Neuer Speedrekord am Matterhorn

Dani Arnold bricht beim Speedklettern an der Nordwand des Matterhorns den Weltrekord von Ueli Steck.
Von Josh Sampiero

Das Matterhorn. Es ist eines der drei großen Nordwände der Alpen und gehört sicherlich, mit seinen charakteristischen, gezackten Kanten, die zum Himmel ragen, zu den legendärsten Gipfeln der Welt. Der Laie kennt das Matterhorn wahrscheinlich nur von der Toblerone Schokolade. Doch der Gipfel blickt auf eine berühmte Geschichte zurück, insbesondere die atemberaubende Nordwand. Der Schweizer Bergsteiger Dani Arnold hat auf dieser Route einen blitzschnellen neuen Weltrekord aufgestellt. Er kletterte in einer Stunde und 46 Minuten auf den Berg – im unteren Video kannst du dich davon überzeugen.

Hier ist Danis unglaublich, schneller Aufstieg

© Christian Gisi/Mammut

Der erste Anstieg des Briten Edward Whymper, 1865, endete in einer Tragödie. Erst 1931 schafften es die Brüder Franz und Toni Schmid auf die Nordwand, eine anspruchsvolle, gemischte Kletterpartie auf Felsen und Eis.

Es ist eines der risikoreichsten Kletterrouten der Alpen und das Matterhorn ist einer der gefährlichsten Gipfel in Europa – über 500 Bergsteiger sind auf diesem Berg ums Leben gekommen.

Sich auf Felsen und Eis fortbewegen

Vom Hubschrauber aus gesehen, besteigt Dani Arnold das Matterhorn
Dani bewegt sich schnell durchs unwegsame Gelände © Christian Gisi/Mammut

Noch bevor Dani den Speedweltrekord aufstellte, wurde der Gipfel über die Jahre hinweg Schauplatz unglaublicher Anstiege. Hier ist ein Überblick der bemerkenswertesten Leistungen…

1931, Franz und Toni Schmid, zwei Tage

Während der Gipfel zum ersten Mal 1865 bezwungen wurde, gelang 1931 zwei Brüdern aus München das damals unfassbare: den Anstieg über die Nordwand. Obwohl die beiden für diese Aufgabe zwei Tage benötigten, sollte man auch noch anmerken, dass sie mit ihrem Fahrrad von München aus hunderte Kilometer radelten, um dorthin zu gelangen. Nachdem sie dann den Anstieg erfolgreich beendet hatten, fuhren sie die gleiche Strecke mit ihren Rädern wieder zurück.

1969, Jean Troillet, vier Stunden, 10 Minuten

Der Schweiz-Kanadier (der später, der erste Mensch wurde, der mit einem Snowboard den Everest runter fuhr) hatte die Messlatte, mit seinem Speed-Anstieg von etwas über vier Stunden, sehr hoch gelegt. Zu der Zeit war er gerade mal 21 Jahre alt.

2009, Ueli Steck, eine Stunde, 56 Minuten

Troillets Rekord wurde 2009 von Ueli Steck mit einer scheinbar unschlagbaren Zeit gebrochen: 1 Stunde und 56 Minuten, Solo, über die Nordwand, eine leichte Variation der Route von Schmid.

Dani bewegt sich schnnell über Felsen und Eis
Dem Gipfel immer näher kommen... © Christian Gisi/Mammut

Diesen Sommer, im Jahr des 150-jährigen Jubiläums, brach Dani Arnold den Speedrekord und war 10 volle Minuten schneller. Wie hat er es geschafft? Man benötigt Leichtfüßigkeit, Selbstsicherheit, Training und natürlich viel Zeit in den Bergen.„Um diese Herausforderung erfolgreich zu meistern, muss man wirklich jeden Tag in den Bergen sein," sagt Dani.

Dani Arnold auf der Spitze vom Matterhorn...

Das überraschendste an Arnolds Rekord?Das er sich nicht sicher war, ob er es schaffen würde. Er wollte sogar umkehren. “Ich hatte kein gutes Gefühl am Start ,” sagt er. “Aber dann bin ich in einen Rhythmus gekommen.” Und was für einen Rhythmus. Er hielt die Geschwindigkeit obwohl auf Teilen der Route weniger Schnee war, als er sich gewünscht hätte.

Das Gefühl von Sieg ist die Erschöpfung...

Dani Arnold schnappt auf dem Matterhorn nach Luft
Sieg und... Erschöpfung © Christian Gisi/Mammut

Nur mit seinem Eispickel und Steigeisen ausgestattet, bewegte sich Arnold schnell und souverän bis zum Gipfel, wo der erschöpfte Kletterer einen Moment brauchte, um seinen Erfolg auszukosten - nachdem er wieder zu Atem gekommen ist.

Auf 4,478 m über dem Meeresspiegel sagte der Bergsteiger stolz: „Es in dem Jubiläumsjahr des Matterhorns geschafft zu haben... Ich bin richtig glücklich."

read more about
Zur nächsten Story