Land in Sicht! Das Ende der Atlantik-Überquerung

Teams beenden die 5.500km Talisker Whisky Atlantic Challenge – das härteste Ruderrennen der Welt.
© Ben Duffy
Von Fredrik Ölmqvist

Der Schmerz ist endlich vorbei! In den letzten zwei Monaten haben sich 16 Teams über den Atlantik gekämpft, in dem Bemühen, das härteste Ruderrennen der Welt zu absolvieren.

Sie mussten Stürme, 12 Meter hohe Wellen und angsteinflößende Kenter-Erlebnisse überstehen. Sie trafen auf Haie und hatten mit Seekrankheit, Fieber, Verzweiflung, technischen Problemen und Regen zu kämpfen – und mit viel Schmerz.

Das Wetter spielte verrückt – es gab sogar riesige Stürme.

Doch fast 60 Tagen nach ihrer Abreise von La Gomera auf den Kanarischen Inseln erreichten sie das Ufer – und wurden in Antigua wie Helden empfangen.

Stefan und Erlandsson Erik Grafstrom nach der Talisker Atlantic Challenge
Das Team Nordic Endurance zeigt seine Freude © Ben Duffy

„Es war einfach schonungslos“, sagt Dan Howie vom Team Atlantic Row, das die Überquerung in 53 Tagen 9 Stunden und 30 Minuten absolvierte. „Es ist, als ob man Achterbahn fährt und nicht aussteigen kann. Es nimmt einfach nie ein Ende. Man kann vielleicht anderthalb Stunden schlafen, hat Probleme mit dem Boot, und alles schmerzt – die Hände, der Hintern, die Füße – selbst deine Kronjuwelen.“

Ich hatte große Schmerzen.

Für das britische Team war es ein wahrer Kampf, denn er und sein Partner Will North wurden von Luke Birch, 21, und Jamie Sparks, 21, dem jüngsten Duo bei der Atlantik-Überquerung, verfolgt. Die beiden kamen nach 54 Tagen und 6 Stunden an.

„Das Wetter spielte verrückt, vor allem am Anfang – da gab es wirklich riesige Stürme“, sagt Birch. „Aber wir hatten Glück und überstanden sie ohne große Schäden an unserer Ausrüstung.“

Ein Team rudert über den Atlantik
Teams sind zwei Monate auf See © Ben Duffy

„Für mich war es am Anfang am schwierigsten, als ich die ganze Zeit nass war. Am Hintern war meine Kleidung ständig von Salzwasser durchnässt. Ich hatte große Schmerzen und dachte, wenn die Wellen, der Wind und der Regen nicht bald aufhören, kann ich nicht weitermachen.“

Sieger wurde das Duo vom Team Locura Rows The Atlantic, das nach nur 41 Tagen und 2 Stunden in Antigua ankam. Locura verfügte über ein sehr schnelles Boot und die zwei erfahrenen Ozeansegler Mike Burton und Tom Salt wussten, wie sie mit den harten Verhältnissen umgehen mussten.

„Extreme Herausforderungen sind uns nicht unbekannt, aber das war wirklich das Härteste, was wir je durchgemacht haben“, erzählte uns Salt.

Mein schlimmster Albtraum wurde wahr, als ich über Board geworfen wurde. Ich habe noch nie solche Wellen gesehen.

Den zweiten Platz holte unerwartet das Team von Polospielern, die zuvor keine Erfahrung mit Rudern hatten. Die Außenseiter des Rennens überraschten alle, indem sie die Kategorie der Vierer mit einer Zeit von 48 Tagen und 7 Stunden gewannen.

„Wir haben schnell begriffen, dass dies eine wirklich ernste Mission war, auf die wir uns eingelassen hatten“, sagt Henry Brett. „Ich habe noch nie solche Wellen gesehen.“

Das Team Atlantic Polo zeigt am Ziel seine Freude
Pirates of the Caribbean: Atlantic Polo Team © Ben Duffy

„Nach ein paar Tagen wurde mein schlimmster Albtraum wahr, als ich über Board geworfen wurde. Aber es war nicht so schlimm. Nachdem ich wieder an Board war, wechselte ich meine Kleidung, schlief zwei Stunden und begann wieder mit dem Rudern.“

Er fügt hinzu: „Wir hatten ständig Schmerzen, aber durch die anhaltende Bewegung hat der Körper nie blockiert. Die Schmerzen wanderten einfach nur von einem Körperteil zum nächsten, und man bekam an den seltsamsten Stellen Schmerzen. Die wunden Hintern waren besonders schmerzhaft. Es fühlte sich an, als säße man auf Schmirgelpapier.“

Ein Team rudert über den Atlantik
Teams mussten mit bis zu 12m hohen Wellen kämpfen © Ben Duffy

Alle Teams mussten Rückschläge verkraften. Die Liste der verschiedenen technischen Probleme beinhaltet zerbrochene Steuer, Wasserzubereiter, Autopiloten, Sitze, Satellitentelefone, Satellitentracker und manuelle Steuer sowie verlorene Ruder und Sitze…

Ein Team musste nach 51 Tagen aufgeben, als sein Steuer brach. Drei weitere Teams mussten per Helikopter und Containerschiff gerettet werden, da ihre Boote kenterten und irreparable Schäden davontrugen.

Nach der ersten Februarwoche werden alle Teams, bis auf eines, im Ziel in Antigua angekommen sein. Bei dem Damenteam Inspirational Friends ist die Lage etwas komplizierter. Ihr Steuer ist gebrochen, sie haben kein Schwert mehr, keinen Kompass, keinen Autopiloten, keine Karten und noch 2.500 Kilometer vor sich. Doch ihr Kampfgeist ist ungebrochen. Es bleibt abzuwarten, ob er sie bis ins Ziel bringt.

Folge ihnen und lies die ganze Story über das Rennen auf der offiziellen Website.

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