Skateboard Curb (c) Miguel Angel López/Red Bull Content Pool

Fragt man eine Horde Skater, welches Obstacle sie gerne auf ihrem Schulhof/Aldi-Parkplatz/Ghetto-Spot stehen hätten, dann ist die erste Antwort meist einstimmig: „Ein geiles Curb!“ Das kann man selber bauen. Wir sagen euch ganz genau wie (nach einer Idee von Niklas Isenberg, Illustrationen: Peter Zapasnik).


Der beliebte Block mit der rutschigen Kante sorgt nicht nur für lexikalische Verwirrungen („Curb“ ist für die Amis wörtlich ein Bürgersteig, unser Curb ist deren Ledge und unsere Ledge deren „Hubba“), er produziert auch immer noch neue Trickkombinationen und spaßige Sessions. Ähnlich wie nach Rom gibt‘s auch tausend Wege, ein Curb zu bauen – zwei Europaletten von der Baustelle plus Platte plus Metallkante ist nur einer davon. Aber es geht auch besser.

Wie, das zeigen die werten Kollegen vom Monster Skateboard Magazin. Vor kurzem haben die Jungs zusammen mit dem Online-Mailorder Skate Deluxe ihren Basics-Guide rausgebracht, in dem Beginner alles finden, was sie brauchen, um voll in Skateboarding eintauchen zu können. In Kooperation mit der Monster präsentieren wir euch daraus nun einen wirklich professionellen Weg, euch selbst ein Curb zu zimmern. Ärmel hoch und Säge raus – auf geht‘s.
 

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Eins vorweg: Dieses Curb ist 240 cm lang, 60 cm breit und 30 cm hoch und damit bestens für fast jeden Trick geeignet. Das Material solltet ihr im Baumarkt kaufen. Zwei Europaletten von der Baustelle sind nachts um drei vielleicht umsonst, aber auch nichts für die Ewigkeit. Wer im Baumarkt shoppt, kann sich Holzplatten und -Balken meist umsonst zurecht sägen lassen, kurbelt die Wirtschaft an und spart eine Menge Zeit, in der man schon am Backtail feilen könnte. Ein zweites vorweg: Das hier ist eine ziemlich detaillierte Bauanleitung, mit der ihr gut klarkommen solltet. Trotzdem sind wir nicht schuld, wenn‘s nicht klappt. Wenn Gott euch null Handwerks-Talent geschenkt hat, dann fragt lieber jemanden, der sich damit auskennt, bevor ihr euer Taschengeld im Baumarkt lasst oder euch Van-Gogh-Style ein Ohr absäbelt. Und passt auf eure Finger auf – wir sind nicht schuld!

Ihr braucht:

  • 1 Sperrholzplatte á 90x240 cm, 2 cm dick. Zuschneiden (lassen) auf:
    1 Stück 60x240 cm und 1 Stück 30x240 cm
  • 8 Holzbalken á 5x10 cm, 240 cm lang. Zuschneiden (lassen) auf:
    12 Stücke á 53 cm, 6 Stück á 30 cm
  • 1 L-Profil aus Stahl (5x5 cm, 240 cm lang, ca. 6 mm dick)
  • 1 Packung Holzschrauben (6 cm)
  • 1 Packung Holzschrauben (3 cm)
  • Maßband, Bleistift, Bohrmaschine, Akku-Schrauber (Kreuzschlitz), Stichsäge

 

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1. Rahmen

Im Wesentlichen besteht ein Curb aus zwei Holzrahmen. Der untere ist das Fundament, der obere bildet, von Holzsäulen getragen, die Deckelfäche. Für den unteren Rahmen sägt ihr aus euren langen Holzbalken 12 Stücke mit je 53 cm Länge heraus (ein Balken reicht für 4 Stücke). Dann sägt ihr aus einem anderen Balken 6 Stücke á 30 cm heraus. Nichts wegschmeißen, dass braucht ihr alles noch! Nehmt jetzt 3 eurer 53-cm-Balken und verschraubt sie mit 2 langen Balken, wie auf dem Bild oben. Das ist die Basis eures Curbs. Damit das Holz nicht splittert, solltet ihr die Löcher etwas vorbohren.

