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Red Bulletin: ...und dann stieg er höher als je zuvor!

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Skisprung-Superstar Thomas Morgenstern über sein neues Leben und den geheimen Trainer, der seine Flügel heilte.

Red Bulletin: Reden wir über die ­Arbeit mit deinem bis jetzt geheimen Emotionscoach Gerhard Rieger. Was hat diese Arbeit dir für deinen Erfolgsweg gebracht? Was würdest du zum Bespiel mir raten, wenn ich sag: Thomas, ich hab Stress, dass unser Interview super gelingt.
Thomas Morgenstern: Geh’s mit Ruhe an (lacht). Mit Ruhe und Gelassenheit. Vertrau darauf, dass es funktioniert.
Okay. Dann pack’ ma’s an. Du warst bis 2008 sehr gut drauf. In der Saison darauf kam plötzlich ein Tief. Was war da?
Es war in der Saison 2007/08, wo ich den Gesamtweltcup gewonnen hab und Zweiter auf der Vierschanzentournee geworden bin. Bei der Tournee bin ich daran gescheitert, dass der Ahonen einen sehr speziellen Schliff am Ski gehabt hat, wodurch der in der Anfahrtsspur sehr schnell geworden ist, speziell bei Regen. Irgendwann nach der Saison ist das Thema aufgekommen, einen anderen Ski zu probieren. Das große Ziel war die WM in Liberec. Dann passierte mir der Sturz in Liberec. Im zweiten Durchgang! Mit großer Wahrscheinlichkeit wäre ich Weltmeister geworden, wenn ich den Sprung gestanden hätte. Mindestens Vizeweltmeister halt. Das war der tiefste Punkt in meiner Karriere. So knapp vor dem Ziel!

Kannst du dich an Situationen oder Menschen erinnern, gab es da Stress­situationen, die hineingespielt haben?
Da war auch ein interner Druck. Mannschaftlich gesehen. Davor war ich im Mittelpunkt gestanden, hatte das Jahr davor sehr viel gewonnen. 2008/09 sind plötzlich der Gregor (Schlierenzauer; Anm.) und der Loitzl-Wolfi Tourneesieger und Weltmeister geworden und stehen im Mittelpunkt. Dann bin ich halt von der Nr. 1, sag ich mal, zur Nr. 3 geworden, vielleicht sogar zur Nr. 4. Das habe ich gemerkt. Das hat mir irgendwo wehgetan. Wie soll ich sagen, ich habe mich dann in der Mannschaft nicht mehr so wohl gefühlt.

Weil du es gewohnt warst, auf dem ­ersten Platz zu stehen?
Damals war das irgendwo wichtig. Mittler­weile ist mir wichtiger, dass ich nicht nur dann jemand bin, wenn der Erfolg da ist, sondern auch dann, wenn es einmal schwerer läuft.

Wie hast du diesen Einstellungswandel geschafft?
Durch meine Arbeit mit Gerhard Rieger.

Wie kann ich mir das vorstellen?
Ich bin anders, ich bin ruhiger. Ich bin mehr fokussiert auf mich, bin nicht mehr so abhängig vom Erfolg durch weite Sprünge, vom Resultat, sondern probier, gezielt und professionell zu arbeiten. Die Freude und Lust am Ganzen zu spüren. Ich versuche durchzuschwingen. Ich kann in einen Tag wie heute hinein­gehen und sagen: „Scheiß mich an, die ganzen Kameras und Fotos und Interviews mag ich nicht“, aber ich kann genauso gut sagen: „Taugt ma. Weil ich wieder etwas weiter­geben kann und durch die G’schicht’ Leute begeistere, die dann mit Freude und Leidenschaft uns Sportlern die Daumen drücken. Als Ganzes macht das wieder unser Team – und auch mich – stärker.“ So ungefähr geht das. Diese Denkweise kannst du entwickeln.

Das ganze Interview mit Thomas Morgenstern lesen Sie in der Dezember-Ausgabe des Red Bulletin.


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