Caron Dawe / Schran

Mr. Dakar: Stéphane Peterhansel hat seinen Vorsprung von über 40 Minuten auf der letzten Etappe nach Rosario bei der 38. Rallye Dakar souverän verteidigen können und seinen zwölften Gesamtsieg eingefahren. Der Peugeot Werksfahrer Peterhansel zog nun mit seinen Erfolgen in der Motorradklasse gleich und hat die härteste Rallye der Welt in beiden Klassen jeweils sechs mal für sich entscheiden können.

Der französische Rekordfahrer meisterte die letzte 180 km lange Wertungsprüfung der 13. und letzten Etappe von Villa Carlos Paz nach Rosario in Argentinien gute sieben Minuten langsamer als sein Teamkollege und Tagessieger Sebastien Loeb (FRA), welcher eine Rookie Dakar vom anderen Stern hinlegte und am Ende Platz 9 belegt.

Titelverteidiger Nasser Al-Attiyah (QAT) wird Zweiter und der ehemalige Dakar Champion Giniel de Villiers (RSA) erreicht im Klassement nach Etappe 13 den 3. Platz.

KTM Werksfahrer Toby Price hat wie erwartet die Motorradklasse klar gewonnen, Gerard De Roy fährt bei den Truckern einen weiteren Dakar Sieg ein und Marcos Patronelli wurde Meister der ATV/Quad Klasse.

 

Die Crew vom Team Peugeot Total feiert eine erfolgreiche Dakar 2016
Team Peugeot Total feiert eine erfolgreiche Dakar © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Autos: Rekordfahrer Peterhansel beschert Peugeot einen speziellen Tag

Das Team von Peugeot Total dürfte diesen Tag lange in Erinnerung behalten. Nach drei Jahren harter Arbeit schafft das Team das Unmögliche und gewinnt phänomenal die Dakar. Peugeot Sport war seit 1990 bei der größten Motorsportveranstaltung der Welt nicht angetreten, hatte sich im vergangenen Jahr aber zu einem Comeback entschieden. Das Team erhielt nach der ersten "Comeback Dakar" 2015 Verstärkung vom heutigen Sieger und auch der WRC Rekordweltmeister Seb Loeb konnte der Versuchung nicht wiederstehen - nach seinem Ausstieg aus der Rallye WM - mit diesem Dream-Team an den Start zu gehen. Der Franzose schließt seine erste Dakar mit einem weiteren Tagessieg ab und wird einer erfolgreichsten Rookies der Geschichte.

Auf der heutigen Etappe versuchte der Tagessieger von gestern und Titelverteiger Al-Attiyah, Loeb noch die Butter vom Brot zu nehmen. Aber weder Hirvonen noch der Mini vom Qatari, kamen an den Peugeot von Leob ran. Stephane Peterhansel, welcher mit über 40 Minuten Vorsprung heute auf die Strecke ging, fuhr den Gesamtsieg locker nach Hause und ging kein Risiko ein. Sein Platz 13 spricht dafür, das er die letzte Ausfahrt genoß und gegebenenfalls der wunderschönen Landschaft etwas mehr Aufmerksam schenken konnte.

Am Ende betrug der Abstand auf den Zweiten Nasser Al-Attiyah immer noch mehr als 30 Minuten. Giniel de Villiers konstante Leistung über die gesamte Rallye wurde mit dem letzten noch verbleibenden Podiumsplatz belohnt. Bester Rookie wird Mirco Hirvonen im Mini auf Platz 4 der Gesamtwertung.

"Das ist schon was ganz Besonderes. Der Druck war die ganze Zeit extrem hoch. Einige meiner Siege wiegen schwerer als Andere, aber dieser hier schafft es in die Top 3 meiner Erfolge. Zur Zeit mag ich mir keine Gedanken über die Zukunft machen und genieße den Moment, nach wirklich harter Arbeit," sagte Peterhansel im Ziel.

Eins steht fest: Es war eines meiner letzten großen Ziele im Auto gleich viele Erfolge wie auf dem Bike einzufahren. Das kann ich nun abhaken, keine Ahnung ob es noch weitere Dinge gibt die mich in Zukunft motivieren werden.

– Stéphane Peterhansel

Loeb hingegen war mehr als motiviert auf seiner ersten Dakar. Mit vier Tagessiegen hat der Franzose mehr als abgeliefert. Auch wenn Super-Seb "nur" insgesamt Neunter wurde, hat er allen Konkurenten gezeigt wo er hin will. Er und Co-Pilot Daniel Elena hat sicher mehr als eine Erfahrung sammeln können, um beim kommenden Mal noch erfolgreicher zu sein.

"Wir mischten die ganze Zeit vorne mit. Sowohl das Auto als auch Daniel und ich. Auf einigen Etappen hätten wir uns Probleme mit der Navigation sparen können, aber das nehmen wir für´s kommende mal mit."

Ich will hier definitiv mehr, auch wenn wir gelitten haben...

– Sébastien Loeb

Endergebnis nach Etappe 13
1. Stéphane Peterhansel (FRA), Peugeot, 45st 22m 10s
2. Nasser Al-Attiyah (QAT), Mini, +34m 58s
3. Giniel de Villiers (RSA), Toyota, +1h 2m 47s
4. Mikko Hirvonen (FIN), Mini, +1h 5m 18s
5. Leeroy Poulter (RSA), Toyota, +1h 30m 43s
6. Nani Roma (ESP), Mini, +1h 41m 6s
7. Cyril Despres (FRA), Peugeot, +1h 49m 4s
8. Vladimir Vasilyev (RUS), Toyota, +2h 1m 45s
9. Sébastien Loeb (FRA), Peugeot, +2h 22m 9s
10. Harry Hunt (GBR), Mini, +3h 11m 30s

KTM Werksfahrer Toby Price gewinnt 2016 zum ersten mal die Dakar!
Toby Price gewinnt zum ersten mal die Dakar! © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Bikes: Price wird der erste australische Dakar Champion

Toby Price hat es bereits im zweiten Versuch geschafft und gewinnt nach seinem Rookie Auftritt 2015 die Rallye Dakar 2016. Auf der letzten Etappe lies es Price - wie Peterhansel - ruhig angehen und nutze seinen Vorsprung von ebenfalls 40 Minuten um das Ding ohne Stress nach Hause zu fahren.

Pablo Quintanilla wollte ganz sicher gehen, das es mit dem Dritten Overall auch klappt und hat heute nochmal eine harte Pace hingelegt um als Schnellster in Rosario zu sein.

"Ich weiss weder was ich sagen noch was ich denken soll... Ich stehe unter Schock. Das ist so unglaublich für meine Familie, Freunde und die Fans in Australien. Ich hoffe das dies nur der Anfang war, aber es wird nicht einfach sein den Titel zu verteidigen.

– Toby Price

Als sich der Staub der Rallye im Ziel gelegt hatte standen neben dem KTM Fahrer, der Slovene Svitko und der Chilene Quintanilla auf dem Podium des Gesamtklassements. Kevin Benavides (ARG) legte bei den Bikern eine sensationelle Rookie Dakar hin und wird nur sechs Minuten hinter Quintanilla Vierter der Gesamtwertung. Die weiteren Dakar Debutanten der Bikerklasse: Adrien van Beveren, Antoine Méo und Ricky Brabec schaffen es in den Top 10 ins Ziel und können mehr als Stolz auf die Leistung sein.

Laia Sainz (ESP) fährt als beste Frau in der Motorradklasse auf Platz 15 der Gesamtwertung.

