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Skateboarder Philipp Schuster im Interview über die neuen Hotspots in Österreich, seinen "Nebenjob" als Fotograf und den skaterfreundlichen Architekten des neuen Landhausplatzes in Innsbruck.

Du bist in den letzten Jahren sehr viel als Fotograf unterwegs. Siehst du dich im Moment mehr als Fotograf oder als Skateboarder?

Diese Frage höre ich in letzter Zeit recht oft! Aber ich bin nach wie vor 100 Prozent Skateboarder. Was ich mit der Fotografie und meinem Magazin TROTTOIR mache, gehört genauso zu meiner Arbeit als Skateboarder. Ich versuche damit, das, was ich jeden Tag als Skateboarder erlebe, in ein Medium zu packen. Man darf Skateboarding nicht als Sport im herkömmlichen Sinn sehen: Wir sind keine Athleten, die auf eine Bestzeit hinarbeiten. Der „Spirit“ macht dich zu einem Skateboarder und nicht die körperliche Leistung. Dazu gehörten eben auch Dinge, die nicht mit Flips und Grinds zu tun haben.  

Zum Fotografieren: Für welche Kunden/Firmen fotografierst du?
Im Grunde mache ich die meisten Sachen fürs TROTTOIR . Sonst schieße ich noch für andere Skate-Mags und auch für Red Bull einiges. Vielmehr geht sich neben meinem Job als Skateboarder nicht aus. 
 
Beim Skateboarden bist du für deinen Style bekannt. Wie würdest du deinen Style beim Fotografieren beschreiben?
Ich skate eigentlich sehr schlampig, was sicher auch meinen Style prägt. Ich glaube, dass ich beim Fotografieren viel disziplinierter bin und auf saubere Aufnahmetechnik und ausgewogene Kompositionen achte. Wenn ich Skaten gehe, probiere ich einfach tausend Sachen aus und denke nicht unbedingt an Erfolg oder Misserfolg. Manches klappt und schaut gut aus, manches geht in die Hose - da mache ich eigentlich nur das, was mir spontan in den Kopf schießt. Beim Fotografieren bin ich da wesentlich fauler. Ich fotografiere nur das Allernötigste und bemühe mich darum, dass alles vom ersten Moment an sitzt. So bleibt dann mehr Zeit fürs Skaten. 
 
Dein eigenes Skate-Mag TROTTOIR geht heuer ins vierte Jahr - welche Ziele verfolgst du mit dem Magazin?
Wow, Du hast recht: In diesem Monat geht das TROTTOIR in den vierten Jahrgang. Das war mir bis jetzt so nicht bewusst. TROTTOIR habe ich gegründet, um all die Fotos, die ich tagtäglich beim Skaten geschossen habe, auch veröffentlichen zu können. Mit der Zeit hat sich eine große Zahl an schönen Bildern gesammelt, die ich nicht alle gleichzeitig in irgendwelchen Skate-Mags veröffentlichen konnte. Das war nicht nur für mich als Fotograf unbefriedigend, sondern auch für die Skater, die sich vor meiner Linse um einen fetten Trick bemüht haben. So habe ich kurzerhand mein eigenes Magazinprojekt auf die Beine gestellt. Bis heute habe ich meine Ziele für TROTTOIR nicht geändert. Ich möchte der Wiener Szene ein Printmedium bieten, meine Fotos veröffentlichen und Arbeitserfahrung anhand eines sich ständig weiterentwickelnden Projekts sammeln. Das Ganze ist ja ein beispielloses Praktikum, bei dem ich schon sehr viel gelernt habe. So soll es auf jeden Fall noch eine Weile weitergehen. Mit einem Solchen Projekt kann man viel weiterbringen. Ich fühle mich sehr wohl dabei, nicht nur als aktiver Skater in der Szene präsent zu sein, sondern auch etwas hinter den Kulissen zu bewegen. Diese Symbiose macht meine Arbeit zu einer einzigartigen Beschäftigung, die nie langweilig wird!
 
Wo ist der Skateboarder Philipp Schuster heuer anzutreffen?
Es gibt einige neue Spots in Österreich und ich möchte schauen, dass ich an diesen Spots für meinen neuen Videopart wieder einiges filmen kann. Da wäre zum Beispiel der neugestaltete Landhausplatz in Innsbruck - man möchte meinen, dass der Architekt selbst ein Skateboarder ist. Sonst habe ich für den Sommer ein paar Reisen und Shootings geplant: Es wird nach Berlin, Holland, Belgien, Frankreich und Norwegen gehen. Es wird sicher wieder ein dichter Sommer!
 

www.philippschuster.com

 

 


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