kurier_opdam_action_gepa.jpg Foto: GEPA pictures/ Felix Roittner

Salzburgs Edel-Routinier Barry Opdam (34) über holländische Fußballkunst und seine verhinderte Karriere als Skilehrer.

Barry, stimmt es, dass du  vor jedem Spiel eine Rennie-Lutschtablette und ein Aspirin nimmst?
Ja, das ist schon irgendwie zu einem Ritual von mir geworden. Ich spüre vor dem Match einfach die Nervosität, und so werde ich ruhiger, und mein Magen entspannt sich auch.

Du hast von 1996 bis 2008 beim AZ Alkmaar gekickt. Wie würdest du die holländische Fußballschule charakterisieren?
Wenn du in Holland als Kind zu einem Fußballverein kommst, lernst du sehr viel über Technik und Taktik. Natürlich musst du auch körperlich fit sein, aber darauf wird in jungen Jahren weniger Wert gelegt. Erst musst du den Ball und dein Handwerk beherrschen, dann kannst du dich schinden, um eine tolle Kondition zu bekommen. Ich finde auch, dass man das in der Eredivisie (höchste niederländische Spielklasse; Anm.) sehr gut sieht. Die Spieler sind alle perfekt ausgebildet.

Welche Unterschiede siehst du zur österreichischen Bundesliga?
Auch in der österreichischen Liga gibt es sehr viele gute, technisch begabte Spieler. Dennoch habe ich das Gefühl, dass hier mehr auf das Körperliche geachtet wird. Den größten Unterschied sehe ich aber in der Fußballbegeisterung der Menschen. In Holland – egal ob bei Ajax, Feyenoord oder PSV – sind die Stadien fast jedes Wochenende bis auf den letzten Platz ausverkauft. Aber Österreich ist eben eine Ski-Nation, da muss die Begeisterung erst von den Bergen in die Täler rutschen.

Und wie sieht es mit deinen Künsten auf zwei Brettern aus?
Die sind ehrlich gesagt noch immer eine Katastrophe. Klar hab ich mich in den letzten beiden Jahren ein wenig verbessert, aber von sicheren Abfahrten zu sprechen wäre maßlos übertrieben.

Wie vertreibst du dir sonst die Freizeit?
Ich versuche in jeder freien Minute Salzburg und die Umgebung zu erkunden. Das sind dann so richtige Entdeckungsreisen zu Orten, die mich einfach interessieren. Egal, ob das jetzt Ausflüge in die Natur sind, wie an den Wolfgangsee, oder in die Salzminen oder kulturelle Sachen, wie Museumsbesuche. Aber es gibt auch sehr feine Geschäfte in und um Salzburg für ausgiebige Shoppingtouren.

Du hast mit Huub Stevens einen Holländer als Trainer. Bist du ihm früher schon begegnet, und ist sein Stil repräsentativ für die holländische Fußballschule?
Ich habe Huub erst hier in Salzburg wirklich kennengelernt. Als ich 17 Jahre alt war, hatte ich mal ein Probetraining bei Kerkrade, und lustigerweise waren dort Huub Stevens und Eddy Achterberg am Werk. Aber es ist nichts daraus geworden, weil Kerkrade zu weit von meiner Heimat entfernt war. Huub verkörpert den holländischen Fußball total. Er richtet spezielles Augenmerk auf Taktik und Technik, und wir trainieren sehr viel Positionsspiel. Er ist ein sehr offener Mensch, der viel mit den Spielern spricht. Und das ist in diesem Business sehr wichtig.

Apropos Business. Was hättest du gemacht, wenn du nicht Fußballer geworden wärst?
Während meiner Schulzeit machte ich ein Praktikum in einer Bank, und das hat mir sehr gut gefallen. Aber eigentlich wollte ich immer einen Job machen, den man in der freien Natur ausüben kann. Vielleicht wär ich ja ein guter Skilehrer geworden.

Dein Vertrag in Salzburg läuft im Juni aus. Hat es schon Gespräche gegeben?
Nein, ich weiß noch nicht, was passieren wird, aber ich schätze, dass sich Herr Beiersdorfer bald mit mir zusammensetzen wird. Ich hoffe natürlich auf eine Vertragsverlängerung, ich mich in Salzburg sehr gut eingelebt habe.

Wer wird Weltmeister in Südafrika?
Holland natürlich! Was anderes dürfte ich gar nicht sagen. Wir haben eine tolle Qualifikation gespielt, und auch die Vorbereitung lief tadellos. Es wäre sicher wieder einmal Zeit für ein Top-Ergebnis bei einem Großevent. Wichtig ist, dass wir Kamerun in unserer Gruppe schlage, weil Somen Tchoyi sonst viel zu hochnäsig aus Südafrika zurückkehren würde.

www.redbulls.com

 


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