Paul Bonhomme 2009 Champion

Eines ist vor dem Saison-Abschlussrennen klar - für den britischen Titelverteidiger Paul Bonhomme geht es auf dem EuroSpeedway Lausitz nur um eines: den zweiten WM-Titel in Folge.

Bei allen Stationen der WM-Serie 2010 zeigte Bonhomme konstant gute Leistungen, belegte Plätze ganz oben im Klassement. Aber es scheint, als ob er nun eine Geheimwaffe aus dem Ärmel ziehen würde – einen nur schwer einzuschätzenden Akademiker aus Brasilien, der sich im hinteren Teil des Hangars zu verstecken scheint.

Paolo Iscold von der Staatlichen Universität des Bundesstaates Minas Gerais in Belo Horizonte (Brasilien), hat seit Beginn der Saison 2010 das Team Bonhomme mit profunden Datenanalysen versorgt. Als Dozent für Aeronautik Engineering und Aerodynamik kam Iscold durch die Bekanntschaft mit dem früheren südafrikanischen Rennpiloten Glen Dell zum Motorsport.

„Über die ganze Saison steht er uns zur Seite und ist mit uns zu den letzten vier Stationen der WM-Serie getourt“, erklärt Bonhomme. „Das war eine exzellente Zukunftsinvestition und ganz definitiv ein ‚unbedingt’. Ich glaube nicht, dass man ohne dieses profunde Wissen und diesen Durchblick noch auskommt.“

Die Erfahrung, die Iscold dem Team so zur Verfügung stellt, hat sich als unbezahlbar bei der real-time Analyse der Durchgänge herausgestellt. Und Bonhomme hat absolutes Vertrauen in die Rückmeldungen, die er so bekommt: „Das ist sehr hilfreich“, bestätigt der Titelverteidiger. „Der eigentliche Nutzen besteht darin, dass da jemand sitzt, der diese Informationen sofort zu analysieren weiß. Damit meine ich das Sammeln all dieser physischen Daten; aber auch den Verstand, diese dann zu interpretieren. Und dazu gehören auch die verschiedenen Computerprogramme, die wir hierzu nutzen. Er nimmt sich zum Beispiel auch Videodaten und sagt mir genau, wo ich einen Fehler gemacht habe. Das erspart mir diese unendlichen Datenanalysen, mit denen ich mir die Nächte um die Ohren geschlagen habe. Jetzt kann ich mich zurücklehnen und chillen.“

Die Auswertung aerodynamischer Daten auf diesem hohen Niveau ist eine komplexe Materie –gelinde ausgedrückt. Und Iscold analysiert dazu die entstehenden G-Kräfte, Geschwindigkeit und Beschleunigung sowie weitere Parameter, um dem Team dabei zu helfen, wie genau welches Gate mit welcher Taktik angegangen werden soll. Bonhomme gibt jedoch zu, dass ihn die Menge an Daten manchmal überlastet, er dagegen die Ratschläge Iscolds nie anzweifeln würde. „Manchmal frage ich mich schon – wovon zum Teufel spricht der Kerl?“, lacht Bonhomme. „Aber ich folge seinen Ratschlägen bis auf’s i-Tüpfelchen. Und das ist genau das, was man braucht. Klar hatte ich schon Freunde, die mir gesagt haben – ‚also, an Gate 4 geht dein G-load Faktor zu weit nach oben und du wirst zu langsam. An Gate 5 könntest du hier und da noch eine Zehntelsekunde draufpacken und dann später drei Zehntel herausholen’. Was aber wirklich zählt, ist der wissenschaftliche Ansatz, der dahinter steckt.“

www.redbullairrace.com
www.teambonhomme.com


Kommentare

    Einen Kommentar hinzufügen

    * Alle Felder müssen ausgefüllt werden
    Es sind nur 2000 Zeichen erlaubt :
    Gib das Wort auf der linken Seite ein und klicke auf "Kommentar abschicken".

    Artikel Details