Weltrekord: Valery Rozov schlägt wieder zu!

Rozovs BASE-Jump in unglaublichen 7.700 Höhenmetern sichert ihm einen weiteren Weltrekord.
Von Dominique Granger

Es gibt Leute, die es sich am liebsten mit der Kuscheldecke auf der Couch bequem machen – und es gibt Leute, die am liebsten Weltrekorde sammeln. Skydiving- und BASE-Jump-Legende Valery Rozov zählt da ganz klar zur zweiten Kategorie.

Ein neuer Weltrekord für die russische Legende

Am 5. Oktober 2016 war es soweit! Nach einer 21-tägigen Expedition auf den sechs-höchsten Gipfel der Welt – Mount Cho Oyu an der Chinesischen-Nepalesischen-Grenze – wagte sich Rozov in 7.700 Metern Höhe an den Abgrund, um sich ebendort hinunterzustürzen und seinen Rekord von 2013 um ganze 500 Meter zu schlagen.

In den letzten drei Jahren war genau das mein ganz großes Ziel.

Valery Rozov

Den Cho Oyu zu besteigen zählt schon nicht unbedingt zu den kleineren Herausforderungen. Sich dann auch noch mit dem Fallschirm die südwestlich gelegene Wand hinunterzuwerfen, aber noch viel weniger.

Die Expedition selbst gestaltete sich nicht gerade einfach. Aufgrund des schlechten Wetters und der großen Menge an Neuschnee musste das Team den ersten Versuch, zur Absprungstelle zu gelangen, abbrechen. Dann hieß es eine Woche lang warten. Erst, als sich die Sonne endlich einen Weg durch die Wolken bahnte und den Schnee an der Absprungstelle zumindest ein bisschen zum Schmelzen brachte, war die Zeit gekommen, einen neuen Anlauf zu starten.

Nach 90 Sekunden im freien Fall öffnete Rozov seinen Fallschirm und flog noch weitere zwei Minuten, bis er schlussendlich sicher und wohlbehalten 6.000 Meter über dem Meeresspiegel auf dem direkt unter der Absprungstelle gelegenen Gletscher landete.

Valery Rozov – Der Mann, der keine Grenzen kennt

Die russische Legende hat nur eines im Sinn: Limits zu überschreiten und Grenzen neu zu definieren. Keine Herausforderung scheint für ihn zu groß zu sein. Das bewies er in der Vergangenheit bereits zur Genüge.

Es ist nämlich nicht der erste Rekord, den sich der 51-Jährige Bergsteiger und BASE-Jumper holte. Im Mai 2013 hatte er den Rekord für den in den höchsten Höhenmetern durchgeführten BASE-Jump schon einmal gebrochen. Er kletterte auf den Changtse, der im Everest-Massiv liegt, und wagte in einer Höhe von 7.220 Metern den Absprung.

Rozovs Weltrekord im Jahr 2013:

Doch ist sein Ausflug auf den Everest nicht seine einzige große Errungenschaft. Solche Herausforderungen bringen es mit sich, jahrzehntelang Erfahrung anzusammeln und Unmengen an Trainingseinheiten hinter sich zu bringen – Rozovs Lebenslauf zählt unter den BASE-Jump-Athleten damit wohl zu den eindrucksvollsten.

Rozovs Top-7 bis 2013

Valery Rozovs sieben spektakulärsten Jumps © Khalil Jeremias Emede

Im Jahr 2009 war Rozov der erste Mann, der mit dem Fallschirm in einen Vulkankrater gesprungen ist. Der Mutnowski Vulkan auf der russischen Halbinsel Kamchatka kann davon ein Liedchen singen.

2010 warf er sich das Matterhorn hinunter und schrieb sich damit als ersten Mann, der in den Walliser Alpen einen BASE-Jump vollführte, in die Geschichtsbücher.

2012 sprang er in 6.420 Metern Höhe vom Shivling in den Himalayas, bevor er den ersten BASE-Jump von der Südwand des Grandes Jorasses in einer Höhe von 3.950 Metern wagte. Die Expedition ins Mont Blanc-Massiv fand 2013 statt, im selben Jahr also, wie sein damaliger Weltrekordversuch und -erfolg.

Sein letztes Kunststück, bevor er den Cho Oyu in Angriff nahm, vollführte er in Tansania auf dem Kilimanjaro, wo er sich von 5.460 Metern weg in die Tiefe warf.

Wenn man sich Rozovs Erfolge vor Augen führt, dann lässt sich eines ganz klar sagen: Er ist das personifizierte Argument dafür, dass es auch im Alter möglich ist, seine eigenen Limits zu pushen und sich selbst neu zu entdecken – man muss nur dranbleiben und es versuchen.

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