Nightlife

Club Asphalt-Barchef: „Man muss auch Party generieren”

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Für Joe ist der Job als Barchef des Berliner Asphalts pure Leidenschaft – und mehr, als nur Getränke über den Tresen reichen. Manchmal versucht er sich dabei sogar als Schauspieler.

Joe, wie lange bist du denn schon im Nachtleben?
Generell? Ich habe in einer ganz kleinen Bar in Spandau angefangen. Hab da hinter der Bar gearbeitet und wurde dann durch einen Freund ins Felix eingeladen.

Und was macht Nachtleben für dich aus?
Nachtleben … wow, das ist einfach ein Lifestyle. Das ist einfach … der Kontakt mit den Menschen. Den liebe ich. Dann die Leidenschaft dahinter, hier was zu erreichen. Und ich habe eine große Affinität zu Musik. Eigentlich habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht.

Aber es ist schon wichtig für dich, in welchem Club du arbeitest?
Absolut! Einerseits in musikalischer Hinsicht, andererseits auch hinsichtlich der Leute, mit denen ich zusammenarbeite. Das Team wird hier ganz groß geschrieben. Sprichwort Leidenschaft. Wir sind halt eine große Family, eine große Crew. Das ist hier auf jeden Fall der erste Club und der einzige Club, den ich so kenne, wo wirklich alle zusammen an einem Strang ziehen.

Okay. Woran liegt es, dass das hier so gut funktioniert?
Es liegt, glaube ich, daran, dass jeder mit jedem redet. Dass Kommunikation ganz groß geschrieben wird. Wir versuchen, Probleme wirklich auszusprechen und alle zusammen anzugehen.

Aber auch hier dürfte Barchef ein ziemlich stressiger Job sein …
Nee, eigentlich nicht. Weil ich das mit Leidenschaft mache. Und da fällt einem der Stress gar nicht so auf. Natürlich dauert’s mal länger, natürlich ist man nach einem Wochenende gerädert. Aber man weiß auch, wofür man das gemacht hat. Deswegen komme ich nicht an meine Grenzen.

Und feierst du auch mit?
Na, man muss halt auch Party generieren. Man ist teilweise auch Schauspieler, um die Gäste zu animieren. Und natürlich feiert man auch ein bisschen mit. Aber für mich steht an erster Stelle die Professionalität.

Was macht einen guten Barkeeper aus?
Für mich ist das A und O erst mal der Kontakt zum Gast. Weil ohne Gast haben wir keinen Job. Dann das Know-how. Ein bisschen Know-how muss sein. Und schlussendlich noch Pünktlichkeit und Ehrlichkeit und so.

Was geht denn bei euch an der Bar am besten?
Wodka Red Bull.

Hier auch? Das ist anscheinend so ein …
Das ist auf jeden Fall immer noch DER Partydrink. Auch Disco-Schorle genannt. (lacht)

Und wie ist das so mit Gästen, die schon offensichtlich einen über den Tee getrunken haben?
Dann muss man halt auch den Anspruch haben, zu sagen: „Okay, du kriegst jetzt ein Wasser, du kriegst keinen Alkohol mehr.“ Weil man ist auch in der Verantwortung hier. Das ist ganz klar. Wenn Leute nicht wissen, wo ihre Grenzen sind, dann ist es dein Job als Barkeeper, die Grenzen aufzuzeigen.

Ab und an bekommst du sicher auch eine Telefonnummer über den Tresen geschoben. Wie reagierst du darauf?
Man fühlt sich geehrt.

Und nimmst du sie an, oder trennst du strikt zwischen Beruf und Privatem?
Ein Gentleman schweigt und genießt, oder?


Wir haben den Club Asphalt besucht und mit vielen geredet, die den Club so einzigartig machen. Lest ihre Geschichten hier.


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