Wolfram © Permanent Vacation
Nach Remixes für Moby und DJ-Gigs in aller Welt hat der Wiener Produzent Wolfram jetzt sein Debut-Album fertig. Im Interview erzählt er von Haddaway-Songs auf der Sprachbox, YouTube-Videos und den 90ern.

Wolfram, dein Album kommt dieser Tage raus, du produzierst aber schon viel länger Musik, warum hat das so lange gebraucht?
Ja, meine ersten Singles sind jetzt schon eine Weile her, aber es braucht halt mehr für ein Album. Ich wollte keine Sammlung von Clubtracks als Album veröffentlichen, das hat überhaupt keinen Sinn. Es sollten Popsongs werden, die sich Leute am iPod anhören wollen.
 
Von denen sind jetzt einige drauf. Zum Beispiel die erste Single „Fireworks“ mit Hercules & Love Affair. Wie bekommst du die ganzen Leute vors Micro?
Andy Butler von Hercules & Love Affair hat ja das letzte Album in Wien bei Patrick Pulsinger aufgenommen. Was viele nicht wissen: Er hat die ganze Zeit in meiner Wohnung gewohnt! Weil die eher klein ist, hab ich dann ständig bei meiner Freundin gewohnt.  Also hat der Kerl keine Wahl gehabt, als auch mal ein paar Zeilen zu singen. Kennen gelernt haben wir uns mal in New York. Jemand hat uns vorgestellt, Andy hat dann gemeint, er findet alle meine YouTube-Videos so toll. Dabei hab ich gar keine gehabt und ich glaub, er hat mich einfach verwechselt.
 
      

Inzwischen gibt’s zumindest eines von dir, nämlich das zur Single von Fireworks.
Das war ein Schnellschuss: kein Geld und ein Video machen müssen. Ich find auch diese ganzen Fan-Videos, in denen irgendwelche Leute irgendein Videomaterial unter Musik legen, teilweise so schlecht, dass ich das ein bisserl auf die Schaufel nehmen wollte. Außerdem kommen viele meiner Freunde drin vor, und es ist auch eine kleine Danksagung an alle.
 
Viele reihen dein Album in das 90er Revival ein, bist du damit glücklich?
Nein, weil soviel 90ties ist da nicht drauf. Klar, Haddaway steht einfach für Euro-Dance, aber das ist kein Trash. „What is Love“ ist einfach ein zeitlos guter Song, der halt heute anders klingen würde. Die anderen Songs sind sehr verschieden, das ist mehr Italo Disco oder Pop dabei.

Wie war die Zusammenarbeit mit Haddaway?
Nicht so kompliziert. Er wohnt ja in Kitzbühel und war dann, wenn er für Gigs von Wien weggeflogen ist, ein paarmal im Studio. Am Anfang hat er, glaub ich, Angst gehabt, jemand will da einen What is Love Rip-Off machen. Aber dann hatten wir einen Deal, dass wenn er anruft, ich nicht abhebe und er einfach seine Ideen mir auf die Sprachbox singt. Ich hab das dann einfach eingebaut und ihm die Songs zurück geschickt.
Kann schon sein, dass du als Kind viel 90er-Trash abbekommen hast. Was waren aber deine anderen Einflüsse?
Mein Vater hat früher Boxen gebaut und die auch getestet. Da lief dann sehr viel elektronische Musik. Kraftwerk, Vangelis, Jean-Michel Jarre und so weiter. Das hat schon einen großen Einfluss auf mich und ich mag heute noch sehr gerne elektronische Musik ohne Beats und Vocals.
 
Du bist als DJ viel unterwegs. Hast du auch vor, eine Live-Show mit dem Album zu machen?
Im Moment gibt es einige Album-Release Partys. Letztens in Berlin, nächste Woche in New York. Ich hab ein kleines Live-Set ausgearbeitet, aber der Plan für die Sommer-Festivals ist ein echtes Live-Set mit Patrick Pulsinger zu machen. Und wenn alle anderen vom Album auch Zeit haben, sind sie auch willkommen.

In einem alten Pressetext von dir steht, dass deine Mutter immer sehr unglücklich über deine Frisur war. Jetzt ist sie am Cover und füttert dich als Baby. Ist sie inzwischen happy?
Naja, das mit der Frisur hat sich, glaub ich, gelegt und inzwischen ist sie sogar auf das Cover stolz. Am Anfang war sie leicht irritiert, dass sie da so groß drauf ist. Und der Papa kommt dann aufs nächste!
 
Wolfram ist am Montag 4. April live zu Gast bei Red Bull Music Academy Inside AUT auf Superfly.FM.
Das Album „Wolfram“ ist seit 1. April 2011 auf Permanent Vacation erschienen und im Handel und Online erhältlich.
www.wolfram.fm
 
 
 
 
 

  


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