“Wir hätten ins Finale der LCS kommen sollen“

LoL-Profi Christoph "nRated" Seitz reflektiert über SK Gamings Auftritte 2014
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Von Johannes Gorzel

Christoph "nRated" Seitz spielt Support bei SK Gaming, einem der Top-Teams der League of Legends Championship Series Europe. Im Gespräch erklärte er uns, wie er auf die vergangene Saison zurückschaut und was er von dem bald startenden Spring Split erwartet.

Am Donnerstag geht die LCS in die nächste Runde, wobei sich im Vergleich zum Vorjahr Einiges änderte: Anstatt von acht sind es nun zehn Teams, die in der europäischen Meisterschaft um Punkte kämpfen. Um die neuen Plätze zu füllen, veranstaltete Riot im vergangenen Jahr das Expansion Tournament, bei dem H2k Gaming und GIANTS! triumphierten. „Ich denke, GIANTS! war der einzige Kandidat, dem man es zunächst nicht direkt zugetraut hat“, so Seitz. „Generell ist das Expansion Turnier als Erfolg zu sehen, da sich meiner Meinung nach die stärkeren Teams durchgesetzt haben und man nun hoffentlich in der nächsten Saison mehr Wettbewerb in der LCS sehen kann.“

Gewinner der vergangenen Saison war das Team Alliance, welches unter dem Namen Elements in den Spring Split schreitet. Aus Sicht von nRated hätte man seitens SK Gaming allerdings mit dem Champion mithalten können: „Wir hätten unter die ersten Zwei kommen sollen, da wir die Spiele gegen Alliance durch Entscheidungen verloren haben, die in-Game getroffen wurden und unser Gameplay zu dieser Zeit besser war als das von Alliance.“ Die Patzer, welche seinem Team letztlich den dritten Platz bescherten, seien vor allem den Nerven geschuldet gewesen. „Der Druck, der bei einer solchen Partie auf einem lastet, war denke ich für einige von uns zu groß und hat unsere Wahrnehmung beeinträchtigt. Das hat zu den Fehlentscheidungen geführt.“

Auch ihr Auftritt bei der Weltmeisterschaft entspräche nicht dem, wozu sein Team eigentlich im Stande sei. SK Gaming wurde damals in negative Schlagzeilen verstrickt: Erst wurde es ihrem Coach untersagt, vor Ort Unterstützung zu leisten und folgend erhielt auch ihr eigentlicher Jungler Dennis ‚Svenskeren‘ Johnsen für drei Spiele eine Sperre. Was das Team nach seiner Auszeit zeigte, sei eher repräsentativ: „Eine realistische Einschätzung wäre gewesen, dass wir es zumindest aus der Gruppe geschafft hätten - das haben die Spiele, die wir mit Svenskeren spielen konnten, klar gezeigt. Aber es wäre dann im Viertelfinale vermutlich an Samsung White gescheitert, denn die waren mit Abstand das stärkste Team im Turnier.“

Das Turnier selbst hält Seitz allerdings für einen enormen Erfolg, mit dem sich ein The International nicht vergleichen kann und sollte: „Riot versucht nicht, mit Dota 2 oder dem TI4 zu konkurrieren und das merkt man, denn sie gleichen nicht an, oder übernehmen Dinge, die das TI im Vergleich zu den World Finals aufzeigte.“ Auch den Umstieg vom Staples Center 2013 nach Seoul 2014 sieht der Supporter positiv. „Ich denke, dass der Standort Korea clever gewählt wurde und durch ein chinesisch-koreanisches Finale sind die Zuschauerzahlen so astronomisch hoch gewesen, dass es schwer ist, damit zu konkurrieren“, so Seitz.

Abschließend erklärte uns Seitz noch seine Hoffnungen für das kommende Meta-Game in League of Legends: „Rein auf Supports bezogen hoffe ich, dass Riot etwas gegen das Nami/Janna-Meta tut, denn es ist wiedermal sehr statisch und kaum spannungsgeladen.“ An dieser Stelle hält der Progamer auch Kritik für den Publisher bereit, der mit der Einführung eines neuen Summoner’s Rifts Ende letzten Jahres eigentlich viel hätte verbessern können. „Die Umstellung zur neuen Map war katastrophal, denn Riot hat exakt denselben Fehler wieder gemacht, für den sie im Vorfeld über Monate keine Lösung hatten: Nämlich die neutralen Camps für Top/Bot-Laners verfügbar zu machen, was das Spiel wieder aus der Balance gebracht hat.“

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