Endergebnis nach Etappe 13
1. Toby Price (AUS), KTM, 48st 9m 15s
2. Stefan Svitko (SVK), KTM, +39m 41s
3. Pablo Quintanilla (CHI), Husqvarna, +48m 48s
4. Kevin Benavides (ARG), Honda, +54m 47s
5. Helder Rodrigues (POR), Yamaha, +55m 44s
6. Adrien van Beveren (FRA), Yamaha, +1h 46m 29s
7. Antoine Méo (FRA), KTM, +1h 56m 47s
8. Gerard Farres Guell (ESP), KTM, +2h 1m
9. Ricky Brabec (USA), Honda, +2h 11m 27s
10. Armand Monleon (ESP), KTM, +3h 27m 49s

Marcos Patronelli vom Yamaha Quad Team hat nun 3 Titel auf dem Konto
Marcos Patronelli hat nun 3 Titel auf dem Konto © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Quads: Marcos Patronelli schafft den Tripple

Marcos Patronelli hat es nach 2010 und 2013 zum dritten mal geschafft die ATV/Quad Klasse zu gewinnen. Der Argentinier war in 2015 nicht angetreten und feiert somit ein gebührendes Comeback zur Dakar.

Marcos und sein Bruder Alejandro lagen über die gesamte Distanz am Ende nur 5 Minuten und 23 Sekunden auseinander, dominierten aber eigentlich die komplette Dakar in ihrer Klasse. Der Dritte der Gesamtwertung Brian Baragwanath benötigte für die komplette Strecke nach Rosario 1 Stunde und 42 Minuten länger als die Brüder.

Auf der letzten Etappe ließen die Brüder auch den Anderen einmal die Chance auf den Sieg und trudelten ganz entspannt als Nummer 6 und 8 im Ziel ein. Der dritte im Klassement  Brian Baragwanath wusste zwar das er auf den 180km der heutigen Special keinen der Patronellis mehr einholen würde, drehte aber trotzdem feste am Gas um noch vor dem Local Boy Giordana und dem Russen Karyarkin im Ziel zu sein.

"Ich bin gerade nicht auf dieser Welt. Wir hatten eine spektakuläre Dakar mit ein wenig Pech am Start, aber es ging eingentlich von dem Tiefpunkt nur bergauf. Ich bin schon ziemlich glücklich über das Ergebnis, da wir sehr harte Tage hinter uns haben."

Mein Team und auch mein Bruder sind für mich ebenfalls Gewinner dieser Dakar. Wie immer war die Dakar unfassbar.

– Marcos Patronelli

Vorjahressieger Rafal Sonik (2015) und Ignacio Casale (2014) hatten auf der Rallye 2016 weniger Glück als auf den Jahren zuvor und schieden vorzeitig aus dem Rennen aus.

Endergebnis nach Etappe 13
1. Marcos Patronelli (ARG), Yamaha, 58st 47m 41s
2. Alejandro Patronelli (ARG), Yamaha, +5m 23s
3. Brian Baragwanath (RSA), Yamaha, +1h 41m 53s
4. Sergei Karyakin (RUS), Yamaha, +1h 44m 25s
5. Jeremias Gonzalez Ferioli (ARG), Yamaha, +2h 2m 8s
6. Walter Nosiglia (BOL), Honda, +4h 26m 10s
7. Alexis Hernandez (PER), Yamaha, +6h 33m 44s
8. Sebastian Palma (CHI), Yamaha, +8h 15m 33s
9. Santiago Hansen (ARG), Honda, +8h 41m 23s
10. Camelia Liparoti (FRA), Yamaha, +10h 41m 7s

Der russische KAMAZ Master Werksfahrer Ayrat Mardeev wird Dritter bei den Truckern
Ayrat Mardeev wird Dritter bei den Truckern © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Trucks: De Rooy gewinnt seine zweite Dakar

Der Holländer Gerard de Rooy hat - wie erwartet - die härstete Rallye der Welt in der Truck-Klasse, nach 2012, erneut für sich entscheiden können. Das Team im IVECO dominierte die komplette zweite Woche und lief mit mehr als einer Stunde auf Ayrat Mardeev im KAMAZ in Rosario ein.

Da gestern eigentlich schon abzusehen war, welche Teams die Top 3 belegen werden, versuchten heute Hans Stacey, Pieter Versluis und Eduard Nikolaev die Sache unter sich auszumachen. De Rooy, Mardeev und "Kojote" Villagra lagen bereits gestern uneinholbar auf den ersten Plätzen im Klassement und erreichten heute Rosario als Fünfter (Mardeev), Sechster (Villagra) und Siebter (De Rooy). Obwohl die Drei eigentlich genug Luft hatten, gaben sie auch heute Ihren über 1000PS starken Monstern nochmal richtig Feuer und waren nur 3-5 Minuten langsamer als der Tagessieger Stacey im MAN.

Endergebnis nach Etappe 13
1. Gerard de Rooy (NED), IVECO, 44h 42m 3s
2. Ayrat Mardeev (RUS), KAMAZ, +1h 10m 27s
3. Federico Villagra (ARG), IVECO, +1h 40m 55s
4. Hans Stacey (NED), MAN, +2h 23m 1s
5. Ton van Genugten (NED), IVECO, +2h 30m 59s
6. Pascal de Baar (NED), RENAULT, +3h 4m 7s
7. Eduard Nikolaev (RUS), KAMAZ, +3h 39m 23s
8. Jaroslav Valtr (CZE), TATRA, +3h 54m 30s
9. Pieter Versluis (NED), MAN, +3h 57m 52s
10. Artur Ardavichus (KAZ), TATRA, +5h 1m 6s

Die Dakar in Mini - Erhältlich in Europa

Ihr wolltet schon immer einen Dakar Truck haben? Roger von Driel wird demnach euer Mann sein.

Der Holländer baut Mini-Replicas von Fahrzeugen die an der Dakar teilnehmen. RedBull.com hat sich mit getroffen und er hat uns seine Arbeit erklärt:
 

Auch wenn nun auf der Dakar 2016 alles entschieden ist, bleiben wir dran und liefern euch in den kommenden Tagen noch spannende Hintergrundgeschichten, veröffentlichen noch mehr Bilder, Videos und verkürzen somit die Zeit zum nächsten Event in 2017. Für mehr Dakar einfach:

redbull.com/dakar

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Die vorletzte Etappe der Rallye Dakar 2016 (San Juan - Villa Carlos Paz) verlangte noch einmal einiges von den Teilnehmern. Wer gedacht hatte, das es kurz vor Schluss und dem Ziel nahe, angenehmer würde hatte sich getäuscht. Die Strecke kam wieder eher einem Kurs auf einer WRC Rallye - wie am Anfang der Rallye - gleich, aber die Distanz war heute die längste der Veranstaltung.

Wer Etappe 12 hinter sich hatte, wusste was er geleistet hatte. Die heutige Special Stage betrug für 3 Klassen 481km. Die Trucks hatten es mit 267km weniger auf der Special zu fahren, jedoch mussten auch sie insgesamt wie alle gute 900km bis zum Ziel zurücklegen.

Es ging vorallem darum den ganzen Tag konzentriert unterwegs zu sein und keinen Fehler zu machen. Kurz vor Schluss, kann immer noch alles passieren und die gute Arbeit der Tage zuvor wäre dahin.

Rally Dakar 2016: Peugeot Werkfahrer Cyril Despres und Julio Federico Quiroga aus Vogelperspektive
Cyril Despres und Julio Federico Quiroga von Oben © Eric Vargiolu/DPPI/Red Bull Content Pool

Autos: Mikko Hirvonen fährt zum ersten Etappensieg

Der Rookie Mikko Hirvonen hat auf der vorletzten Etappe erneut seine Klasse unter Beweis gestellt, konnte nach einer guten Rallye nun kurz vor Schluss den verdienten Tagessieg vor Nasser Al-Attiyah verbuchen. Beide Mini´s lieferten sich einen spektakulären Kampf bis zum Schluss und Hirvonen lag am Ende nur 9 Sekunden vor dem Titelverteidiger. Die weiteren Kandidaten für den Sieg saßen im Toyota und flogen noch in der gleichen Minute über die Zielline wie die Top 2.

