EuroSpeedway Lausitz Getty Images for Red Bull Air Race

Das Wetter wollte nicht so wirklich mitspielen – nur sieben der insgesamt 14 Piloten konnten ihren Durchgang beenden, bevor der Regen endgültig einen Strich durch die Rechnung machte.

Die Verantwortlichen des Red Bull Air Race verständigten sich darauf, am Sonntag um 11.00 Uhr eine Entscheidung zu treffen, ob der erste Qualifikationslauf weitergeführt wird und die restlichen sieben Piloten in den Parcours dürfen.

Die heißesten Titelfavoriten – Paul Bonhomme, Hannes Arch und Nigel Lamb – standen einer Fortsetzung der Quali mit gemischten Gefühlen gegenüber. „Ich habe mich heute vier Mal auf das berüchtigte ‚go’ vorbereitet, immer bereit, in den Parcours zu gehen. Es ist schwierig, die ganze Zeit über die Konzentration auf so einem hohen Level aufrecht zu erhalten“, erklärte Lamb. „Und die große Frage heißt jetzt – wie gehe ich es morgen an? Ich glaube nicht, dass wir schon einmal eine solche Situation hatten, bei dem die Hälfte des Feldes die Quali bereits hinter sich, die andere Hälfte aber am nächsten Tag noch vor sich hat. Ich bin mir sicher, dass das noch heiße Diskussionen gibt..:“

Hannes Arch vertrat einen ähnlichen Standpunkt: “Das Wetter kann man nicht beeinflussen - solange die Bedingungen für alle gleich und gleich fair sind. Ich habe es geschafft, den ganzen Tag voll konzentriert zu bleiben, immer zum Abflug bereit. In solchen Situationen wie der heutigen bin ich eigentlich immer ziemlich relaxed. Mit dem Druck kann ich ganz gut umgehen. Mal sehen, was morgen noch so passiert…“

Paul Bonhomme war nur mit einem Gedanken beschäftigt – einen guten Lauf zu erwischen. Alles andere wollte er nicht an sich heranlassen: „Für mich liegt der Schlüssel zum Erfolg ganz einfach darin, mich nicht stressen zu lassen. Eigentlich ist es für keinen von uns ein Vor- oder Nachteil. Ich habe mir die Wettervorhersagen für morgen angeschaut – und die sehen ganz gut aus“, erklärte der Brite.

Für die Piloten im unteren Teil des Feldes, die ihren Qualifikationslauf beenden konnten, bedeutet dies natürlich zusätzlich wertvolle Zeit im Parcours. Für die andere Hälfte des Teilnehmerfeldes war die Situation aber eher frustrierend und es gab Spekulationen, ob dies nicht auch Auswirkungen auf die Leistung im morgigen Rennen haben könnte. Die Piloten starteten in umgekehrter Reihenfolge zum Ergebnis des gestrigen Trainingsdurchgangs und so konnten Matthias Dolderer, Pete McLeod, Martin Sonka, Alejandro Maclean, Sergey Rakhmanin, Peter Besenyei und Kirby Chambliss ihren Lauf noch vor der Unterbrechung beenden.

“Ich habe einen sauberen Lauf hingelegt und fühle mich für das morgige Rennen gut vorbereitet”, erklärte Pete McLeod, der nach der “halben” Qualifikation das Klassement mit der schnellsten Zeit (1:13,86 Minuten) anführt.

Direkt hinter McLeod platzierte sich Kirby Chambliss mit einer Zeit von 1:15,58 Minuten. Doch Chambliss war sich sicher, dass der Regen schon Einfluss auf sein Ergebnis hatte. „Ich war echt gut dabei und dann habe ich die Maschine fast abgewürgt, als es in die vertikale Wende ging“, so Chambliss. „Dabei verliert man ungefähr anderthalb G in dieser Maschine – ganz einfach durch die Einwirkung der Regentropfen auf den Flügeln. Ich hätte das besser mit einkalkulieren und alles ein wenig langsamer angehen sollen.“

Peter Besenyei war vor Chambliss auf der Strecke und bekam die ersten Regentropfen bereits ab. Aber er konnte zumindest noch eine seiner „Problemzonen“ ausmachen, die es vor dem morgigen Rennen noch auszubügeln gilt. „Klar hat der Regen Einfluss auf die Zeit und die Geschwindigkeit. Aber ich habe darüber hinaus am Gate 3 eine Strafsekunde bekommen. Vielleicht bin ich die Wende zu früh angegangen. Aber wegen der Gefahr eines möglichen Strömungsabrisses kann ich die Maschine einfach nicht so stark hochziehen und deshalb geht mir Zeit in der vertikalen Wende flöten. Hätte ich mehr PS unter der Motorhaube, würde ich mit einem leistungsstärkeren Motor mehr herausholen“, erklärte Besenyei seinen Lauf in 1:17 Minuten.

Ein ganz offensichtlich euphorischer Lokalmatador Matthias Dolderer erhielt nach seinem Lauf in 1:15,83 Minuten auf dem EuroSpeedway Lausitz tosenden Applaus von seinen Fans. „Schwer zu sagen, wer morgen siegen wird. Aber es ist ein Gänsehaut-Gefühl, in dieser fantastischen Arena und vor diesem tollen Publikum ins Rennen zu gehen“, so ein breit grinsender Dolderer. „Es ist echt cool, und das gibt mir für den morgigen Wettkampf noch einmal ganz schön Selbstvertrauen. Die Unterstützung und die Energie des heimischen Publikums ist fantastisch.“

www.redbullairrace.com

 


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