Hier gibt’s das beste Nachtleben der Schweiz!

Die Swiss Nightlife Awards setzen dem Besten die Krone auf. Hier sind die Macher im Interview.
Verleihung des Swiss Nightlife Awards
Verleihung des Swiss Nightlife Awards © usgang.ch
Von Zoe Venakis & Thierry Kuhn

Wie sind die Swiss Nightlife Awards eigentlich entstanden?

Guri Akyol: Entstanden ist das Ganze mit der Zusammenarbeit des 10-jährigen Jubiläums von usgang.ch. Die Idee, einen Preis fürs Nachtleben zu machen, war damals bei usgang.ch schon länger vorhanden. Beim Jubiläum dachten wir dann: Geil, jetzt können wir etwas richtig Grosses machen. Also haben wir den Launch der Swiss Nightlife Awards am 10-jährigen Jubiläum von usgang.ch gemacht. Wir konnten damals Deadmau5 zum ersten Mal in die Schweiz holen. Das war die Geburtsstunde.


Mal ehrlich: Wieso braucht es das Ganze?

Oli Diggelmann: Guri und ich sind – neben vielen anderen im Nachtleben – mit viel Leidenschaft bei der Sache. Im 2010 haben wir das zum ersten Mal versucht und sind auf gute Resonanz gestossen. Auch wenn wir kämpfen mussten, einige auch sehr skeptisch waren, so haben sich die SNAs mittlerweile doch etabliert und sind zum Anlass geworden, an dem sich das ganze Nachtleben trifft. Und das ist der Punkt! Es geht nicht primär ums Gewinnen, sondern darum, das Nachtleben zusammen zu bringen.

Guri: Bis dahin hat jeder in seinem Gärtchen gearbeitet. Es hiess immer: Die anderen interessieren mich nicht. Wir können behaupten, dass wir mit den Swiss Nightlife Awards eine Plattform bieten, die auch genutzt wird. Man tauscht sich aus und es entstehen neue Kollaborationen, die man sich vorher nie hätte vorstellen können. Zudem entsteht ein Feeling, bei dem sich die ganze Nighlife-Szene als eine grosse Familie sieht. Das ist wundervoll.

Guri und Oli - die Macher der SNA.
Guri und Oli - die Macher der SNA. © usgang.ch

Wer profitiert am meisten vom Anlass?

Oli: Die Branche an sich.

Guri: Total. Ausserdem haben wir es aber auch geschafft, das Thema Nachtleben nach aussen zu tragen. Unser Anlass wird mehrheitlich positiv aufgenommen und bietet somit einen Mehrwert für die ganze Szene. Bis vor zehn Jahren galt unsere Branche als schmuddelig, in der Party, Alkohol und Drogen zentral waren. Es gab auch nicht wirklich eine Lobby, wie man sie heute hat. Dies sieht man auch an den verschiedenen Bar und Club Kommissionen oder Gastroverbänden, die in den letzten Jahren entstanden sind.

Verleihung des Swiss Nightlife Awards
Verleihung des Swiss Nightlife Awards

Welche Hürden musstet ihr nehmen, um am heutigen Punkt anzukommen?

Guri: Die Wirtschaftlichkeit des Anlasses!

Oli: Genau. Man hat den Eindruck, dass man mit einem solchen Anlass Geld verdienen würde. Dem ist nicht so. Im Gegenteil, es ist jedes Jahr eine Herausforderung, kostendeckend arbeiten zu können. Aber die Entwicklung der letzten Jahre zeigt uns hier, dass wir auf dem richtigen Weg sind. An dieser Stelle möchten wir auch den Partnern danken, die uns mehrheitlich seit dem ersten Jahr begleiten – ohne sie wäre der Anlass nicht möglich.


Was hat euch 2016 im Nachtleben positiv überrascht?

Guri: Mir persönlich ist aufgefallen, dass sehr viele Schweizer DJs international durchgestartet sind. Früher hattest du drei bis vier DJs, die teilweise im Ausland aufgelegt haben. Im 2016 hatte ich das Gefühl, dass die Schweiz eine grosse Masse an Künstlern in die Welt hinausgeschickt hat. Die Qualität unserer nationalen Künstler hat mich jedenfalls beeindruckt.

Oli: Angemerkt sei: Ich finde die Schweiz zwar sehr spannend, aber gehe gerne auch im Ausland feiern, um zu vergleichen. Dabei achte ich beispielsweise auf Programmation, Deko, Bartending oder Innovation. Und: Grundsätzlich kann man sagen, dass die Schweiz auf einem sehr hohen Niveau angelangt ist!

Verleihung des Swiss Nightlife Awards
Verleihung des Swiss Nightlife Awards © usgang.ch

Die besten SNA-Anekdoten?

Oli: Eindrücklich war sicher die erste Party mit Deadmau5. Er ist total ausgeflippt wegen dem Catering und hat zig Fotos davon geschossen und auf seinen Social-Media-Kanälen gepostet. Ich erinnere mich auch noch an das Bühnenbild von Boris Hilton vom SNA 2013. Es war die erste Durchführung im Komplex 457. Boris hatte ein fünf Meter hohes Kachel-Bühnenbild gebaut mithilfe von Plänen, die uns das Komplex 457 gegeben hatte. Am Abend vor dem Anlass haben wir dann gemerkt, dass die Pläne nicht stimmten und das Bühnenbild viel zu hoch geraten war. Wir haben dort wirklich Blut geschwitzt und Boris musste eine Nachtschicht einlegen, um das gesamte Bühnenbild rechtzeitig fertigzustellen. Ein andermal tüftelten wir wenige Minuten vor Türöffnung noch an der Tischordnung herum, ich mit starkem Fieber. Mal schauen, was dieses Jahr auf uns zukommt – die Geschichten gehen jedenfalls niemals aus.

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