Der südafrikanische Dakar Held Giniel de Villiers verpasste nur knapp das Podium und musste sich seinem Landsmann Leeroy Poulter geschlagen geben, welcher eigentlich die Etappe über weite Strecken dominierte, jedoch am Ende einige Probleme hatte. De Villiers bleibt durch seine konstante Leistung im Klassement auf Platz 3.

Stéphane Peterhansel, welcher mit einem sicheren Polster auf die Strecke ging ließ es locker angehen und fuhr auf Sicherheit, genau wie seine noch verbleibenden Teamkollegen Loeb und Despres. Das Trio erreichte Villa Carlos Paz (ARG) als Achter (Loeb), Neunter (Despres) und Zehnter (Peterhansel).

Aktuell sieht es nicht danach aus als wenn die Verfolger, auf der letzten Etappe nach Rosario Mr. Dakar die Krone 2016 entreißen könnten. Bei den weiteren Podiumsplätzen könnte es aber noch Überraschungen geben.

Gesamtwertung nach Etappe 12
1. Stéphane Peterhansel (FRA), Peugeot, 43st 27m 42s
2. Nasser Al-Attiyah (QAT), Mini, +40m 59s
3. Giniel de Villiers (RSA), Toyota, +1h 7m 16s

Stéphane Peterhansel vom Team Peugeot Total läßt es auf Stage 12 abermals spritzen
Peterhansel läßt es auf Stage 12 abermals spritzen © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Der Peugeot 2008 DKR von Cyril Despres

Falls ihr immer schon einmal ein Dakar Auto von innen sehen wolltet, hier ist eure Chance. Cyril Despres gibt eine Tour durch sein "Office":

Bikes: Hélder Rodrigues gewinnt während Toby Price den Abstand vergrößert

Hélder Rodrigues hat es kurz vor Schluss noch geschafft seinen ersten Tagessieg einzufahren und auch sein Yamaha Team wird sich freuen endlich im Verlauf der Rallye mal ganz oben auf dem Treppchen angekommen zu sein.

Der Portugiese attackierte vom Start weg und musste sich über die Distanz hauptsächlich mit dem Honda Piloten Kevin Benavides auseiandersetzen. Gegen Ende der Special sah es so aus als ob Pablo Quintanilla auch noch eine Wort mitreden wollte, der Chilene fiel dann auf Platz 6 zurück, während Price weiter nach vorne kam.

Nach dem Zieleinlauf musste der Yamaha Pilot noch eine Zeitstrafe von 3 Minuten einstecken, es reichte aber immer noch um gute vier Minuten vor dem Gesamtführenden Price die Stage zu gewinnen. Benavides verlor bis ins Ziel einige Minuten und der Australier Price war am Ende weniger als eine halbe Minute schneller als der "Local Boy".

Antoine Méo, welcher unterwegs einem KTM Teamkollegen half durch die Stage zu kommen, bekam für seine gutes Karma nichts retour. Er stürzte 40km vor dem Ziel und verletzte seine Hand, schaffte es aber nach Villa Carlos Paz und wurde enttäuscht Dreiundzwanzigster.

Vor der Finalen Etappe führt der KTM Werksfahrer Toby Price das Feld der Biker, mit großen Abstand, an und es sieht danach aus als ob der Australier seinen ersten Dakar Sieg, auf seiner zweiten Dakar, feiern kann.

Gesamtwertung nach Etappe 12
1. Toby Price (AUS), KTM, 46st 13m 26s
2. Stefan Svitko (SVK), KTM, +37m 39s
3. Pablo Quintanilla (CHI), Husqvarna, +53m 10s

KTM Fahrer Toby Price hat vor der letzten Etappe genug Vorsprung um seinen ersten Dakar Sieg zu erfahren
Toby Price ist der Sieg wohl nicht mehr zu nehmen © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Ein sicheres Netzwerk an Unterstützung

Die Dakar komplett bis zum Ende durchzufahren ist schon eine Herausforderung an sich, aber sie zu gewinnen oder auch nur auf dem Podium der härtesten und größten Motorsportveranstaltung der Welt zu stehen, bedeutet eine Menge Arbeit für sehr viele Unterstützer der Teilnehmer.

Wer sind diese Leute? Der KTM Logistik Chef Markus Kettler ist einer von ihnen und stellt den Support Truck für die KTM Biker vor.

Quads: Die Patronelli Brüder sind bereit für den "Showdown"

Wenn es am Samstag auf die finale Etappe der Dakar geht, wird der Sieg in der ATV Klasse eine reine argentinische Familienangelegenheit. Auch heute schafften es die beiden sich weiter vom Rest des Feldes abzusetzen, wobei Marcos Patronelli einen weiteren Tagessieg verbucht und er sich weiter von seinem Bruder Alejandro im Klassement absetzt.

Am Anfang sah es so aus als wenn der junge talentierte Argentinier Jeremias González Ferioli die Etappe gewinnen könnte, aber der erfahrene Marcos rollte das Feld, wie so oft, von hinten auf.

Walter Nosiglia und Sergei Karyakin waren im Verlauf der Special ebenso Patronellis Pace ausgeliefert, erreichten das Ziel aber direkt hinter ihm mit nur wenig Abstand. González Ferioli verlor gegen Ende auf den Bolivianer und Russen stetig Boden und verpasst das Podium nur knapp.

Alejandro Patronelli schließt die Top 5, verliert weitere 4 Minuten auf seinen Bruder und bleibt im Klassement aber mit sicherem Abstand, zu den Verfolgern, auf Platz 2. Die Beiden trennen vor der letzten Etappe gute 4 Minuten und ein Patronelli Sieg 2016 scheint damit so oder so sicher zu sein. Die Frage ist nur, welcher der Brüder am Ende den Sieg mit nach Hause nimmt.

Gesamtwertung nach Etappe 12
1. Marcos Patronelli (ARG), Yamaha, 56st 24m 46s
2. Alejandro Patronelli (ARG), Yamaha, +4m 23s
3. Sergei Karyakin (RUS), Yamaha +1h 52m 7s

Marcos Patronelli vom Yamaha ATV Team führte die Quadklasse meist an
Marcos Patronelli führte die Quadklasse meist an © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Trucks: Pieter Versluis erkämpft seinen 2. Tagessieg

Pieter Versluis (NLD) erreicht als schnellster Trucker das Ziel, vor dem "Kojoten" Federico Villagra und seinem Landsmann Hans Stacey. Der Holländer, welcher eine starke erste Woche hatte, findet nun kurz vor Schluss, nochmal in eine gute Pace zurück, während er eine eher durchwachsene zweite Dakar Woche hatte. Der Führende Gerard De Rooy ließ es - wie Peterhansel bei den Autos - ruhig angehen und kommt sicher als Fünfter in Villa Carlos Paz an, wobei er nur wenig von seinem komfortabelen Vorsprung einbüßt.

Versluis schenkt dem Argentinier Villagra im IVECO über die gesamte Distanz keinen Meter und war 3 Minuten schneller auf der Special als der Lokalmatador vom Team De Rooy unterwegs, welcher durch seine super Pace heute, immer noch locker den dritten Platz in der Wertung halten konnte.

