David Lama auf der Riegersburg

Im Winter war David Lama schon in Chamonix. Nun kehrte der Ötztaler nach Frankreich zurück und bezwang dort den perfekten Riss der American Beauty. Nachzulesen hier in seinem neuesten Blog.

Hallo!

Diesmal will ich euch von meinen Erlebnissen in Chamonix berichten. Ich bezwang dort eine ganz spezielle Wand.

Vor ein paar Jahren sah ich das erste Foto von einem Kletterer in der American Beauty. Ich war begeistert. Ein perfekter Riss wie man ihn nur selten in Europa findet. Die relativ hohen Schwierigkeiten und die Tatsache, dass die Wand auf über 3000 Meter Seehöhe aus dem Gletscher ragt, faszinierten mich.

Mit einem Set Friends links und einem rechts an meinem Gurt hängend steige ich ein. Die erste Seillänge ist kein Problem. Auch die zweite Länge klettere ich auf Anhieb. Die dritte Seillänge ist mit 8a+ bewertet, doch sie fällt mir erstaunlich leicht. Die vierte Seillänge, kommt mir dann etwas komisch vor und war meine erste große Hürde. Über lose Blöcke komme ich in einen Kamin, aber eine rund fünfzehn Meter breite, senkrechte Platte trennt mich von meinem nächsten Stand. Wie soll ich da nur rüber kommen?

Ich klettere wieder zehn Meter ab, quere ein wenig nach rechts und probiere es über die Platte. Der Fels ist schlecht und die Kletterei weit schwieriger, als im Topo beschrieben. Ich klettere rund fünf Meter in der Platte hoch und lege einen Klemmkeil, dem ich nicht wirklich vertraue. Setze meinen linken Fuß auf einen kleinen Quarzkristall und als ich ihn belasten möchte, bricht er aus. ich falle, aber der Klemmkeil hält meinen Sturz. Ich ziehe mich hoch und klettere technisch weiter. Immer wieder stürze ich ins Seil, komme dann aber doch noch zum Stand. Gemeinsam mit meinem Partner für diese Tour, klettere ich die restlichen Längen bis zum Gipfel onsight.

Wieder am Gletscher angekommen vergleiche ich die Wand mit dem Foto im Führer und bemerke, dass die ganze vierte Seillänge ausgebrochen sein muss. Es muss also in den Jahren seit der Erstbegehung der Route eine Felsverschiebung gegeben haben. Dies erklärt auch die Bewertung der Schlüssellänge, welche durch die Felsverschiebung sicherlich deutlich leichter geworden ist.
Das Gefühl gerade durch eine vermutlich instabile Wand geklettert zu sein hinterlässt ein etwas flaues Gefühl in meinem Magen.

Bis bald,
David

Mehr Fotos und Infos zu David auf www.david-lama.com.
 


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