„Wir haben vor niemanden Angst.“

Die Pro-Gamer von OG über ihr Abschneiden bei den DAC und was sie in Kiev erwartet.
Von Ollie Ring / Alexander Amon

Der dreifache Major Gewinner OG bereitet sich gerade auf das nächste große Major in Kiev vor. Wir haben uns mit Fly, Johan ‘N0tail’ Sundstein, Jesse ‘JerAx’ Vainikka, Anathan ‘ana’ Pham, Gustav ‘s4’ Magnusson sowie Coach Seb ‘7ckngmad’ Debs über ihre Niederlage gegen Invictus Gaming bei den Dota 2 Asia Championships in Shanghai und ihre generelle Form unterhalten.

Bis zum Finale hattet ihr überhaupt keine Probleme bei den Dota 2 Asia Championships. War eure Gruppe zu schwach und hatte Invictus Gaming einen Vorteil, sich schon früh gegen stärkere Gegner beweisen zu müssen?
Fly: Es stimmt, dass unsere Gruppe einfacher war. Ich glaube aber nicht, dass unsere Niederlage gegen iG an der Gruppenphase lag. Sie haben die Informationen aus den Winner Bracket Spielen einfach besser genutzt und sind daraus stärker zurückgekommen als wir.

Die Niederlage gegen iG war sehr enttäuschend. Haben sie euch ausgetrickst oder macht ihr individuelle Fehler für die Niederlage verantwortlich?
JerAx: Meine Performance gegen iG fand ich leider wirklich nicht gut. Im Gegensatz zu anderen Spielen hatten wir Probleme mit den Drafts. Generell war es unsere Performance und dass wir mental nicht stark genug waren.

OG posiert für das Foto
OG posiert für das Foto © Khalil Emede

Lina war prominent vertreten in Shanghai. Sind Caster zurück im Spiel oder ging es nur um ihr talent set?
S4: Der Hauptgrund für Linas Comeback ist ihr Talent als right clicker und spellcaster – ihre Fähigkeit zwei Rollen zu übernehmen. Ihre Talente machen sie speziell für das late game wichtig. Dazu kommt noch, dass sie praktisch nie gestorben ist – deshalb war sie so stark.
JerAx: Helden wie Lina, die als Support oder als Core gespielt werden können, geben dir so einen Draft-Vorteil, dass sie zunehmend wichtiger werden. Tal würde es lieben, wenn jeder Held diese Vielseitigkeit bieten würde.

© NoobFromUA

Kiev steht an. Gibt es einen Gegner, vor dem ihr Angst habt?
ana: iG.
Fly: Nachdem wir gegen iG zuletzt verloren haben, würde ich gerne gegen sie spielen. Es gibt aber noch andere Teams, gegen die wir eine Geschichte haben – EG zum Beispiel. Deshalb wären das wohl die zwei Teams, gegen die ich gerne spielen würde.
S4: Es gibt ein paar Geheimtipps. Team Secret zum Beispiel, die sich bis jetzt kaum gezeigt haben und man deshalb nicht viel über sie weiß. Wir müssen bei jedem Gegner aufpassen.
N0tail: Es gibt in Dota aktuell viele Teams, die sich beweisen wollen. Liquid, MidOne oder Team Secret. Du darfst keinen Gegner unterschätzen, weil Favoriten gewinnen nicht oft Dota 2 Turniere.

Wie wichtig ist eure Leistung in Kiev, wenn man als nächstes Ziel The International vor sich sieht?
7ckngmad: Nicht so wichtig, würde ich sagen. In Kiev zu gewinnen würde den Druck auf The International erhöhen. Dennoch kannst du TI auch nur gewinnen, wenn du mit dem Druck umgehen kannst. Allzu viel Zusammenhang zwischen den Turnieren sehe ich aber nicht. Das Spiel wird sich bis zum TI noch sehr verändern.
Fly: Der Coach will, dass wir in Kiev verlieren, um The International zu gewinnen – das versucht er zu sagen.

Team Kapitän Tal „Fly“ Alzik
Team Kapitän Tal „Fly“ Alzik © Khalil Emede

Was denkt ihr darüber, dass in Kiev das Single Elimination zurück ist?
Fly: Ich bin kein Fan des Formats. Single Elimination ist nicht unbedingt schlecht, aber um das Turnier gut zu machen, müssten sie der Gruppenphase mehr Bedeutung geben.
N0tail: Für mich ist Double Elimination das bessere Format. Mit Single Elimination ist es schwierig das beste Finale hinzubekommen.
7ckngmad: In Single Elimination geht es primär darum dem Druck standzuhalten und gut vorbereitet in das Match zu gehen. Bei Double Elimination, das haben wir von iG in Kiev gesehen, kann man sich auf den Gegner einstellen.

s4, Fly und N0tail freuen sich auf Kiev
s4, Fly und N0tail freuen sich auf Kiev © Khalil Emede

Glaubt ihr hatten chinesische Teams, die DPL spielen, einen Vorteil, weil sie den Patch bereits kannten? Sie haben die westlichen Teams gut gegen die Wand gespielt.
Fly: Ich glaube nicht, dass sie bei den DAC einen wesentlichen Vorteil hatten. Wir sind kurz vor dem Turnier schon nach China gereist und haben dort ein wenig geübt. Die Teams waren schon ein wenig voraus, aber nicht massiv.
S4: Es wäre toll, wenn wir in Europa in house hätten, aber nur, wenn es zwei Wochen läuft. So bleiben die Leute begeistert, immer wenn es startet. Wenn es einfach durchlaufen würde, dann wäre der Hype schnell vorüber, was wir in Europa ja schon einmal erlebt haben. Was sagst du ana?
ana: Ja, würde ich gut finden.

Anathan „ana“ Pham
Anathan „ana“ Pham © Khalil Emede

Wart ihr von der Stärke der chinesischen Teams bei den DAC überrascht? War es der Heimvorteil, der sie so stark gemacht hat?
ana: Ich glaube der Heimvorteil war schon ein wichtiger Aspekt für sie.
Fly: Chinesische Teams mussten bei den DAC viel beweisen, weil sie länger kein Turnier gewonnen haben und Shanghai ist ihr Territorium.
S4: Die chinesische Szene wächst in jedem Jahr und erfindet sich auch immer wieder neu. Bei den DAC dieses Jahr gab es erstmals ein Siegerteam aus China, was ich sehr interessant finde.

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