 

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 Jetzt habt ihr noch 9 der 53-cm-Balken übrig. Mit diesen baut ihr den Deckel-Rahmen, immer im Abstand von 25 cm. Der obere Rahmen muss etwas stabiler sein, damit auch der dicke Martin bei seinen Nosewheelie-Attacken nicht ins Curb einbricht.

 

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2. Säulen

Wenn ihr bis hierhin alles richtig gemacht habt, liegen jetzt noch 6 Balkenstücke á 30 cm herum. Diese schraubt ihr, wie oben, in euren Basis-Rahmen. Nehmt vier Schrauben pro Balken (2 von jeder Seite), das Ding soll ja eine Weile halten.

 

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Jetzt wird der untere Rahmen mit dem oberen über die Säulen verbunden. Legt das Curb am besten auf die Seite und schraubt den Rahmen wie gehabt an (4 Schrauben pro Balken, 2 von jeder Seite). Euer Holzblock sollte jetzt stabil sein und vor allem: Nicht wackeln! Im Zweifelsfall etwas nachschleifen.

 

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3. Verkleidung

Jetzt nehmt ihr eure großen Holzplatten, die ihr im besten Fall schon fertig zugesägt habt. Die 60x240 cm Platte kommt obendrauf, die 30x240 cm Platte an die Seite, die ihr skaten wollt. Curbs, die vorne offen sind, fühlen sich nämlich für mindestens 90% aller Skater ziemlich unangenehm an. Wollt ihr beide Seiten skaten, nehmt die übriggebliebene 30x240 cm Platte dafür. Verschraubt alles und achtet darauf, dass die Schrauben wirklich plan mit den Holzplatten sind und nicht rausgucken. Sonst kann man an diesen ziemlich fies hängenbleiben. Nichsogut.

 

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 4. Metallkante

Jetzt fehlt nur noch die Metallkante und die Session kann losgehen. Bohrt in euer L-Profil an beiden Enden oben und an der Seite ein paar Zentimeter vom Ende zwei Löcher mit einem 0,5-cm-Metallbohrer vor. Die Bohrlöcher an jedem Ende müssen etwas versetzt voneinander sein, sonst treffen sich die Schrauben später im Holz. Bevor ihr jetzt die Schrauben reinjagt, müsst ihr noch die Löcher mit einem 1cm-Bohrkopf etwas anbohren, damit die Schraubenköpfe später nicht rausgucken (wie im Bild oben rechts). Du kannst dir vorstellen, was mit deiner Achse (und dir) passiert, wenn du dran hängenbleibst. Autsch.

 

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5. Tadaa – fertig!

Das war‘s – easy, oder? Checkt nochmal alle Schrauben ab, damit nichts übersteht, schmirgelt eventuelle harte Kanten ab und ab geht‘s auf den Parkplatz. Wenn deine Freunde zu faul sind, dir beim Tragen zu helfen (und dass, obwohl du die ganze Arbeit gemacht hast, tss!), kannst du auf eine Seite auch ein paar alte Achsen schrauben und dein Curb durch die Gegend pushen. Und jetzt: Backtails schmettern á la Jason Lee! Wer?


Diesen Guide präsentieren wir euch in Kooperation mit dem hochgeschätzen Monster Skateboard Magazin. Im MSM-Basics-Guide findet ihr haufenweise Hintergrundwissen und jede Menge Tricks, die euch die Teamfahrer von Skate Deluxe bis ins kleinste Detail erklären. Den Basics-Guide gibt‘s umsonst und up for grabs für euch im echten Skateshop. Also nichts wie hin, wenn ihr noch keinen habt!

  
 
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Der Autor Philipp Schulte

 


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