Für Ayrat Mardeev im KAMAZ lief es heute wohl weniger gut und er rollte nur als zehnter Truck über die Zielline. Es kann aber auch sein das der Russe, welcher aktuell Zweiter hinter De Rooy ist, ebenfalls auf Sicherheit gefahren ist. Ihn trennen heute nur 9 Minuten vom Tagessieger, aber er liegt im Klassement über eine Stunde hinter De Rooy, welcher sich den Sieg wohl nicht mehr nehmen lassen wird. Ein Attacke der Russen wäre somit wenig erfolgversprechend und der Abstand auf Villagra - mit guten 30 Minuten - werden die Profis von KAMAZ auf der letzten Etappe wohl auch nicht mehr abgeben. Die Truckwertung scheint somit schon vor Schluss relativ einbetoniert.

Gesamtwertung nach Etappe 12
1. Gerard de Rooy (NED), IVECO, 42st 29m 59s
2. Ayrat Mardeev (RUS), KAMAZ, +1h 13m 10s
3. Federico Villagra (ARG), IVECO, +1h 43m 35s

Ihr habt noch nicht genug von den Truckern und Quads?

Hier die Zusammenfassung der letzten beiden Tage (Stage 11-12) vom YouTube Kanal der Dakar.

© Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Tweet des Tages

Adrien van Beveren haut immer noch die besten Wheelies raus...

Das Video aus dem offiziellen YouTube Channel der Rally Dakar fasst den heutigen Tag gut zusammen und sollte euch vor dem Finale am Samstag auf den neusten Stand bringen.

© Dakar YouTube Channel

Auf Etappe 11 der Dakar 2016 stand, auch wie am Tag zuvor, Sand auf der Speisekarte für die verbleibenden Teilnehmer. Am heutigen Tag ging es von La Rioja nach San Juan (ARG). Bevor wir eingehend über die letzte Etappe berichten, wollen wir Euch in dem Video einen Überblick geben was in den letzten Tagen passiert ist.

Carlos Sainz muss nach einem Crash aufgeben

Als sich die Teilnehmer der Auto-Klasse am Morgen zum Start einfanden, fehlte ein bekanntes Gesicht. Viele hatten am Vortag schon damit gerechnet das der Matador Sainz am kommenden Tag nicht an den Start gehen kann, aber nun ist es Realität. Der Sieger von 2011, der bis Etappe 10 Gesamtführender und einer der Top Favoriten muss aufgeben.

Die ganze Geschichte zu dem Ausfall von Carlos gibt es hier:

Autos: Al-Attiyah Tagessieger / Peterhansel weiter Führender

Titelverteidiger Nasser Al-Attiyah hat es erneut geschafft die Peugeot Dominanz zu brechen. Der Mini Fahrer fährt zum zweiten mal innerhalb der letzten vier Etappen zum Tagessieg, wobei er dem immer noch Führenden Peterhansel 10 Minuten Zeit im Klassement abnehmen kann. Der Qatari bleibt mit seinem Co-Pilot Baumel nach Etappe 11 auf Platz 2 der Wertung und hat immer noch eine realistische Chance auf die Titelverteidigung.

Stephane Peterhansel legte heute die viertschnellste Zeit hin und Seb Loeb kommt auch wieder in Fahrt. Der Franzose kommt gute 5 Minuten hinter Al-Attiyah im Ziel an und sichert Peugeot einen weiteren Podiumsplatz vor Mikko Hirvonen. Trotzdem war es für Leob wieder ein frustrierender Tag, da er auf den letzten Kilometern ein Problem mit dem Wagen hatte und auf die Hilfe von Cyril Despres angewiesen war. Despres selbst hält seine konstante Form und belegt Platz 8, trotz Abschlepp-Aktion.

Gesamtwertung nach Etappe 11
1. Stéphane Peterhansel (FRA), Peugeot, 37st 42m 20s
2. Nasser Al-Attiyah (QAT), Mini, +51m 55s
3. Giniel de Villiers (RSA), Toyota, +1h 17m 24s

Nasser Al-Attiyah am Ende eines harten Tages auf der Rally Dakar 2016
Nasser Al-Attiyah am Ende eines harten Tages © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Sebastien Loeb´s Peugeot Reperatur im Zeitraffer 

Obwohl mit Carlos Sainz schon ein Fahrer aus dem Peugeot Total Team - wegen eines zerstörten Wagens - aufgeben musste, schaffen es die Mechaniker den todgeglaubten Wagen von dem Dakar Rookie Seb Loeb wieder fahrtauglich zu machen.

Was ein Höllen-Job der Peugeot Crew!

Loeb legte auf Etappe 8 mit seinem 2008 DKR16 einen ziemlich üblen Überschlag, nach einem Flussbett, hin und das Auto sah zuerst nicht danach aus, als ob die Hilfe der Crew noch etwas bringen würde. Aber die Jungs von Peugeot schraubten die Nacht durch und brachten Loeb "Back on track".

Hier ein Zeitraffer-Video von der Reparturaktion im Camp:

Tobi Price und Jordi Viladoms Dakar Vorbereitung

Wir haben euch schon gezeigt wie Toby und Jordi sich auf die sandigen Etappen der Dakar vorbereitet haben (einfach runterscrollen, wenn ihr den Clip verpasst habt), nun zeigen wir euch in dem Clip, wie die KTM Jungs üben mit der Rally 450 besser und vorallem schneller durch Kurven zu kommen.

Bikes: Méo gewinnt während Gonçalves aufgeben muss

Der Dakar Rookie Antoine Méo kommt gegen Ende der Rallye nochmal richtig in die Hufe und gewinnt zum zweiten mal eine Etappe. Der aktuell Führende Tobi Price muss sich dem Enduro Weltmeister geschlagen geben, läuft aber nur 18 Sekunden später in San Juan ein. Paulo Gonçalves’ Dakar endete, nach diversen Problemen in den letzten Tagen, heute recht plötzlich. Der Portugiese musste nach einem Crash - bei Kilometer 118 - mit dem Heli ausgeflogen werden. Laut seinem Honda Team zog er sich aber nur eine schwere Gehirnerschütterung zu, blieb aber sonst ohne größere Blessuren.

Méo, Price und Pablo Quintanilla lieferten sich auf der heutigen 431km langen Special Stage einen heftigen Kampf um die Plätze, wobei die Top 3 alle innerhalb von 3 Minuten ins Ziel kamen. Der Australier Price kann somit seine Gesamtführung weiter ausbauen und Méo rückt in die Top 3 der Wertung - auf Kosten von Quintanilla – auf. Der Sieger von der vorherigen Etappe Stefan Svitko verliert weiter Boden auf Price, durch seinen siebten Platz heute.

Auch das Team Yamaha hatte auf Etappe 11 gute Ergebnisse vorzuweisen, mit Helder Rodrigues und Rookie Kevin van Beveren in den Top 5. Die große Frage bei den Bikern ist nun kurz vor dem Finish in Rosario: Wird Price es schaffen seinen Vorsprung von guten 40 Minuten über die kommenden 2 Special Stages zu halten und auf seiner 2. Dakar am Ende ganz oben auf dem Treppchen stehen?

Gesamtwertung nach Etappe 11
1. Toby Price (AUS), KTM, 40st 8m 30s
2. Stefan Svitko (SVK), KTM, +35m 23s
3. Antoine Méo (FRA), KTM, +43m 46s

Antoine Méo's erste Dakar läuft beeindruckend
Antoine Méo's erste Dakar läuft beeindruckend © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Die richtigen Werkzeuge für eine einsame Tour

Die Fahrer sind auf den Special Stages oft im Nirgendwo von Argentinien und Bolivien unterwegs. Außer ein paar exotischen Tieren treffen sie dort weder einheimische noch helfende Hände Ihrer Support Crews, welche selbst unterwegs zum nächsten Zielort sind. Deshalb ist es wichtig das die Jungs sich selbst helfen können, wenn einmal ein Problem am Bike auftreten sollte.

