Supercross: Verbringe einen Renntag mit Ken Roczen

Einer der besten SX-Rider der Welt zeigt dir, was hinter den Kulissen eines Renntages abgeht.
RCH Suzuki rider Ken Roczen of Germany sprays champagne from on the podium of an AMA Motocross Championship race
Ein Renntag mit Roczen endet meist mit Champagner. © Garth Milan/Red Bull Content Pool
Von Aaron Hansel

Wenn du nicht gerade unter einem alten, ausgefahrenen Dunlop-Reifensatz lebst, weißt du bestimmt, dass Ken Roczeneiner der talentiertesten Racer der Welt ist. Wie seine alltägliche Routine an einem AMA Supercross Rennwochenende aussieht, weißt du aber mit ziemlicher Sicherheit nicht. Mit uns findest du es heraus.

Der Mann des kleinen Gepäcks

In Sachen Gepäck für ein Rennwochenende ist Roczen Minimalist. „Ich nehme eigentlich nur einen Rucksack, mein IPad, und vielleicht eine Garnitur zusätzliche Unterwäsche mit, das war’s dann aber auch“, erzählt uns Roczen.

Der Grund? Sein motorisiertes vorübergehendes Zuhause wird ihm an jedem einzelnen Renn-Spot bereitgestellt und ist mit allem, was er über das Wochenende brauchen könnte, ausgestattet. Ausgenommen seiner Rennklamotten natürlich – neue, frisch gewaschene Fox-Rennkleidung wird ihm vor jedem Rennen direkt an die Box geliefert.

Germany's Ken Roczen prepares for an AMA Supercross Championship race in the huge RCH Suzuki team truck
Wer braucht schon viel Gepäck? © Garth Milan/Red Bull Content Pool

Gemütliche Freitage

Üblicherweise kommt Roczen an einem Freitag am jeweiligen Austragungsort an, wo er sich dann aufmacht, Fans zu treffen und Autogramme zu geben – etwas, das wohl so ziemlich alle Profirennfahrer über die meiste Zeit eines Wochenendes machen.

Von dort geht es dann direkt ins mobile Heim, wo er sich Abendessen zubereitet und gemütlich fernsieht, bevor das Bett ruft.

Routine am Renntag

Suzuki rider Ken Roczen of Germany competing during a round of the 2016 AMA Supercross Championship
Volle Breitseite an Style für das Publikum © Garth Milan/Red Bull Content Pool

Sich schon am Morgen gestresst zu fühlen, ist etwas, das Roczen gar nicht ausstehen kann. Um genau das zu vermeiden, klingelt der Wecker bei ihm bereits ziemlich früh am Morgen.

Ich bin nicht der Typ, der aufwacht und sofort damit beginnt, irgendetwas zu machen. Ich mag es, etwas früher aufzuwachen, als ich müsste. So habe ich Zeit dafür, einfach nichts zu tun.

Ken Roczen

„Ich trinke Kaffee und nehme mir eine gute Stunde oder so, die ich damit verbringe, einfach abzuhängen.“ Erst danach beginnt der Tag so richtig. Nach einem 30-minütigem Track-Walk erledigt Roczen seine regelmäßige Aufwärmroutine, um gut auf die Nachmittagstrainings und Qualifying-Sessions vorbereitet zu sein.

„Ich mag es, meine Muskeln anzuheizen und meinen Körper in Schwung zu bringen, damit ich den Schock vermeide, wenn das Training ansteht.“

Die Night-Show

 

Suzuki factory rider Ken Roczen rides out to greet the fans during opening ceremonies of an AMA Supercross round
Imposante Begrüßung zum Start der Night-Show © Garth Milan/Red Bull Content Pool

Nachdem die Hektik des Qualifyings vorbei ist und die Fans die Box verlassen, genehmigt sich Roczen ein Abendessen und macht sich bereit für die schönste Zeit des Tages.

„Ich liebe die Night-Show. Das Coole an Eröffnungszeremonien ist, dass du dir jeden Song aussuchen darfst, den du möchtest und den spielen sie dann bei deiner Vorstellung. Das Beste ist, wenn du dann rausfährst und das Publikum siehst. Die Fans machen den ganzen Sport so besonders und wir hatten richtig fettes Publikum dieses Jahr.“

„Auf der Strecke kann es dann aber richtig schwierig werden. Es ist dunkel und das Scheinwerferlicht ist nur auf dich gerichtet. Das macht die Sicht nicht wirklich besser. Da musst du dann einfach versuchen, nach Gefühl zu fahren und es durchziehen, wenn du Triples erwischt!“

Anstandsmäßige Verabschiedung

Ken Roczen sprays champagne during podium ceremonies at an AMA Supercross race
Anstandsmäßiger Abschied © Garth Milan/Red Bull Content Pool

Wenn alles gut läuft, findet sich Roczen nach dem Rennen auf dem Podium wieder – mit einer Flasche Champagner in seiner Hand. Während es sich eingebürgert hat, seine Konkurrenz vollzuspritzen, verkneift es sich Roczen, ganz der Gentleman, aus Respekt und Rücksicht gegenüber seinen Kollegen, Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

„Wir sind ja bereits total eingeweicht vom ganzen Schweiß und meistens haben wir einen relativ weiten Weg vom Podium zurück zum Truck. Da möchtest du nicht wirklich frieren und es riskieren, krank zu werden. Deshalb vermeide ich es, einen anderen mit Champagner zu übergießen oder ihn ihm direkt ins Gesicht zu schütten. Ich spritze einfach in die Luft.“

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