Ski-Equipment 2/5:So findest Du den richtigen Helm

Du willst einen Helm mit ausgeprägtem Beschützerinstinkt, Style und Leichtigkeit? So findest Du ihn.
Helm sitzt. Jetzt noch anschnallen.
Helm sitzt. Jetzt noch anschnallen. © Andrew Miller / Smith Optics
Von Sissi Pärsch

Die Konstruktion

Der Hardshell-Helm besteht aus einer sehr harten, gespritzten Außenschale und der stoßabsorbierenden EPS-Schale innen. Für die Schale verwendet man meist so genannte Thermoplaste (Polycarbonat, ABS), bei hochtechnischen (und hochpreisigen) Modellen auch Fiberglas oder Carbon. Die Hardshells sind besonders stabil und bieten eine gute Belüftung, sind allerdings etwas schwerer.

Bei der Inmould-Variante hingegen wird das EPS (Expandiertes Polystrol) direkt in die Polycarbonat-Schale eingeschäumt. EPS verformt sich allerdings bei jedem Stoß und so setzen manche Hersteller inzwischen schon auf anderes Material, wie POC mit EPP (Expandiertes Polypropylene), das nach dem Aufprall wieder seine Urform annimmt.

Es gibt auch Mischformen. Bei den so genannten Hybriden z.B. kombiniert man die Hardshell-Bauweiseim oberen Helmbereich mit dem Inmould-Verfahren im unteren Helmteil, so z.B. bei Uvex oder Smith Optics. POC setzt auf Aramidfasern, die zu Art Brücken verarbeitet werden und dann direkt unter die Außenschicht gesetzt werden, um Robustheit und Stabilität zu erhöhen.

Gut geschützt = gut lachen
Gut geschützt = gut lachen © Scott Serfas / Red Bull Content Pool

„Im Helm-Bereich hat sich in den letzten Jahren für alle Ski-Disziplinen enorm viel getan. Inzwischen verbauen wir sogar Protektorenschaumstoffe, die sich nach jedem Aufprall zurückformen und immer wieder Top Schutz bieten."

Björn Seitner, POC

Eine Technologie, von der man bei hochwertigen Helmen immer wieder hört ist MIPS, das Multi Directional Impact Protection System. Der Standardhelm wird so konzipiert, dass der vertikale Aufprall kompensiert wird. Bei einem schrägen Aufprallwinkel fallen die einwirkenden Stoßkräfte aber anders aus. Bei MIPS wird unter der Außenschale eine weitere Schicht integriert, die sich unabhängig voneinander verschieben können. So können auch Rotationskräfte minimiert werden.

Eins auf die Ohren – oder Ohren frei.
Eins auf die Ohren – oder Ohren frei. © Uvex / Shred

Jede Marke hat ihr spezielles Belüftungssystem. Bei Smith Optics kann man beispielsweise die vordere und hintere Belüftung separat einstellen. Wichtig ist, dass man die Ventilationsschlitze auch komplett schließen kann.

Die meisten von uns fahren einen Halbschalenhelm, der im Gegensatz zur Vollschalen-Variante die Ohren nur textil polstert (Vollschalenhelme reichen über Schläfe und Ohren). Auch an der Konstruktion der Ohr-Pads wird gearbeitet: Uvex integriert zum Beispiel in manchen Modelle eine Spezialmembran, die dafür sorgen soll, dass man gut hört und trotzdem vor Kälte und Wetter geschützt ist.

Und das Entscheidende zum Schluss: Vor allem sollte der Helm komfortabel und kompakt sitzen, also weder verrutschen noch einengen. Bitte nicht den Kopfumfang messen und dann blind online bestellen. Geh in ein Fachgeschäft, probiere unterschiedliche Modelle und nehme unbedingt Deine Goggle mit, denn die passt sicher nicht zu jedem Helm.

Gute Passform ist alles.
Gute Passform ist alles. © Alpina / MirjaGeh

In Sachen Passform gibt es zur Feinjustierung diverse Varianten wie zum Beispiel das Boa-System mit angenehmer Rundum-Anpassung. Neben dem klassischen Drehrad am Interkopf gibt es teilweise zusätzliche vertikale Verstellmöglichkeiten. Die Innenpolster kann man zudem oft nach Wunsch positionieren (dank Klettverschluss) sowie herausnehmen und waschen.

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