UMA

Frickelig-fragiler Knisterpop: Red Bull Music Academy-Alumni Ella Zwietnig bringt mit dieser Tage die Debut-EP ihres neuen Projekts UMA heraus. Mit dabei: die New Yorker Space-Rocker Silver Apples.

Unterschiedlicher könnten die musikalischen Vergangenheiten des Duos UMA bestehend aus Ella und Florian Zwietnig nicht sein: Ella betrat erstmals als Mitglied der chaotisch-lärmenden Truppe Go Die Big City die Bühne, wo sie an Xylophon und Blockflöte für Begeisterung sorgte. In den letzten Jahren bastelte sie als Jools Hunter fragilen Pop, bei dem ihre Stimme und deren Manipulation im Vordergrund standen. Florian hingegen stand mit seinem Projekt Mediengruppe Telekommander  jahrelang auf großen Bühnen und war mit der Mischung aus knalligem Elektro und flott-kritischen Slogans Vorbild für viele aktuelle Bands. Jetzt tritt das Paar als UMA in Erscheinung und hat soeben die Debut-EP "Drop Your Soul" veröffentlicht. Im Interview erzählt Ella unter anderem, was sich dadurch verändert hat.
 
Du bist bis vor kurzen noch als Jools Hunter aufgetreten, jetzt bist du UMA. Was ist hier der Unterschied?
Als Jools Hunter hab ich die Songs alleine geschrieben und aufgenommen. Jetzt haben wir zusammen die Songs nochmal neu aufgenommen und arrangiert und dabei natürlich verändert. Und der Namen bietet irgendwie nur einer Person Platz, deshalb musste ein neuer her.
 
Wie hat sich dabei eure Arbeitsweise verändert?
Zu zweit arbeiten ist etwas ganz anderes. Man braucht schon im frühen Stadium eines Songs mehr Plan. Florian hat auch einen starken elektronischen Einfluss und ist viel technischer als ich, was den Songs schon gut tut. Ich bin außerdem sehr chaotisch und er bringt da ein wenig Struktur hinein, was schon sehr hilfreich ist.
 
Als Gast konntet ihr Simeon Coxe von Silver Apples gewinnen. Wie es dazu gekommen?
Das war während der Red Bull Music Academy in Madrid. Ich hab mit ihnen dort als Support gespielt. Beim Abendessen haben wir uns gut verstanden und wir haben ihn dann einfach angeschrieben. Es war so ein Song, den wir nochmal komplett überarbeitet hatten und noch ein kleines Extra wollten.
 
 
 
Jetzt, ein halbes Jahr später, was sind deine Erinnerungen an die Red Bull Music Academy?
Es war der Schultrip, den man sich früher immer gewünscht hat. Da war man plötzlich in einer fremden Stadt und hat bizarrerweise einen Haufen neuer Freunde. Das ging extrem schnell. Dazu kommen dann noch diese inspirierenden, berühmten Leute, die in den Lectures sitzen, und die tollen Studios, in die man sich einfach setzen kann. Das ganze Setting war schon ziemlich perfekt so. Nach zwei Wochen wollte man dann eigentlich nicht mehr wirklich weg. Allerdings ist das vielleicht ein guter Antrieb, sich sein Leben zur persönlichen RBMA zu machen.
 
Durch deinen Wohnort in Berlin bist du sicherlich noch mit vielen TeilnehmerInnen in Kontakt, oder?
Ich hab dort eine Handvoll echt guter Freunde gewonnen und zum Rest so viel Kontakt, wie zu besseren Bekannten, würd ich mal sagen. Mein Standortvorteil Berlin war da bestimmt hilfreich, weil viele Künstler vor allem aus der elektronischen Musik ohnehin ständig hier sind. Da gibt’s zum Beispiel Mial (Doc Daneeka), der auch in Berlin wohnt, und der einen Remix für uns gemacht hat (das ist aber noch geheim!). 
Zu meiner persönlichen Verwunderung hab ich in Madrid damals aber zwei Freundinnen gefunden. Mit Sara (Sara Sayed) und Pinar (Biblo) gab’s gleich von Anfang an eine Verbindung, wir waren dann auch so was wie die Mädchenclique. Vielleicht gründen wir mal eine All-Female-Rap Crew, wer weiß…
 
 
Die EP "Drop Your Soul" von UMA ist auf Seeyou Records http://www.seayourecords.com/ erschienen
 
Die nächsten Termine:
31.05.2012: Wien, Rhiz (Release Show)
01.06.2012: London, tba.
02.06.2012: London, Field Day Festival 
22.06.2012: Berlin, Noisekölln, Proxy Club
04.08.2012: Salzburg, Stuck Festival, Event Link
20.09.2012: Berlin, Festsaal Kreuzberg /w Dan Deacon
 

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