Warum du sofort in die Berge ziehen solltest

Von der Stadt in die Berge ziehen? Gute Idee! Hier 10 Gründe, warum das so ist.
Tausche Skyline gegen Bergpanorama.
Tausche Skyline gegen Bergpanorama. Sticht. © Jan Kasl / Red Bull Content Pool
Von Bernd Bliemel

Jeder wintersportelnde Großstädter auf diesem Planeten hat wohl schon mal mit dem Gedanken gespielt, in die Berge zu ziehen, um seiner Leidenschaft besser nachgehen zu können. Aber ist das wirklich eine gute Idee? Ja, definitiv! Hier sind 10 Gründe warum.

1. Du wirst ein echter Local

Wenn du in den Bergen wohnst, kannst du dich endlich als Einheimischer bezeichnen. Und das bringt jede Menge Vorteile mit sich. Du wirst wissen, wo der beste Powder liegt, wenn es mal gedumpt hat und wo es noch frische Lines gibt, wenn alles andere schon zerfahren ist. Dein Gebiet wirst du wie deine Westentasche kennen. Du wirst dir mögliche Runs im Sommer beim Wandern ansehen und sie im Winter hinunterheizen. Was gibt es befriedigenderes? Du wirst das Liftpersonal beim Namen kennen und auf deiner Stammhütte stellt dir deine Lieblingskellnerin den Kaiserschmarrn schon ungefragt hin, weil du ja eh nichts anderes isst und sie das weiß. Außerdem kannst endlich ruhigen Gewissens über die Touri-Preissn herziehen. Schließlich bist du ja von hier … wenn auch nur in erster Generation.

Nadine Wallner in Sölden … quasi ein Local.
Nadine Wallner in Sölden … quasi ein Local. © Christoph Schöch/Red Bull Content Pool

2. Du wirst besser

Es ist eine einfache Rechnung: Je öfter man einen Sport betreibt, desto mehr Fortschritte macht man darin. Und wenn man das Skigebiet vor der Haustüre hat, geht man auch öfter… und wenn es nur zwei Stunden nachmittags sind. Hinzu kommt, dass, wenn man das Gelände gut kennt, indem man sich bewegt, automatisch sicherer wird. Und wer sich sicher ist, bei dem was er macht, wird in der Folge auch besser. Man traut sich bei einem Cliffdrop einfach mehr, wenn man weiß, dass in der Landung mindestens zwei Meter Schnee liegen. Wer also Bergsport ernsthaft betreiben möchte, sollte auch in den Bergen wohnen.


3. Niedrigere Mieten

Die Mietkosten steigen in praktisch allen deutschen Großstädten; Mietpreisbremse hin oder her. Das wird wohl noch eine Zeit so bleiben. Man könnte jetzt anführen, dass Leute, die gerne viel an der frischen Luft sind, eh keine schöne Wohnung, geschweige denn ein Haus brauchen. Aber das ist natürlich Quatsch. Wer einen Tag am Berg verbracht hat, möchte in ein idyllisches, geräumiges Heim kommen und sich vor seinen Kamin setzen (der im Idealfall echt ist und kein Youtube-Video). Und dafür will man eben auch nicht Unsummen von Geld ausgeben, das man lieber in neues Equipment stecken könnte.


4. Du entdeckst neue Sportarten

Zugegebenermaßen kann ein Sport mit der Zeit seinen Reiz verlieren, wenn man ihn jeden Tag ausüben kann. Das Gute ist jedoch, dass der Mensch sich erst neuen Dingen zuwendet, wenn er dem Alten überdrüssig geworden ist. Keinen Bock mehr auf Skifahren? Dann lernt man eben Klettern. Snowboarden ist auch nicht mehr, was es mal war? Paragliden wäre doch auch mal was.
Die Berge bieten unerschöpflich viele Möglichkeiten, um sich in ihnen auszutoben. Solange du jedoch deine Bergtage an einer Hand abzählen kannst, wirst du diese nutzen, um das zu machen, was du schon immer gemacht hast. Für etwas Anderes wäre die Zeit einfach zu schade. Und schließlich sind ja nicht für alle Sportarten dieselben Bedingungen gut. Je mehr du aber beherrschst, desto größer ist die Chance einen perfekten Tag zu erwischen.

Kein Powder weit und breit? Dann runter per Gleitschirm.
Kein Powder? Dann halt runter per Gleitschirm. © Mirja Geh / Red Bull Content Pool

5. Die Natur gibt dir Kraft

Vielleicht ist es nur ein Klischee, aber wahrscheinlich ist schon etwas dran, dass die hektische Großstadt einem langsam aber sicher Energie entzieht. Die Natur als Kraftspender ist allerdings wissenschaftlich bewiesen. Schon ein einsamer Spaziergang im Wald senkt das Stresslevel dramatisch. Kein Wunder also, dass die Stadtmenschen am Wochenende in Heerscharen aus der City in die Berge pilgern, um ihre Akkus aufzuladen. Viel besser wäre es aber, den Akku niemals komplett leer zu machen.


