esm8638 (c) ENGADIN St. Moritz / swiss-image.ch / Christof Sonderegger

Umgeben von mehreren Dreitausendern und gekrönt durch den 4.049m hohen Piz Bernina ist das Oberengadin rund um St. Moritz und Pontresina eine faszinierend hochalpine Mountainbike-Landschaft. Durch die Mischung von bestens gepflegten Flow Trails mit eindrücklichen Panoramen und gut organisierten Shuttle-Diensten bietet das Resort alles für eine perfekte Tour in den Alpen.

Das Zeitfenster für Oberengadiner Trail-Spielereien ist nicht allzu lange geöffnet. Denn immerhin startet man in St. Moritz auf einer Höhe von knapp 1.800 Meter, so dass viele Highlights kaum vor Mitte Juli schneefrei sind. Doch was sich dann bietet, ist ein Trail-Feuerwerk vom Feinsten: flowige Endloskilometer in allen Schwierigkeitsstufen, flexibel kombinierbar, perfekt mit verschiedenen Shuttle-Optionen zu bewältigen und ein grandioses Bergpanorama sowie Schweizer Rösti und ein frisches Helles immer in Reichweite – zwei Tage nahe an der Perfektion:

Tag 1 – Corviglia-Flow-Trails, Suvretta-Pass und Val Bever

In St. Moritz geht es hinauf mit der Celerina-Bahn auf eine Starthöhe von 2.300 hm. Auf den ersten Höhenmetern merkt man die Höhe deutlich – doch keine Sorge: Bei entsprechender Kondition hat man sich innerhalb von zwei Stunden daran gewöhnt. Hier beginnen die zu Recht bekannten Corviglia Flowtrails, die in sanften Wellen, Floatern und Steilkurven in verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten zurück zur Celerina-Bahn führen – Achtung: Suchtpotential! Alternativ kurbelt man 300 Höhenmeter hinauf zum Suvretta-Pass. Über den endlosen Hochgebirgstrail „Via Suvretta“ mit verblockten Spielereien geht es zum rechts abbiegenden Silvaplana-/Julier-Pass-Trail, der sich in stetigem Auf und Ab an der Flanke entlang zieht, um schließlich in einem rasanten Finale ins Tal abzubrechen. Von hier aus geht es wieder gemütlich nach St. Moritz. Kurbelt man komplett über den Suvretta-Pass, eröffnet sich den Stollen die grandiose Kulisse des einsamen Val Bever.

Tag 2 – Bernina-Trails und Col d´Anzana

Vom Bahnhof Pontresina aus geht es mit der Rhätischen Bahn auf den 2.250 Meter hohen Bernina-Pass. Unterhalb des Parkplatzes beginnen die frisch angelegten Bernina-Trails, die man zunächst Richtung italienischer Grenze in Angriff nimmt, vorbei an der Aussichtskanzel Alp Grüm mit Blick auf den beeindruckenden Palü-Gletscher und von dort aus auf teuflisch schnellem Trail in waldigen Kehren und durch Geröll-Blockaden hinab ins Val Poschiavo. Im Tal angekommen, leistet man sich für einen der wohl epischsten Trails der Alpen am besten ein Shuttle Service (organisierbar durch das Bike Hotel Palü oder jeden anderen lokalen Shuttle-Anbieter): den Col d´Anzana Trail. Insgesamt windet sich der Trail endlose 1.800 Höhenmeter bergab – zunächst leicht ausgesetzt an einer Bergflanke entlang, bald auf weichem Nadelboden im Wald, gespickt durch Serpentinen, kleinere Felsblockaden und steilste Schlüsselstellen. Schließlich mündet der Traum-Downhill wieder in Tirano nahe Poschiavo, von wo aus es nach einer Handpizza und Espresso mit der Bahn zurück zum Bernina-Pass geht. Das abschließende Finale über den gleichnamigen Trail nach Pontresina zeigt sich noch einmal von seiner besten Seite – und so rollt es sich herunter wie am gesamten Wochenende: Flow hat Vorfahrt.

Unterkommen im Hotel Palü – Biker´s Place in Pontresina

Das Hotel Palü, gelegen an der Ausfallstraße Richtung Bernina-Pass in Pontresina, wird mit Hotelier und Bike-Guide Gerold nicht nur von einem ortskundigen Trail-Liebhaber geführt, es ist auch Treffpunkt für Gleichgesinnte, denen man sich auf den hauseigenen Shuttle-Touren anschließen kann: www.palu.ch.

Camping unterhalb des Morteratschgletschers – einmaliges Erweckungserlebnis
Wer es rustikaler mag und auf eine prägende Aufwach-Erfahrung reicher sein möchte, dem sei der Morteratsch-Camping-Platz empfohlen, der sich direkt unterhalb des gleichnamigen Gletschers befindet. Durch die besondere Lage zieht sich der müde Blick direkt aus dem Zelt auf das ewige Eis – was für ein Start in den Tag: www.campingplauns.ch.
 


Der Autor Marc Sülzle


Kommentare

    Einen Kommentar hinzufügen

    * Alle Felder müssen ausgefüllt werden
    Es sind nur 2000 Zeichen erlaubt :
    Gib das Wort auf der linken Seite ein und klicke auf "Kommentar abschicken".

    Artikel Details