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Es ist vorbei. Mein einer dicken Träne im Knopfloch berichtet Philipp Schuster von der Closing Session der legendären Domplatte in Köln. Aber die letzten vier Stunden auf diesem magischen Spot bleiben für ihn unvergesslich. Und der neue Skate-Plaza „KAP 686“? Kann die Trauer zumindest lindern! Hier der Blog.

Hi,

ich bin wahrscheinlich nicht der Richtige, um über die Bedeutung der vergangenen Tage zu berichten, war ich doch nur als Gast bei diesem, für die Kölner Skateszenen sehr denkwürdigen, Wochenende. Ich habe aber trotzdem das Bedürfnis darüber zu schreiben und Euch meine Eindrücke zu schildern.

Die Kölner Domplatte war Jahrzehnte lang einer der bedeutendsten Spots Deutschlands und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Zahllose Videos und Fotoshaben den Spot auch international legendär gemacht. Sein perfekter Steinboden, die Vielfalt an Curbs und die urbane Innenstadt-Atmosphäre haben diesen Ort zu einem großartigen Skatespot gemacht und durch eine sehr starke Skateszene auch noch beseelt.

Als ich nach so langer Zeit wieder über die Domplatte gerollt bin, konnte ich wieder den Zauber, den dieser Ort versprüht, stark spüren – viele meiner Jugend-Stars sind hier täglich aus und eingegangen. Schon fast ehrfürchtig habe ich mich dann dem „Posse Curb“ genähert, auf dem später die letzte Session in der Geschichte des Dom-Spots stattfinden sollte.

Bis heute verbinde ich einen Name ganz besonders mit der Stadt am Rhein: Helge Tscharn, der Starfotograf. Er hat mir vor Jahren hier in Köln die Fotografie und ihre Feinheiten näher gebracht und wirkte so wesentlich auf meine kreative Entwicklung hinter der Linse ein. Natürlich war auch Helge bei dieser unvergesslichen Session dabei.

Diese Session war intensiv und mit positiven Emotionen geladen. Für kurze Zeit schien es, als würde der Spot zu neuem Leben erweckt und einer Szene für weitere zwanzig Jahre als Spielwiese und Treffpunkt dienen. Nach ganzen vier Stunden kam jedoch die Ernüchterung und wir mussten das Feld wieder räumen. Niemand wollte es wahrhaben und es war ein ganzes Stück Arbeit die Skateboarder von dieser Granitkante loszueisen.

An diesem Wochenende musste ein großes Kapitel deutscher Skateboardgeschichte schließen. Ich kann mich ganz gut in die Situation der Locals einfühlen, da ich selbst weiß, wie es ist, seinen Homespot zu verlieren, der über die Jahre zu einem zentralen Treffpunkt und zu seinem zweiten Zuhause geworden ist.

Am nächsten Tag wurde der Skate-Plaza „KAP 686“ eröffnet, der für die Kölner Skateszene als Alternative zum Dom-Spot dienen soll. Das Flair der neuen Anlage wird der Dom-Szene wohl nie ganz gerecht werde, doch bietet der riesige Skatepark minuziös geplante Street-Elemente und vermag die Trauer um die legendären Domplatte sicher ein bisschen zu lindern.

Bis zum nächsten Mal,
Philipp

 


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