6. Du lebst gesünder

Wenn du jetzt also viel mehr Sport als zu deiner Zeit als Großstadtmensch machst, ist das alleine ja schon gesund. Zieht man dann noch den Großstadtstress und die Feinstaubbelastung ab und addiert die gute Luft, musst du ja irgendwann vor Gesundheit strotzen. Hinzu kommt, dass du dich endlich mal wirklich regional ernähren kannst, indem du bei den hiesigen Bauern und Metzgern einkaufst. Du wirst dich schon bewusster ernähren, weil du nicht alle 15 Meter ein Fast Food-Restaurant vor der Nase hast, das dich deine Lust etwas zu essen mit wirklichem Hunger verwechseln lässt.
Es hat also schon seinen Grund, warum Leute eher auf dem Land 100 Jahre alt werden, als in der Großstadt.


7. Du hast mehr Zeit für die schönen Dinge

In den bisherigen Punkten wurde jetzt ein bisschen vernachlässigt, dass es in der Stadt mehr Jobs als in den Bergen und nicht jeder seine Arbeit komplett von zu Hause aus online erledigen kann. Das heißt in der Konsequenz, dass es Leute gibt, die von ihrem Haus in den Bergen aus zur Arbeit pendeln. Aber das muss nicht stressig sein. Im Gegenteil. Man kann die Pendelzeit auch nutzen für gute Bücher, Hörbücher, neue Musik usw. Normalerweise würde man sich daheim die Zeit dafür gar nicht nehmen, aber wenn man eh im Auto/ dem Zug/ der S-Bahn sitzt, kann man das ja mal machen. Der Trick ist also, das Pendeln nicht als nervigen Arbeitsweg zu sehen, sondern als eine Art zeitliche Schleuse, in der du nur dir selbst gehörst.


8. Du gehst bewusster aus

Ok, das Kulturangebot in den Bergen ist jetzt nicht so vergleichbar mit dem einer Großstadt. Das kann einem urban geprägten Menschen schon mal zusetzen. Allerdings nimmt man das Angebot in der Stadt ja oftmals auch nur an, weil es nun einmal da ist. Genauso wie man eben auf den Berg geht, weil dieser halt da ist. Allerdings ist ja von den meisten Bergen in Deutschland die nächste Großstadt nicht allzu weit weg. Man kann also durchaus noch auf Partys/ Konzerte/WG-Feiern gehen, man wird eben nur ein wenig selektiver und überlegt, ob sich der Weg wirklich lohnt. Und ganz ehrlich: In der Regel kann man eher fünf durchschnittliche Partys gegen DIE eine Megasause eintauschen.


9. Du kannst dir einen Hund anschaffen

Auch in der Stadt kann man sich natürlich einen Vierbeiner anschaffen… vorausgesetzt der Mietvertrag lässt das zu. Allerdings ist eine Betonwüste nicht das natürliche Habitat für ein Tier, dessen Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großeltern Wölfe waren. Das sind dann eher Berge und Wälder, in denen man beim Gassigehen auch nicht Wuffis Ausscheidungen wegräumen muss. Außerdem ist ein Spaziergang mit dem eigenen Hund auch viel erholsamer für das Herrchen/Frauchen, wenn man ihn laufen lassen kann und nicht ständig Angst haben muss, dass er zusammengefahren wird. Ein Umzug in die Berge kann also die letzte Hürde überwinden, die zwischen dir und deinem neuen besten Freund steht.

Probiert das mal in der Stadt. Travis Rice & Co. - let the dogs out!
Travis Rice & Co. - let the dogs out! © Scott Serfas/Red Bull Content Pool

10. Du findest immer einen Parkplatz

Dieser Aspekt ist gar nicht hoch genug einzuschätzen, wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Deutsche knapp drei Jahre seines Lebens mit der Parkplatzsuche verschwendet. Hinzu kommen dann wahrscheinlich nochmal drei Jahre, die man früher stirbt, weil man sich über schlechtgeparkte Autos und im letzten Moment in der vermeintlichen Parklücke auftauchende Smarts aufregt. Klar, man kann sich als Stadtmensch auch einen Tiefgaragenstellplatz zulegen, aber erstens sind die auch wieder nicht billig und zweitens auch nicht überall verfügbar.
Alles kein Problem außerhalb der Großstadt. Wenn da mal der Stammparkplatz zugeparkt ist, weiß man direkt, wer dafür verantwortlich ist und kann der entsprechenden Person aus Rache den Kreisanzeiger aus dem Briefkasten mopsen.


Alles in allem lässt sich sagen, dass in den Bergen alles besser ist, und in der Stadt alles schlecht. Aber das wusstet ihr ja wahrscheinlich eh schon.

read more about
Zur nächsten Story