Über Kate Allens Saisonvorbereitung

Von bewährten Erfolgsgaranten, aber auch neuen Kräften dirigiert, schindet Kate Allen im australischen Sommer Körper wie Geist, um auf der Zielgeraden den Turbo entsprechend zünden zu können. 

Es ist nicht einfach, Spitzensportler ruhig zu stellen, schon gar nicht Kate Allen. Zu Beginn ihres Australienaufenthaltes - die 38-Jährige weilt seit 17. Dezember in Geelong - stand Regeneration im Vordergrund, das Grundlagentraining wurde entsprechend sanft abgewickelt. "Eine langweilige Zeit", sinniert Allen, die erst Anfang Jänner voll ins Training einstieg, aber damit rückblickend die richtige Entscheidung traf. Der operierte Daumen bereitet keinerlei Probleme mehr, oder wie die Triathletin frohlockt, "es ist ein wunderbares Gefühl endlich wieder schmerzfrei arbeiten zu können." 

Freilich nicht ohne bitteren Beigeschmack, denn die Folgen der enormen Jänner-Hitze - in Geelong kletterte das Thermometer auf 48 Grad Celsius - schlugen der Wahl-Innsbruckerin schwer auf's Gemüt. "Eine unglaubliche Katastrophe, 200 Menschen haben durch die Buschbrände ihr Leben verloren, ganz Victoria stand und steht unter Schock." Während die Buschfeuer nach wie vor wüten, haben sich die Temperaturen einigermaßen beruhigt. 30 Grad Celsius und 70% Luftfeuchtigkeit erlauben im Moment wieder normale Trainingszeiten. Während der Hitzewelle begann Allen um 4:30 Uhr mit dem Lauftraining, 90 Minuten später sprang sie in den Pool. Am Abend kühlten die Temperaturen auf 30 Grad ab, womit weitere Einheiten erst zu späterer Stunde absolviert wurden. 

Von ihrem bewährten Schwimmcoach John Beckworth neuerlich in ihrer Vorbereitung unterstützt, hat sich Kate Allen für ihr Karrierefinish mit Jeremy Oliver verstärkt. Der Konditionstrainer des zweimaligen Schwimm-Olympiasiegers Grant Hackett gibt dem Kraftaufbau neue Würze. "Ich muss meine Maximalkraft steigern, um auf den ersten hundert Schwimmmetern schneller zu werden. Wir haben mit Jeremy den richtigen Mann gefunden. John wirft ein Auge auf meine Technik, mit den beiden an meiner Seite haben wir ein optimales Umfeld geschaffen." Derzeit schwimmt Allen einen hohen Prozentsatz mit Kraftausdauertools wie beispielsweise Paddels und - spürt jeden Muskel. "Man merkt, das etwas weitergeht, aber in Sachen Maximalkrafttraining stehen mir noch ein paar harte Wochen bevor." 

Am 9. Mai fällt in Singapur der Startschuss zu Kate Allens definitiv letzter Saison, erstmals werden die Triathlon-Weltmeister in einer Serie von acht Rennen ermittelt. Neben London, Washington oder Yokohama fungiert auch Kitzbühel als Veranstalter, wodurch das Heimrennen der Olympiasiegerin zusätzlich aufgewertet wurde. "Für mich wird jedes Rennen ein Highlight, aber Kitzbühel war und ist emotionell gesehen einfach nicht zu toppen."


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