Jeder KTM Fahrer hat deshalb ein spezielles Toolkit auf jeder Etappe dabei, um das Bike selbst notdürftig zu flicken.

Der Chef der Techniker von KTM Factory Racing Stefan Huber stellt das "Erste-Hilfe-Kit" für die Rally 450 vor:

Quads: Baragwanath unterbricht die Patronelli Dominanz

Alejandro Patronelli gewinnt wieder einmal eine Etappe und löst nach den letzten Tagen seinen Bruder Marcos auf dem Podium Spitzenplatz ab. Dieser folgt aber nicht - wie schon fast in gewohnter Manier - auf Platz 2, sondern muss sich in San Juan mit der dritten Position zufrieden geben. Brian Baragwanath schafft es in einem Gran Finale einen weiteren Patronelli Doppel-Sieg in der ATV Klasse zu verhindern.

Die Top 3 lagen auch hier nur circa 1,5 Minuten auseinander und Baragwanath scheint der Einzige im Feld zu sein, der den Brüdern überhaupt noch Paroli bieten kann. Sein Erfolg heute bedeutet aber nicht, das der Südafrikaner den Argentiniern auf dem Weg zum Sieg noch wirklich etwas entgegensetzen kann. Sein Rückstand auf die Quad Asse beträgt 1 Stunde und 40 Minuten bei gerade mal zwei noch ausstehenden Etappen.

Gesamtwertung nach Etappe 11
1. Marcos Patronelli (ARG), Yamaha, 49st 36m 0s
2. Alejandro Patronelli (ARG), Yamaha, +8s
3. Brian Baragwanath (RSA), Yamaha +1h 41m 15s

Dmitry Sotnikov bringt den Truck an seine Grenzen auf Etappe 11 der Dakar 2016Marcos Patronelli vom Yamaha Team wird auf Etappe nur Dritter führt aber weiter di
Marcos Patronelli führt weiter die Wertung an © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Trucks: Nikolaev´s dritter Erfolg läßt Kamaz auf mehr hoffen

Eduard Nikolaev hat auf Etappe 11 seinen dritten Tagessieg bei den Truckern eingefahren und lässt, den wiedererstarkten,  Pieter Versluis und Ton van Genugten hinter sich. Sein KAMAZ Teamkollege Ayrat Mardeev verpasst das Podium nur knapp und wird Vierter. Er bleibt damit bester KAMAZ Trucker und hält Position 2 im Klassement weiter, wobei er aber Boden auf den Führenden Gerard de Rooy gut machen konnte, welcher heute nur Sechster wird. Trotz des relativ schlechten Tagesabschlusses liegen zwischen den Top 2 immer noch eine gute Stunde.

Federico Villagra, vom Team De Rooy, verliert weiter Boden auf seinen Boss. Der Kojote erreicht in San Juan im IVECO nur Platz 9 und verliert weitere 13 Minuten, kann den 3. Platz in der Gesamtwertung aber verteidigen.

Gesamtwertung nach Etappe 11
1. Gerard de Rooy (NED), IVECO, 39st 10m 29s
2. Ayrat Mardeev (RUS), KAMAZ, +1h 9m 21s
3. Federico Villagra (ARG), IVECO, +1h 45m 45s

Dmitry Sotnikov bringt den Truck an seine Grenzen auf Etappe 11 der Dakar 2016
Wenn LKW´s durch die Wüste fliegen... © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool

Tweet des Tages

Cyril Despres, welcher ein relativ schweren Start in die Rallye hatte, brilliert aktuell durch immer bessere Zeiten und bleibt konstant im Rennen. Obwohl der Franzose erst seine zweite Rallye im Auto bestreitet, kann er von seinen Erfahrungen als Biker profitieren. Hier der Beweis das der Peugeot Pilot den Wagen wie Sainz, Peterhansel und Loeb auch ans Limit bringen kann.

Rally Dakar YouTube Channel - Update Stage 11

Die Zusammenfassung von Etappe 11 vom offiziellen YouTube Kanal der Rallye, fasst das wichtigste des Tages nochmal in 5 Minuten zusammen:

© YouTube Dakar Channel

Nach heftigen Regenfällen zum Anfang der Rallye Dakar, brachte heute das Wetter den Zeitplan erneut durcheinander. Wegen schwerer Gewitter konnte die Stage 10 (Teil 2 der zweiten Marathonetappe) erst verspätet starten. Damit die Top Fahrer alle die gleiche Chance hatten, vor der Dunkelheit in La Rioja (ARG) anzukommen, starteten Top 10 in der Auto-, Bike- und Quad-Klasse gleichzeitig. Zudem durften die 5 besten Trucker in Belen zur gleichen Zeit losfahren, was die Strecke füllte wie Paris zur Rushhour, aber sicher die Spannung für alle erhöhte.

Die Special Stage heute hatte wieder einen speziellen Leckerbissen aus Dünen und Sand für die Teilnehmer parat. Es ging fast ausschließlich durch Off-Piste Gelände, wobi die Etappe zudem die längste Dünensektion der Dakar beinhaltete, was die Navigation erneut sehr schwierig machte. Zudem gab es in dem unwegsamen Gelände genug Möglichkeiten Reifen oder gleich das ganze Gefährt zu zerstören.

Peugeot Total Werksfahrer Stephane Peterhansel fährt die schnellste Pace von Belem nach La Rioja (ARG).
Peterhansel ist der Schnellste auf Etappe 10 © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Autos: Peterhansel gewinnt während Sainz strandet 

Es war ein Tag zwischen Jubel und Tränen für das Team Peugeot Total Team. Ihr Frontrunner Stephane Peterhansel fährt die schnellste Zeit, erobert die Gesamtführung von Carlos Sainz zurück, während dieser eine fatalen Crash für seinen Peugeot fabriziert und wohl alle Hoffnungen auf den Gesamtsieg begraben muss. Cyril Despres ließ es ruhiger angehen und fuhr konzentriert auf Platz 6.

Peterhansel kam am besten beim Massenstart weg und setzte sich gleich vom Rest ab. Despres war bis Kilometer 213 gut unterwegs und hinter dem bis Dato Führenden Sainz, als er diesen gestrandet in der Wüste fand. Am Ende fehlten Despres nur 5 Minuten auf Peterhansel. Despes fährt dank der guten Navigationsleistung von seinem Partner David Castera (FRA) auf Zwei und er positionert sich dadurch im Klassement auf Platz 6. WRC Rekord-Champion Seb Loeb kommt auf seiner ersten Dakar, nach ein paar wirklich unterirdischen Tagen wieder in Fahrt und er schließt die heutigen Top 5 Gruppe.

Obwohl Mr. Dakar die Etappe heute für sich entscheiden konnte, lief es für ihn nicht fehlerfrei. Er hatte am Anfang Navigationsprobleme und nach einer Reifenpanne saßen ihm neben Despres auch  Vladimir Vasilyev (3. Platz) und Nani Roma (4.Platz) im Nacken.

Gesamtwertung nach Etappe 10
1. Stéphane Peterhansel (FRA), Peugeot, 32st 44m 59s
2. Nasser Al-Attiyah (QAT), Mini, +1h
3. Giniel de Villiers (RSA), Toyota, +1h 12m 31s

KTM Werksfahrer Antoine Méo ist unterwegs im Nichts aus Sand auf der Etappe 10 von Belen nach La Rioja (ARG)
Antoine Méo unterwegs im Nichts aus Sand © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Bikes: Svitko fährt zum ersten Tagessieg 

Stefan Svitko hat es nach zahlreichen Top Platzierungen endlich geschafft den Tagessieg auf sein Konto zu buchen. Durch den heutigen Sieg kann der Slovake zum Führenden Tobi Price aufschließen. Price, welcher heute Dritter wurde hat aber immer noch ein gutes Polster von 23 Minuten und er musste sich heute auch dem Amerikaner Kevin Benavides geschlagen geben, welcher gute 3 Minuten schneller war als der Australier.

