Red Bulletin

Der erste Popstar der Formel 1

Rindt

Bei seinem Tod mit 28 Jahren hatte Jochen Rindt eben erst die Tür aufgestoßen zu neuen Dimensionen. Er brachte eine bislang nicht bekannte Art von Glamour, Witz und Leichtigkeit in den Grand-Prix-Sport, ganz abgesehen von seinem überragenden Talent.

Als Halbwüchsiger in der Steiermark erlebte Jochen Rindt die gleiche soziale Wertschätzung wie der fast gleichaltrige Helmut Marko, heute Motorsport-Berater von Red Bull.

Das Gymnasium in Graz machte den beiden jungen Herren mitten im Schuljahr einen verlockenden Vorschlag. Man würde sie, allen schulischen Leistungen zum Hohn, mit einem positiven Abgangszeugnis ausstatten, wenn sie bloß blitzartig verschwinden und in einer anderen Schule andocken würden – an einem fremden Ort, möglichst weit entfernt, wo man gewiss mit Interesse auf sie warten würde.
160 Kilometer Entfernung bis zum „Internat der letzten Hoffnung“ in Bad Aussee schienen ideal zu sein.

Dorthin würde man weder das Bündel von Jochen Rindts Moped-Polizeistrafen nachschicken noch die Frage weiter erörtern, warum Helmut Marko ohne Führerschein, in tiefer Nacht, den Chevrolet Impala seines Vaters zuschanden gefahren hatte. Es war ja in bester Absicht geschehen, denn nach dem Ehrenkodex der Clique durfte das schnellere Auto (Impala vs. Simca Monthléry) nie auf einer Geraden überholen, nur in Kurven. Jochen Rindt war auch als Teenager schon kein Anbieter von Ideallinie für auflaufende Talente, und als dann noch ein Lkw entgegenkam, war es einfach zu eng. Der Impala, im Scheinwerferlicht Jochen Rindts, wippte noch ein paarmal auf der ­Böschung auf und ab, bis sich Marko zum Absprung entschloss, das Auto fiel in die andere Richtung.

Die autolose Zeit im abgelegenen Internat wurde aufgelockert durch einen Skiunfall Rindts. Gipsbein. Die Firma, die er zur Volljährigkeit erben würde ­(eine Gewürzmühle in Mainz, die Eltern waren im Hamburger Feuersturm 1943 ums Leben gekommen), schickte einen VW Käfer samt Chauffeur für den täglichen Nahtransport des armen Kerls. Der Chauffeur wurde sofort abgeschüttelt, es gebe ja Mitschüler, die schon im Besitz des Führerscheins seien.

Die ganze Geschichte lesen Sie in der September-Ausgabe des Red Bulletin.

 


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