Red Bull City Cypher Zürich Red Bull Contentpool

Obwohl Zürich einen der ersten Sommertage des Jahres erlebte, pilgerten die Zuschauer zahlreich ins Dynamo für den Red Bull BC One City Cypher. Sie werden es nicht bereut haben, erlebten sie doch einen hochstehenden Wettkampf mit 32 B-Boys, aus dem Art One als Gewinner hervorging. Doch auch dessen Finalgegner Base sowie die Halbfinalisten Sonle und Rawb dürfen sich als Sieger fühlen - sie alle haben sich das Ticket für das Schweizer-Finale in Biel gesichert.

Die aus den B-Boy-Koryphäen Gassama (FR), Freeze (SE) und Crazy (CH) zusammengesetzte Jury hatte keinen einfach Job zu verrichten, war doch das Niveau bereits in den ersten Runden des im K.O.-System ausgetragenen Wettkampfs hochstehend und die Battles häufig sehr knapp. Die Teilnehmer waren dann auch gleicher Meinung wie Halbfinalist Sonle der erklärte, dass man die besten Moves nicht für die entscheidenden Runden zurückhalten kann: „Ich spare nie etwas auf, denn das erste Battle ist das Wichtigste. Gibt man nicht sein Bestes, fliegt man schon in der ersten Runde raus.“

Einen langen Atem und die Fähigkeit, sich von Runde zu Runde zu steigern, stellten Rawb und Base unter Beweis, die sich im ersten Halbfinal duellierten. Die zwei Zürcher kennen sich in- und auswendig, da sie beide die Crew Stylize repräsentieren, die vor allem im Showbereich aktiv ist und Elemente aus Stepptanz, Jazztanz und B-Boying kombiniert. Der bereits seit zwölf Jahren aktive Base setzte sich schliesslich durch, was für ihn eine besondere Befriedigung darstellte, da er letztes Jahr bereits in der ersten Runde ausschied. Nach dem Wettkampf erklärte Base: „Meine Stärken sind Freezes, am Wichtigsten ist es mir aber meine Person und meinen Charakter beim Tanzen auszudrücken. Egal was deine Stärken sind, du musst lieben was du machst und fühlen was du tanzt, es bringt nichts einer Mode zu folgen.“ Bei Rawb hielt sich die Enttäuschung in Grenzen: „Ich kam ohne Erwartungen an die Vorentscheidung und was ich heute erreicht habe bedeutet mir sehr viel, was nun kommt ist Zugabe.“

Im zweiten Semifinale traf Art One auf Sonle, den letzten Vertreter der mit zahlreichen Mitgliedern angereisten Ghost Rockz Crew. Sonle liebt es sich bei Wettkämpfen zu messen und seine Strategie ist es, auf die Moves des Gegners einzugehen und diese auf seine Art und Weise noch besser zu machen. Das war dem 24-Jährigen, der bereits seit elf Jahren tanzt, in den Runden zuvor stets geglückt, gegen Art One reichte es knapp nicht. Dieser verfolgt seine sehr ähnliche Strategie, indem er versucht die Attacken des Gegners zu kontern und zu übertrumpfen. Besonders wichtig ist ihm das Freestyle-Element: „Man kann viel Zeit darin investieren, Moves und Techniken zu lernen, doch für mich geht es hauptsächlich um das Gefühl. Im Idealfall macht man einen Move, den man noch nie gemacht hat und auch danach nie mehr bringt. Ich komme mit Schritten und Ideen an ein Battle, es ist aber gut möglich, dass ich im Wettkampf etwas völlig anderes mache. Das hängt immer vom Gegner und dem Beat ab.“

Vier Tänzer machen den ersten Schritt in Richtung Rotterdam
Das Finale begann mit einer Schrecksekunde: Gleich bei seinem ersten Move verschätzte sich Base und traf dabei seinem Gegner. Er habe den Sprung zu weit gezogen und zudem sei weniger Platz vorhanden gewesen als in den Runden zuvor, da die Zuschauer bei der Entscheidung möglichst hautnah dabei sein wollten erklärte er danach. Davon liessen sich die beiden Kontrahenten aber nicht irritieren und lieferten in der Folge einen ausgeglichenen Schlagabtausch auf hohem Niveau. Die Jury kürte schliesslich den 27-jährigen Art One, der ein Neuenburg eine Breakdanceschule leitet, zum Sieger. Wie knapp es war bestätigte auch der glückliche Gewinner: „Wir sind hier nicht beim Kunstturnen, es werden keine Punkte für bestimmte Moves vergeben. Eine andere Jury hätte womöglich anders entschieden.“ Auch Base zeigte sich als fairen Verlierer: „Natürlich wäre gewinnen cool gewesen, aber der Finalplatz bedeutet mir schon viel.“

Alle vier Qualifizierten betonen, dass sie die fünf Wochen bis zum Wettkampf in Biel für intensives Training nutzen wollen. In Sachen Erwartungen stapeln sie eher tief: Sonle nennt das Halbfinale als sein Ziel und Base meint: „Es ist schwierig zu sagen, was ich von Biel erwarten kann. Natürlich will man immer gewinnen aber an das Europa-Finale in Rotterdam verschwende ich noch keine Gedanken.“ Mit dem verdienten Selbstvertrauen des Siegers formuliert Art One seine Ambitionen deutlicher: „Es ist mein Ziel, nach Rotterdam fahren zu können. Ich gehe nicht nach Biel, nur um dabei zu sein. Es wäre mir eine Ehre die Schweiz und vor allem meine Crew Deep Trip repräsentieren zu können, denn ohne sie wäre ich niemand.“

Den ersten Schritt in Richtung Rotterdam oder gar ans Weltfinale in Rio de Janeiro hat das Quartet nun gemeistert. Vorerst müssen sie sich nun mit den vier Besten der Vorausscheidung in Neuchâtel, den beiden Vorjahresfinalisten sowie sechs Wildcard-Empfängern messen. Spannung ist am Red Bull BC One Cypher am 2. Juni in Biel bereits jetzt garantiert!
 


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