Paulo Gonçalves wird wohl eine kurze Nacht gehabt haben und ein wenig mit seinem zerstörten Kühler gekämpft haben. Da auf Marathon-Etappen keine Hilfe zwischen den zwei Etappen von den Mechanikern erlaubt ist, musste er sich im Park Ferme auf seine eigenen Fähigkeiten verlassen, die Honda wieder fit zu bekommen. Das gelang dem Portugiesen und ein 4. Platz heute zeichnet den Biker wirklich aus.

Hinter Gonçalves reihte sich Antoine Méo ein und verbucht ein weiteres Top 5 Ergebnis, was ihm die Position 5 im Klassement weiter sichert.

Gesamtwertung nach Etappe 10
1. Toby Price (AUS), KTM, 34st 49m 4s
2. Stefan Svitko (SVK), KTM, +23m 12s
3. Pablo Quintanilla (CHI), Husqvarna, +42m 49s

Der Matador Carlos Sainz unterwegs im Peugeot zum Etappensieg
Der Matador Carlos Sainz unterwegs zum Etappensieg © DPPI/Red Bull Content Pool

Quads: Baragwanath siegt, aber die Patronellis scheinen uneinholbar

Brian Baragwanath hat heute einen weiteren Etappensieg einfahren können, seinen Abstand auf das Spitzenduo verkürzen können, aber ihm fehlen auf die argentinischen Patronelli Brüder immer noch 1 Stunde und 42 Minuten. Marcos Patronelli rauschte auch nur 42 Sekunden hinter dem Südafrikaner über die Ziellinie und sein Bruder Alejandro folgte kurz darauf.

Obwohl keiner der Patronelli´s ganz oben auf dem Podium stand, sind beide weiter auf Erfolgskurs. Marcos führt das Duo aktuell in der Gesamtwertung an. Beide ATV Asse haben aktuell gute 1,5 Stunden Vorsprung auf den Dritten im Klassement. Jeremias Gonzalez, ebenfalls aus Argentinien, muss fehlerfrei bleiben um überhaupt eine Chance zu haben die beiden bis zum Ziel in Rosario noch einzuholen.

Gesamtwertung nach Etappe 10
1. Marcos Patronelli (ARG), Yamaha, 43st 23m 21s
2. Alejandro Patronelli (ARG), Yamaha, +1m 32s
3. Jeremias Gonzalez Ferioli (ARG), Yamaha +1h 34m 54s

Die Herausforderungen der Privatfahrer

Die Dakar als Privatfahrer zu bestreiten ist ein mehr als schwieriges und vorallem kostspieliges Unterfangen. Es braucht eine Menge Vorbereitung und auch wenn sehr viel Budget vorhanden ist, kann es niemals an die nahtlose Infrastruktur der Werksteams heranreichen. Neben Geld, brauchen die Privaten aber auch viel Zeit und Mut das letzte richtige Abenteuer auf diesem Planeten zu bestreiten. Jürgen van den Goorbergh hat keine Angst sich den Herausforderungen zu stellen.

Der Holländer, welcher eine Karriere in der MotoGP Weltmeisterschaft (1991 - 2005) hinter sich hat, bestritt die Dakar bereits als Biker, Solo Autofahrer und Navigator bei den Trucks. In diesem Jahr ist er wieder auf 2-Rädern unterwegs und versucht mit seiner KTM Rally 450 die Bikerklasse aufzumischen, soweit dies ohne Supportcrew möglich ist. Da van den Goorenbergh das komplette Team und der Fahrer in einer Person ist, kennt er sich wohl besser mit seiner KTM aus, als die Jungs vom Werkteam. In diesem Clip erklärt er sein Gefährt.

Trucks: De Baar gewinnt aber De Rooy beherrscht weiter die Klasse

Pascal de Baar hat es als erster Renault Truck geschafft, auf der Dakar 2016, einen Tagessieg zu erfahren. Der seit Tagen Gesamtführende Gerard de Rooy bleibt aber weiter dran und schafft es seinen Abstand zu den Verfolgern weiter zu vergrößern. Der Holländer war auf dem Weg nach La Roija auch nur gute 2 Minuten langsamer als der Sieger. Ayrat Mardeev hingegen kommt 26 Minuten später an, bringt KAMAZ Master, aber erneut auf´s Treppchen.

Weniger gut erging es KAMAZ Teamkollege Eduard Nikolaev – vor dem Start der Etappe 10 noch Zweiter im Klassement – welcher De Rooy mit einer maximalen Pace attakierte. Die Rechnung für den Russen schien bis über die Hälfte der Special Stage aufzugehen, aber wer stetig mit Risiko unterwegs ist, wird meistens auf der Dakar bestraft. Nikolaev ist da keine Ausnahme und er legte seinen KAMAZ auf die Seite, was ihm den Tag verhagelte. Der 15. Platz heute wirft ihn 7. Plätze im Klassement zurück, wobei es unwahrscheinlich ist, das der Ex-Champ mit fast 4 Stunden Rückstand, sich auf den letzten drei Etappen von diesem Fehler erholen wird. 

Gesamtwertung nach Etappe 10
1. Gerard de Rooy (NED), IVECO, 33st 25m 3s
2. Ayrat Mardeev (RUS), KAMAZ, +1h 15m 19s
3. Federico Villagra (ARG), IVECO, +1h 32m 47s

KAMAZ Master LKW Fahrer Andrey Karginov fuhr auf Etappe 10 eine strenge Pace, kam aber nicht über Platz 16 hinaus
Karginov powered den Kamaz durch den Sand © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Der Tag aus Sicht der Teilnehmer

“Wir hatten einen fürchterlichen Start in die heutige Special. Auf Kilometer 32 haben wir uns verfahren und sind circa 15 Minuten rumgeirrt. Ich bin ein wenig ausgerastet, weil ich davon ausging, das nun alles im Eimer war."

Wir haben heute einige Risiken auf uns nehmen müssen und haben die komplette Stage sehr hart gepusht, weil wir wissen das der Tag heute eine Schlüsseletappe zum Sieg ist.

"Als wir gegen Ende noch einen Platten hatten, bin ich komplett ausgerastet. Was ich in diesen Momenten nicht erkannte war, das wir - wenn es lief - wirklich schnell unterwegs waren. Wir konnten trotz dieser Downer heute im Klassement richtig Zeit gut machen."

- Stephane Peterhansel

"Das war heute eine wichtige Etappe. Ich habe es etwas ruhiger angehen lassen, weil das Bike gestern bei der Hitze einige Probleme hatte. Mein Fokus lag heute nicht auf der Pace, sondern auf der Navigation, welche ziemlich kompliziert war. Mit dem aktuellen Vorsprung kann ich defensiver fahren. Ich habe aktuell nicht soviel Druck voll auf dem Gas zu hängen um Zeit reinzufahren.

Obwohl es genau so gelaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe, kann immer noch alles passieren!

- Toby Price

"Auch wir hatten heute auf Kilometer 10 einen Überschlag und es hat ganz schön Zeit gekostet den Mini wieder auf die Räder zu bekommen. Wir mussten heute Risiken eingehen und attakieren... Nach dem Crash war das natürlich schwer und ein weiterer Fehler wäre fatal gewesen."

