MotoGP: Die einzelnen Klassen im Faktencheck

Von den Rookies bis zur Königsklasse – was dich beim MotoGP-Wochenende in Spielberg erwartet.
Marc Marquez und Valentino Rossi © Gold & Goose/Red Bull Content Pool
Von Martin Datzinger

Die MotoGP feiert von 12. bis 14. August ihr Comeback in Österreich. Die Fans erwartet ein Rennwochenende mit drei WM-Läufen voller Windschattenduelle, Kurvenkämpfe und Beschleunigungsorgien – bei einer Leistungsspanne von 55 bis 260 PS lassen sich am Red Bull Ring völlig unterschiedliche Herausforderungen des Motorradrennsports hautnah miterleben. Außerdem zu sehen: Der Red Bull Rookies Cup, dessen Sieger heute nicht mehr bloß Nachwuchs, sondern längst Titelanwärter in der Weltmeisterschaft sind.


Die MotoGP am Red Bull Ring – hier gibt's alle Infos.

Red Bull Rookies Cup

Seit 10 Jahren ist die Nachwuchsserie der ideale Einstieg in die Welt des Motorrad Grand Prix: 7 Austragungen im Rahmenprogramm der MotoGP, vollwertige Moto3 KTM als Arbeitswerkzeug, keine Startgebühren, 24 Teilnehmer im Alter von 13 bis 16 Jahren. Die eine Hälfte wird jährlich neu ins Feld geholt, ausgewählt aus durchschnittlich 120 Bewerbern, die andere hat sich ihre weitere Teilnahme in der Vorsaison erkämpft.

Wenn sich die Newcomer beim ersten Rennen von den alten Hasen eine Abreibung abholen und dabei aus allen Wolken fallen, ist es wichtig, von einem erfahrenen Mentor aufgefangen zu werden. Das ist die Aufgabe von Riders-Coach Gustl Auinger, österreichische Rennfahrerlegende und bekannter ServusTV-Experte. Und weil Gustl mit 5 Grand Prix Siegen im Leder selbst alle Tricks kennt, zeigt er den Rookies freundschaftlich, aber bestimmt die Grenzen auf, wenn auf der Strecke die Sitten zu rau werden. So werden aus Grünschnäbeln schnell gestandene Rennfahrerpersönlichkeiten, die mehr als fit für die WM sind!


Moto3

Die kleinste Klasse des Motorrad Grand Prix wird von 250er Einzylindern befeuert. Die Moto3 setzt auf Prototypenchassis, mit den erlaubten Materialien (z.B. Stahlbremsscheiben) und relativ einfachen Motoren bleiben die Kosten dennoch überschaubar. Die schlanken Bikes auf dünnen Reifen haben mit Fahrer und Schutzbekleidung ein Mindestgewicht von gerade einmal 148 kg. So reichen 55 PS für beeindruckende 234 km/h! Jeder Starter will sich hier schon bei einem Top-Werksteam der MotoGP empfehlen, das sorgt für heiße Rennaction mit packenden Windschattenduellen von Start bis Ziel - und zwar vor einem Millionenpublikum: Denn im Gegensatz zur Formel 1 laufen alle 3 Klassen der MotoGP im Fernsehen. WM-Führender in dieser Saison ist Brad Binder, am Start für Red Bull KTM Ajo, sein erster Sieg gelang ihm vor 3 Monaten in Jerez – nach einem Start vom 35. Platz aus und mit 20 Überholmanövern in den ersten beiden Runden! Sein Teamkollege ist Bo Bendsneyder, Vorjahressieger des Red Bull Rookies Cup. Und auch der Cupsieger von 2014 steht am Start: Jorge Martín.

Brad Binder führt die Moto3 Weltmeisterschaft an © Gold & Goose/Red Bull Content Pool


Moto2

Schon deutlich mächtiger sind die Bikes in dieser Klasse: 215 kg Mindestgewicht inklusive Fahrer, deutlich breitere Reifen und satte 140 PS starke Vierzylinder mit 290 km/h Topspeed, basierend auf den Triebwerken der Honda CBR600 mit Einheitselektronik. Das bringt wieder Kostenersparnis und eine ausgeglichene Ausgangslage - perfekt, um bei Chassiskonstrukteuren und Fahrern die Spreu vom Weizen zu trennen. Aktuell führt der ehemalige Rookies Cup Sieger Johann Zarco die heiß umkämpften Punkteränge an, er gewann die Moto2-WM schon im Vorjahr. Weiterer Red Bull Nachwuchs am Start: Danny Kent, Moto3-Weltmeister von 2015, Jonas Folger, Lorenzo Baldassarri und Sandro Cortese.
 

Jonas Folger beim Fast-Heimsieg am Sachsenring © Gold & Goose/Red Bull Content Pool


MotoGP

Die Königsklasse auf 2 Rädern ist Garant für reinrassigen Motorsport und volle Publikumsränge. Wenn ein Feld voll mit diesen 260 PS starken, 157 kg schweren (mit Fahrer ähnlich schwer wie die Moto2) und 361 km/h schnellen Raketen loslegt, halten die Zuschauer den Atem an, so laut sind die 1000 cm3 großen Motoren. Die Einschränkungen der kleineren Klassen gelten hier nicht, das heißt, unterschiedliche Antriebskonfigurationen, High-Tech Konstruktionen und exotische Materialien sind in der MotoGP ganz normal. Kostenpunkt für einen MotoGP Prototypen: 2 Millionen Dollar aufwärts. 2016 sind 5 Werksteams am Start: Honda, Yamaha, Ducati, Suzuki und Aprilia. 2017 wird KTM dazukommen.

Taktikgenie Marc Márquez am Weg zum 3. Titel? © Gold & Goose/Red Bull Content Pool

In der Punktewertung vorne: Red Bull Sensationstalent Marc Márquez, jüngster (Doppel-)Weltmeister aller Zeiten und spätestens nach seiner Glanzleistung am Sachsenring mit 48 Punkten Vorsprung in der Saisonhalbzeit wieder klar auf Titelkurs. Dahinter der amtierende Weltmeister Jorge Lorenzo sowie Publikumsliebling und vielfacher Champion Valentino Rossi. Good Guy Dani Pedrosa, Young Gun Maverick Viñales, der crashgebeutelte Heißblüter Andrea Iannone und der direkt von der Moto3 aufgestiegene Jack Miller sorgen für eine Startaufstellung voller Charakterköpfe. Ihre unterschiedlichen Fahrstile ergeben ständig spannende Kurvenduelle mit vollem Körpereinsatz bei Schräglagen bis über 60°.


Die MotoGP gastiert von 12. bis 14. August am Red Bull Ring.
Alle Infos zum Grand Prix von Österreich gibt es hier.

Für alle Motorrad-Fans gibt es jetzt „On Any Sunday: The next Chapter“ auf Red Bull TV als Free TV-Premiere zu sehen. "On Any Sunday" war 1971 der erste Film über die Welt des Motorradsports, der mit Steve McQueen als Protagonist ein großes Publikum erreichte. Mit "On Any Sunday: The next Chapter" startet die nächste Generation ihr Bike. Denn die Leidenschaft für das Motorradfahren ist zeitlos, sie ist auch nach 40 Jahren ungebrochen.

Hier geht es direkt zum Video on Demand.

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