Ron Flieger

Produzent, Songwriter, Remixer: Ron Flieger im Interview über seine Arbeit, den perfekten Song und sein trojanisches Pferd.


Ron, du bist heute vielbeschäftigter Producer und Musik-Tausendsassa. Wie hat deine musikalische Karriere begonnen?
Eigentlich ganz normal: Ich habe zu Hause Songs geschrieben und zwei Alben aufgenommen. Es passierte dann ziemlich bald, dass ich von Warner einen Vertrag als Songwriter bekam, also auch Songs für andere zu schreiben begann.

Heute arbeitest du viel mit anderen Musikern und Bands im Studio. Wie gehst du an die Arbeit ran? Was ist für dich der Ausgangspunkt?
Für mich ist das wichtigste ein guter Song. Dann kommt der Rest, also z.B. die Soundästhetik, weil die ist heute sehr wichtig. Ich hab eine große Leidenschaft für Beatstrukturen und es ist ein echter Kick für mich, einen Song so richtig gut klingen zu lassen.

Was ist da genau deine Arbeit?

Das kann man ein wenig mit dem Trojanischen Pferd vergleichen: Der Song muss den besten und schönsten Weg ins Ohr des Hörers finden und dort ankommen und ihn packen! Es geht darum, den Song mit dem richtigen Gewand einzukleiden.

This Is The Arrival - Mexico (Ron Flieger RMX) from Dienje Music


Du bist ja nicht nur als Produzent, sondern auch als Verleger und Label aktiv. Lässt sich das überhaupt alles vereinen?
Ja, das ist extrem viel, aber es macht mir Spaß. Klar, im Studio kann man sich austoben und dann kommt das Business und das ist oft sehr nüchtern. Es gehört aber alles zu einem guten Song oder einer guten Band. Es wäre vermessen zu sagen, es ginge nur um die Musik. Es macht mir viel Spaß, an allen Reglern wie z.B. auch dem Marketing zu drehen.

Kommt es vor, dass du beim Aufnehmen schon an die Vermarktung denkst?
Das halte ich ganz strikt getrennt. Im Studio geht es darum, etwas zu entwickeln und das ist für mich der große Reiz. Ich bin sehr stolz darauf, inzwischen meinen Signature-Sound entwickelt zu haben, aber am Ende geht es darum, das meiste aus einem Künstler rauszuholen, deshalb arbeite ich sehr gerne mit jungen Künstlern, wie z.B. Deckchair Orange aus Wien.

Wer ist für dich ein Producer-Held?

Rick Rubin ist für mich ein Held. Er kann die verschiedensten Stile, ob Rap, Metal, Country oder Soul produzieren, und es kommt immer etwas Großartiges raus!

Was war der letzte Song, der dich so richtig gepackt hat?

Etwas von Rick Rubin: Adele „Rolling in the Deep“ ist so ein Song, der einfach genial geschrieben und produziert ist.

Und welcher Song ist für dich ein ultimativer Popsong?
Da gibt es viele, aber zum Beispiel der erste Hit von Britney Spears „Hit Me Baby One More Time“ ist so ein Fall. Das Original ist zwar vom Sound nicht mein Ding, aber als Song die Bombe. Als dann damals das Cover von Travis kam, war das der Beweis, weil er auch ganz anders funktioniert.

Was steht bei dir für den Rest des Jahres an?
Ich hab noch viel vor: ich produziere das neue Album für This is The Arrival und dann noch etwas für Trippin in London. Daneben bleibt dann schon noch Zeit für einige Songs, aber ich bin so froh und sehe das auch als ein Privileg, so leben zu können: nur von der Musik!


 http://www.ronflieger.com

 


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