Alex Mizurov, wann kommt Part? – Hier, bitteschön.

Die Zeit verfliegt, aber der Tech-Haken des Champs sitzt noch immer. Mizze schickt auf die Bretter.
Von Fabian Lang

Erinnert ihr euch noch daran, als der Typ mit der New Era Kappe und den Kopfhörern im Ohr Chris Cole in einem absurd krassen Game of Skate geschlagen hat? Nach Jahren internationaler Abwesenheit war Alex Mizurov derjenige, der deutsches Skateboarding wieder auf die Landkarte setzte. Wir hatten unseren neuen Helden. Wir nannten ihn nicht einfach nur „Mizze“, nein, für uns war er der Weltmeister. Völlig zurecht, wie er doch stets mit seiner professionellen Art auf und abseits des Boards beweist.

Ihm standen alle Türen offen, doch externe Faktoren bremsten seine Karriere aus, was ihn dazu bewegte, sich hier in Europa neu zu positionieren. Sieht man sich sein Promodel auf EMillion Skateboarts und seinen neuen Part an, scheint sich das ausgezahlt zu haben.

Unglaublich, aber es ist ziemlich genau zehn Jahre her, seit du Chris Cole im Game of Skate geschlagen hast und über Nacht zum gefeierten Newcomer wurdest. Rekapituliere doch bitte mal, was seitdem passiert ist.
Ja, wie die Zeit verfliegt! Das war wirklich ein guter Monat damals, erst European Open in Basel mitgenommen und dann gleich danach das Game des Lebens gehabt (lacht).

Was soll ich sagen, seitdem war und ist Skaten eben an erster Stelle. Auch wenn es nicht immer so rosig war, wie es sich manche vorstellen. Aber um ehrlich zu sein, waren die letzten 10 Jahre ein Traum, zwar mit „up and downs“, aber mehr positiv als negativ.

Eigentlich haben alle darauf gewartet, dass du den Move nach Kalifornien machst, doch nach einigem hin und her hast du dich dann dagegen entschieden. Was ist passiert?
Ich hatte es vor 2011 rüber zu ziehen und hatte auch schon mein Arbeitsvisum für die USA von Osiris bekommen. Damals sollte auch mein Part für Plan B rauskommen und auf einmal lief etwas schief. Osiris hatte mir mein Travelbudget gecuttet, als ich zu den Berrics eingeladen wurde und auch sonst war ich unzufrieden mit dem Vertrag. Also habe ich mich kurzerhand entschieden im Interview, damals „Monster Skateboard Magazine“ zu quitten. Nachdem die Geschichte mit den Berrics passiert ist sowie einige andere Sachen damals in den USA, habe ich keinen Sinn mehr gesehen dort hinzuziehen.

Hast du es jemals bereut, dich dagegen entschieden zu haben?
Bereut würde ich nicht sagen. Natürlich habe ich mich gefragt, wie es sonst verlaufen wäre, aber bei der Politik im Skateboarding in den USA bin ich froh, dass ich hiergeblieben bin. Außerdem konnte ich stattdessen viel nach Asien reisen und eine ganz andere Welt kennenlernen.

Alex Mizurov hat eine schöne Frau, fährt gerne schnelle Autos, trinkt Champagner und auch sonst sieht alles so perfekt geleckt aus. Verrate uns doch mal einen Makel, der nicht in dieses Bild des Weltmeisters passt.
(lacht) Danke erstmal für die Komplimente. Denise wird sich freuen! Ja, an sich kann ich mich nicht beklagen. Allerdings ist es mit viel Arbeit verbunden. Beispielsweise konnte ich viele schnelle Autos fahren, als ich nebenbei bei Audi gearbeitet habe. Die #champagnelife Crew (Franck, Radtke, Faby) trinkt natürlich nicht nur Champagner, aber ab und zu darf man es sich ja gönnen. Zurzeit fehlt mir ein Schuhdeal, der dieses Bild, das du erwähnst, komplettieren würde. Es ist leider nicht so einfach in der Industrie heutzutage. Aber vielleicht ergibt sich ja was nach dem neuen Part.

Du hast seit kurzem sogar einen eigenen YouTube Kanal. Braucht man sowas jetzt auch schon hier in Europa? 

Also ich habe damals (vor 7 Jahren) den Kanal angefangen und hatte ein paar Videos gepostet, aber nachdem der Homie und Filmer Flo (Geyer) umgezogen ist, war erstmal kein Filmer mehr da, deswegen habe ich nicht mehr weitergemacht.

Ich schaue selbst gerne YouTube und als Pav (SkateVlog) bei mir zu Besuch war, haben wir mal was zusammen gestartet. An sich braucht man einen Kanal natürlich nicht, aber manchmal macht es Bock Footage ins Netz zu hauen. Da ich dieses Jahr Probleme am Fußgelenk hatte, konnte ich da nicht wirklich viel für machen, aber vielleicht ändert sich das ja bald.

Seit fünf Jahren bist du jedes Jahr verdient Deutscher Meister geworden. 2020 wirst du 32 Jahre alt sein. Denkst du, dass es dann noch für die Olympischen Spiele reichen wird?
Seit drei Jahren in Folge, richtig. Und fünf Mal insgesamt. Ich würde gerne einmal starten, einfach um mal in 30 Jahren davon erzählen zu können, wie es bei ersten Olympischen Spielen war. Das wäre eine krasse Ehre, auch wenn es nicht leicht wird bis dahin.

Für welches Land würdest du antreten? Deutschland oder Kasachstan?

Da ich eine deutsche Staatsbürgerschaft habe und auch hier die meiste Zeit verbracht habe, auf jeden Fall für good old Germany.

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