Trotz allem bin ich glücklich, weil unsere Zeit heute uns in der Gesamtwertung auf Platz 2 gebracht hat. Nun heißt es diese Position zu verteidigen.

 

Tweet des Tages

Das Team Peugeot Total war sicher nicht glücklich diesen Tweet ins Netz zu stellen, aber die Dakar ist eben die Dakar. Carlos Sainz hat einen dicken Stein erwischt und seinen 2008 DKR16 demoliert.

© YouTube Dakar Channel

Etappe 9 bedeute eine Rundfahrt in Belen (ARG) für die noch verbliebenen Teilnehmer in brütender Hitze. Wegen der hohen Temperaturen entschloss sich die Rennleitung auf Sicherheit zu spielen und verkürzte die heutige Special Stage. Die unberechenbaren Dünen und die extreme Hitze brachten sowohl Fahrer als auch das Organisationsteam an ihre Grenzen. Viele Teilnehmer hatten zudem ein Problem die komplizierte Navigation auf diesem Abschnitt zu meistern.

Hier nun die News des Tages unterteilt nach Klassen und ein paar wichtige Fakten, Extra Stories und Videos zur Rallye Dakar 2016:

Dakar 2016 | Red Bull | Peugeot Total | Carlos Sainz bringt den 2008 DKR ans Limit & siegt
Sainz bringt den 2008 DKR ans Limit & siegt © DPPI / Red Bull Content Pool

Autos: Sainz gewinnt die Etappe 9 & übernimmt die Führung

Für Carlos Sainz, welcher denkbar schlecht in die Dakar 2016 gestartet war, läuft gerade Alles richtig gut. Der Spanier war heute auf der gekürzten Etappe Tagesschnellster und übernimmt dadurch die Führung bei den Autos. Gestern war der Matador mit 12 Sekunden Rückstand schon denkbar knapp am Tagessieg vorbeigefahren. Heute legte er nach, gewann wieder eine Etappe und verdrängt seinen Team Kollgegen Peterhansel von der Spitze der Wertung. Aktuell liegt der Peugeot von Sainz gute 7 Minuten vor dem 2008 DKR16 von Mr. Dakar.

Überraschend belegten Erik van Loon und Mikko Hirvonen - beide im MINI - die weiteren Podiumsplätze und auch der Titelverteitiger Al-Attiyah kam vor den Peugeot´s von Peterhansel, Despres und Loeb in Ziel.

Sébastien Loeb hatte nach seinem Überschlag gestern, heute einen weiteren heftigen Tag auf der Rallye. Der tiefe Sand machte dem WRC Rekordweltmeister zu schaffen. Er grub sich ein paarmal ungünstig ein und verlor sehr viel Zeit beim schaufeln. Enttäuscht erreichte Seb eine Stunde nach Sainz das Ziel, was bedeutet das ihn aktuell ganze 2 Stunden von der Top Position trennen.

Gesamtwertung nach Etappe 9
1. Carlos Sainz (ESP), Peugeot, 28st 39m 24s
2. Stéphane Peterhansel (FRA), Peugeot, +7m 3s
3. Nasser Al-Attiyah (QAT), Mini, +14m 38s

So schiesst man das perfekte Dakar Photo

Marcelo Maragni ist seit 2009 auf der Dakar dabei und hat auf der Rallye schon so einiges erlebt. Schaut euch den Artikel über ihn an und wie es für einen Photographen auf der Dakar auch laufen kann. Risikofreier als für die Teilnehmer ist das Abenteuer für den Brasilianer - trotz Erfahrung - auch nicht!

KTM Werksfahrer Toby Price scheint Dünen zu mögen und gewinnte Etappe 9 ebenfalls
KTM Werksfahrer Toby Price scheint Dünen zu mögen © DPPI / Red Bull Content Pool

Bikes: Price rockt zum nächsten Tagessieg

Der aktuell Führende bei den Bikern stellt heute erneut seine Klasse unter Beweis und fährt den zweiten Tagessieg in Folge ein.

Der Australier Toby Price war heute als erster auf der Special unterwegs und drehte von den ersten Metern sofort am Gas. Beim ersten Checkpoint lag er bereits 3 Minuten vor seinen Verfolgern. Als er das nächste Mal stoppen musste, hatte er seinen Vorsprung schon verdoppelt und Price blieb bis zum Ziel in dem Rhytmus dieser Pace.

Sein Verfolger Ricky Brabec hatte in dem anspruchsvollen Gelände keine Chance, der US Rookie war gute 12 Minuten langsamer als das KTM Ass. Nach dem Amerikaner kam mit Meo ein weiterer Rookie in die Top 3. Stefan Svitko folgte kurz darauf und verpasste das Podium nur knapp, bleibt im Klassement aber auf 2 hinter Price.

Paulo Gonçalves zerschoss sich nach gestern erneut den Kühler seines Bikes, hatte einen weiteren Tag voller Frustration, schafft es aber trotz allem Ärger ins Ziel, da die Probleme an dem Checkpoint auftraten, welcher das vorzeitige Ende der Special bedeutete.

Pablo Quintanella steht nun im Klassement auf Drei, durch seinen heutigen Platz 7. Antoine Meo legt einen weiteren soliden Run mit Platz 3 hin und ist nun in den Top 5 bei den Bikern nach Etappe 9.

Gesamtwertung nach Etappe 9
1. Toby Price (AUS), KTM, 30st 55m 54s
2. Stefan Svitko (SVK), KTM, +28m 59s
3. Paulo Gonçalves (POR), +34m 01s

KTM´s Toby Price führt die Motorradklasse bei der Dakar 2016 nach Etappe 9 an
KTM´s Toby Price führt die Motorradklasse an © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Die Höhe der Anden: Was heißt das für die Teilnehmer?

Auf Etappe 5 hat die Dakar ihren eigenen Höhenrekord gebrochen und das erste mal 4.600m überschritten. Die Stage startete bereits auf 3.500m und die gesamte Route verließ nie diese schwindeligen Höhen. Das englische Magazine Coach produzierte eine Story, welche sich mit den Auswirkungen der körperlichen Anstrengung in Kombination mit diesen Höhen befasst. Hier geht es zum englischen Artikel, falls Ihr Intresse habt und es sprachlich kein Problem ist.

Sport auf einer Höhe von 4.600m bringt den Körper innerlich zum kochen. Der Blutdruck erhöht sich um den Sauerstoff gehalt zu erhöhen - welcher in dieser Höhe geringer ist - damit Herz, Lunge und Gehirn weiter gut versorgt werden. Kopfschmerzen sind die Folge da der Körper mehr Blut pumpt um klar zu kommen. Das Endstadium ist dann die gefürchtete Höhenkrankheit.

Wie extrem das ganze ist, haben die Leute von Peugeot Sport etwas scherzhaft in Ihrem Tweet vor der Etappe gezeigt, als sie ein Photo von den Sauerstoffvorräten für das Team ins Auto geladen hatten. Für dieses Jahr ist die Höhenparty auf der Dakar zwar vorbei aber bis zur Etappe 10 ist das Feld stetig auf einer Höhe von immerhin 1.000 - 2.000 Metern unterwegs. Wer fit ist, hat bei der Dakar allein durch die Höhe einen richtigen Vorteil.

Ein weiterer Nachteil in der Höhe ist der erhöhte Wasserverbrauch des Körpers. Auf 1.800m braucht der Körper im Schnitt doppelt soviel Wasser wie auf Normal Null oder anders gesagt: Am Strand. Das Risiko zu dehydrieren ist dementsprechend groß.

