Noch in diesem Jahr will Felix Baumgartner als erster Mensch die Schallmauer im freien Fall durchbrechen und Rekorde pulverisieren, die seit 50 Jahren bestehen. Hier sind die Zahlen zum Absprung aus der Stratosphäre.
36,5…
Der Salzburger Extremsportler Felix Baumgartner wird versuchen, den Rekord für den höchsten Fallschirmsprung zu brechen. In einer Kapsel, die an einem Ballon hängt, soll Baumgartner in eine Höhe von 36,5 Kilometern aufsteigen. Nur zum Vergleich: Der Mount Everest bringt es auf eine Höhe von 8,84 Kilometern, ein Verkehrsflugzeug fliegt etwa in 10,6 Kilometern Höhe. Die aktuelle Rekordmarke für einen Fallschirmsprung hält der pensionierte United States Air Force-Oberst Joseph Kittinger. Er ist einer der Unterstützer von Red Bull Stratos.
1960…
Joe Kittingers Aufgabe vor 50 Jahren: Das Überlebenspotential von Menschen im Weltraum untersuchen. Im Zuge des Projekts „Excelsior I“ sprang Kittinger zunächst aus 23,3 Kilometern Höhe ab. Dabei wurde sein Schirm zu früh ausgelöst und bekam Spin. Die Leinen wickelten sich um Kittingers Genick und er verlor das Bewusstsein. Der automatische Reserveschirm rettete sein Leben. Weniger als einen Monat später, schaffte der Amerikaner den Absprung aus 22,8 Kilometern. Am 16. August 1960 war es schließlich soweit: Kittinger erreichte sein Ziel, aus über 100.000 Fuß (30,5 Kilometern) zu springen. Die Mission des Amerikaners ebnete den Weg für die bemannte Raumfahrt. Felix Baumgartner hofft nun, mit seinem Absprung Daten sammeln zu können, die Astronauten nach Störfunktionen helfen, sicher zur Erde zurückzugelangen.
1.100…
Kittinger stellte bei seinem Rekordsprung 1960 vier Weltrekorde auf: Die höchste Geschwindigkeit im freien Fall (988 km/h), der längste feie Fall (4 Minuten, 36 Sekunden), der höchste Fallschirmsprung (31,1 Kilometer) und der höchste bemannte Ballonflug (31,1 Kilometer). Die ersten drei Rekordmarken sind bis heute gültig, der höchste Ballonflug beträgt mittlerweile 34,7 Kilometer. Baumgartner will alle vier Rekorde verbessern – und hat noch ein weiteres Ziel im Visier: Der Salzburger möchte als erster Mensch die Schallmauer im freien Fall durchbrechen. 35 Sekunden nach dem Absprung soll Baumgartner Mach 1 erreichen (340,29 m/s) und mit mehr als 1.100 km/h zur Erde fallen.
-70…
In einem Aspekt hat Baumgartner die Natur an seiner Seite. Je höher man sich in die Stratosphäre (der zweiten Schicht der Erdatmosphäre) begibt, desto höher werden die Temperaturen. Bei seinem Absprung werden „milde“ -23 Grad herrschen, bei seinem Eintritt in die Troposphäre (die erste Schicht der Erdatmosphäre) wird er Temperaturen von -70 Grad aushalten müssen. Deshalb wird der Salzburger einen Spezialanzug tragen, der bereits seit 36 Monaten getestet wird.
5:30…
Baumgartners Anzug wird ihn auch vor dem extremen Druck bewahren. Ohne den Anzug würden sich die Gase in seinem Blut ab 18,9 Kilometern Höhe gefährlich ausdehnen. Vereinfacht könnte man auch sagen: Das Blut würde kochen. Nach seinem Absprung aus fast 37 Kilometern Höhe und dem Erreichen der Schallgeschwindigkeit, wird Baumgartner mit 17,5 Kilometern pro Minute zur Erde rasen. Die Gesamtzeit im freien Fall wird voraussichtlich 5 Minuten 30 betragen. Damit wäre der Rekord von Joe Kittinger um beinahe eine Minute verbessert.
2003…
Bleibt nur mehr eine Frage: Wer ist verrückt genug, diesen Sprung im Dienste der Wissenschaft auszuführen? Nichts kann Baumgartner auf einen Absprung aus 36,5 Kilometern vorbereiten, aber seine Leistungen sind einzigartig. Seine bekannteste Aktion lieferte der Salzburger 2003, als er den Ärmelkanal mit Karbonflügeln überquerte. Als Helikopter- und Ballonpilot gilt der 40-Jährige als einer der versiertesten B.A.S.E-Jumper und Skydiver der Welt. Alleine 1999 sprang der Extremsportler von den Petronas Towers in Kuala Lumpur. Damals mit 450 Metern das höchste Gebäude der Welt. Danach stellte er einen Weltrekord für den niedrigsten B.A.S.E-Jump von der Christusstatue in Rio auf (29 Meter).
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