Vettel Blog: Mein Heimrennen am Red Bull Ring

Der F1-Champion schwelgt in Erinnerungen, erklärt die Strecke und verrät die Überholmöglichkeiten.
Sebastian Vettel und Gerhard Berger © Jürgen Skarwan/Red Bull Content Pool
Von Sebastian Vettel

Unser nächstes Rennen ist gleichzeitig das Comeback der Formel 1 in Österreich. Darauf freue ich mich seit Saisonbeginn. Denn ein Grand Prix auf dem Red Bull Ring ist für unser Team eine ganz besondere Motivation. Außerdem ist die Rennstrecke für mich nicht ganz so unbekannt, wie manche denken. Natürlich wurde der Ring in den vergangenen Monaten auf modernste Standards umgebaut, aber ich habe unvergessliche Erinnerungen und Erfahrungen in Spielberg gesammelt. Ich kann also schon jetzt behaupten: Ich mag diese Strecke.

Zum ersten Mal bin ich mit 13 Jahren auf der Formel 1-Strecke in Spielberg gefahren. Damals hatte ich von der Familie Auinger zum ersten Mal die Chance bekommen, in einem Formel Wagen zu testen. Für mich als Kart-Fahrer war das ein riesiger Schritt, etwas ganz Neues, an das ich mich erst gewöhnen musste: Man ist angeschnallt und das Auto ist natürlich viel grösser. Es hat mir damals sehr geholfen, das alles ausprobieren zu können. So was vergisst man nicht.

Das nächste Mal war ich 2003 zu Gast in Spielberg – beim Rennen der Formel BMW. Ich erinnere mich, dass das Qualifying nicht so gut lief, aber beim Rennen konnten wir dann doch noch einige Plätze gutmachen.

Und erst vor wenigen Wochen durfte ich den alten Ferrari fahren, mit dem Gerhard Berger 1988 in Monza gewonnen hat. Wieder eine ganz neues Gefühl: Meine Schultern sind im Freien und ich kann zum ersten Mal die Berge entlang Strecke sehen... Die Beine zeigen nach unten und nicht – wie in heutigen Autos – nach oben. Wegen der fehlenden Downforce bleiben die Kurvengeschwindigkeiten zwar bescheiden, aber wurscht, denn Power hat’s genug. Das hat richtig Spaß gemacht, nein, es war der Hammer!

Der neue Red Bull Ring ist eine wirklich schöne Strecke geworden. Hier geht es nicht um viel Schnick Schnack, sondern ums Fahren. Es ist ein kurzer Kurs mit wenigen Kurven, aber dafür umso anspruchsvoller. Für die Fans wird der Grand Prix in Spielberg ein tolles Erlebnis, weil die Strecke von überall gut einsehbar ist. Und wir Fahrer genießen es, dass es hier wirklich spürbar bergauf und bergab geht, was bei 300 km/h durchaus Spaß machen kann. Nicht zu vergessen: die Landschaft rund um den Red Bull Ring. Die ganze Gegend gefällt mir sehr gut. Ich mag die Natur, die Berge.

Viele fragen mich, ob der Druck bei diesem Heimrennen noch größer sei. Nein, ganz im Gegenteil: Für mich und mein Team ist eine Ehre einen Grand Prix am Red Bull Ring fahren zu dürfen. Ich bin mir sicher, das beflügelt uns.

Ich hoffe, dass Ihr unser Team vom ersten Freien Training an anfeuert und unterstützt. Wir werden mit vollem Einsatz dafür kämpfen, ganz oben auf dem Podest zu stehen.

Ich melde mich aus Spielberg.
Sebastian

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