Trotz alledem geben die Teilnehmer alles und liefern hartes Racing, als ob es die Höhe überhaupt nicht gäbe. Hier die beste Action von Etappe 5 - 8  in einem spektakulären Video:

Quads: Die Patronelli Show läuft weiter aber Copetti gewinnt

Pablo Copetti konnte heute die Quad-Klasse für sich entscheiden, aber die beiden Patronelli Brüder fahren wieder auf´s Podium und behaupten damit ihre Positionen vom Vortag in der Gesamtwertung. Insgesamt trennten die drei Schnellsten ATV Fahrer nur 90 Sekunden auf der gekürzten Special Stage. Alejandro Patronelli profitierte davon und konnte das Gap zu seinem Bruder Marcos auf 44 Sekunden reduzieren. Beide liegen aktuell nun 44 Minuten vor der Nummer 3 Alexis Hernandez.

Gesamtwertung nach Etappe 9
1. Marcos Patronelli (ARG), Yamaha, 38st 29m 22s
2. Alejandro Patronelli (ARG), Yamaha, + 44s
3. Alexis Hernandez (PER), Yamaha +44m 12s 

Dakar 2016 | Red Bull | Peugeot Total | Das Bivouac in Belen (ARG) aus Vogelperspektive
Das Camp bei der Dakar von Oben © DPPI / Red Bull Content Pool

Trucks: De Rooy gefällt der Top Spot auf dem Podium

Gerard de Rooy hatte heute eine relative entspannte Fahrt und er konnte - als erster auf der Special Stage - befreit Gas geben. Der Holländer holte nach dem Sieg gestern seinen 2. Tagessieg in Folge und baute seine Führung auf gute 30 Minuten aus.

Mit Ton van Genugten fuhr heute ein weiterer Holländer im IVECO auf´s Podium und Andrey Karginov hielt mit seinem dritten Platz heute die Flagge für KAMAZ Master oben. Sein Teamkollege Eduard Nikolaev war nicht ganz so fix, fuhr aber einen guten 5. Platz hinter Villagra ein und liegt aktuell im Klassement hinter De Roy.

Gesamtwertung nach Etappe 9
1. Gerard de Rooy (NED), IVECO, 28st 30m 46s
2. Eduard Nikolaev (RUS), KAMAZ, +27m 12s
3. Federico Villagra (ARG), IVECO, +41m 24s

Tweet des Tages

Paulo Gonçalves hatte am Montag eine recht heftige Etappe 8 inklusive einem fetten Crash. Das Bike hatte einiges abbekommen und Paulo wohl auch, aber den Fact ignorierte der Portugiese komplett und er setzte seine Fahrt unbeeindruckt fort.

Damit Ihr vor dem nächsten Rennbericht noch die Gelegenheit habt eurer Dakar Wissen zu vertiefen, haben wir 6 Fakten zusammengestellt die sicher neu für euch sind. Einfach auf den Artikel klicken und Ihr erfahrt mehr.

MINI Pilot Nasser Al-Attiyah fährt auf Etappe 8 nach Belen (ARG) die schnellste Zeit und holt den zweiten Tagessieg auf der Rally Dakar 2016
Nasser Al-Attiyah auf dem Weg zum Tagessieg © Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Der Ruhetag am Sonntag in Salta (ARG) ist für alle Teilnehmer eine gute Gelegenheit - nach 7 Tagen Non-Stop auf der Rallye - die Knochen zu entspannen und das Material richtig zu warten. Am Montag ging es aber dann gnadenlos auf Etappe 8 weiter.

Die Route für die Teilnehmer, welche noch im Rennen sind, führte von Salta nach Belen (ARG) und leutete den zweiten Teil der härtesten Rallye der Welt ein. Die ersten Sanddünen brachten die Teilnehmer nach der Pause zurück in die beinharte Realität der Dakar. Wie immer ist die Navigation im tiefen Sand eine besondere Herausforderung, da die Fahrer auf diesen Abschnitten sich nicht an Spuren der anderen Teilnehmer orientieren können.

Die Fans: Der wahre Geist der Dakar

Eines der Besonderheiten der Dakar ist die Nähe der Fans zum Renngeschehen. An der Strecken rauchen die Autos, Motorräder, Quads und LKW´s teilweise nur wenige Meter an den Gruppen der Fans vorbei. Am Start und im Ziel sind die Fans hautnah dabei und haben eine realistische Chance mit ihren Helden ein Selfie oder ein Autogramm zu ergattern. In vielen Fällen sind die Fans am Wegesrand aber auch für die Teilnehmer eine große Hilfe ihr Vehicle wieder in Fahrt zu bekommen.

Hier eine Auswahl von Fan Bildern, welche den Spirit der Rallye auf den Punkt bringen:

Eine Tour am Abschleppseil des Sweeper Trucks

Aber auch die Hilfe von dem Team der Sweeper Trucks ist für viele Teilnehmer überlebenswichtig, dennoch geht es nicht immer angenehm für den Abgeschleppten vorwärts, wie man auf dem Video unten sehen kann. Tom Coronel musste auf dem Weg zurück ins Camp einiges an Dreck fressen, da sein ATV keine Windschutzscheibe besitzt. Auch der niederländische TV Kommentator musste nach einem Motorschaden bereits vorzeitig aufgeben.

Autos: Al-Attiyah gewinnt während Loeb sich überschlägt

Nasser Al-Attiyah fährt auf Etappe 8 den zweiten Tagessieg für MINI ein und beweist damit, das die Macht der Peugeot zu brechen ist. In einem atemberauhbenden Finish, schafft es der Titelverteidiger die Special Stage nach Belen als Schnellster - vor Carlos Sainz - hinter sich zu bringen. Nur 12 Sekunden trennen die ehemaligen VW Team-Kollegen. Seb Loeb muss durch einen Fehler in den Dünen und einen Überschlag 11km vor dem Ziel die Gesamtführung abgeben. Der Franzose schaffte es aber den Peugeot 2008 DKR16 mit seinem Co-Piloten Daniel Elena nach einer guten Stunde zu reparieren und die beiden erreichen, komplett erschöfft, das Ziel als Auto 33. Durch dieses Ergebnis stürzt der Dominator Loeb auf Platz 8 ab und hat nun eine harte Aufholjagt vor sich.

Stéphane Peterhansel  - ebenfalls Peugeot - bedankt sich und übernimmt die Gesamtführung von seinem Team Kollegen durch seinen dritten Platz auf Etappe 8. Auch ihn trennten nur 31 Sekunden vom siegreichen Al-Attiyah. Cyril Despres hatte heute auch wieder einen guten Tag und er reiht sich hinter Peterhansel auf Platz 4 ein. Das gute Ergebnis befördert ihn auf Platz 14 des Klassements nach Etappe 8.

Mit Mikko Hirvonen bleibt ein weiterer Rookie in schlagreichweite zum Spitzenfeld. Der Finne fährt auf Platz 5 in Belen ein und liegt dadurch nun auf Platz 4 im Klassement, hinter den Peugeot´s und dem MINI vom Titelverteidiger.

Gesamtwertung nach Etappe 8
1. Stéphane Peterhansel (FRA), Peugeot, 26st 1m 44s
2. Carlos Sainz (ESP), Peugeot, +2m 9s
3. Nasser Al-Attiyah (QAT), Mini, +14m 43s

Team Peugeot Total's Sebastien Loeb hatte auf Stage 8 der Dakar Rally 2016 einen üblen Überschlag
Seb Loeb´s Peugeot nach dem Überschlag © DPPI / Red Bull Content Pool
Mini X-Raid Fahrer Nasser Al-Attiyah gibt auf Etappe 8 der Rally Dakar 2016 alles. Auf der Special Stage nach Belen (ARG) fährt er die schnellste Zeit.
Nasser Al-Attiyah übernahm das Ruder auf Etappe 8 © Marcelo Maragni/Red Bull Content Pool
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