Einerkette: Tim Thoelkes RB-Leipzig-Kolumne

Der Stadionsprecher über Geniestreiche, Europareisen und die Olsenbande
Tim Thoelke, Red Bull Arena
Tim Thoelke, Red Bull Arena © motivio/Roger Petzsche
Von Tim Thölke

So, die Champions-League-Qualifikation haben wir also schon mal sicher! Und damit natürlich auch MINDESTENS die Teilnahme an der Europa League – wir können also schon mal das berühmte Europapokal-Lied üben. Beziehungsweise texten, denn bei diesem Song steht eigentlich nur die Melodie fest, die dem italienischen Volkslied „L’Ufa Fogarina“ entnommen wurde. Im Original handelt das Schunkel- oder besser gesagt Sauflied von einer alten Rebsorte, die aus der Nähe von Bologna stammt. Für die Fußball-Version wurde der Text dann einfach mit den jeweiligen internationalen Stationen der Vereine versehen. Welche Kombination von Städten und Stränden wir in unsere Strophen bekommen und ob tatsächlich bei Alexander Zorniger das Telefon „schellt“, wird sich also erst noch herausstellen.

„Erste Runde Bukarest, zweite Runde Rom,
in Kopenhagen schellt das Telefon.
Vielleicht nach Rotterdam, vielleicht nach Mailand,
vielleicht auch Teneriffa, eine Woche Sandstrand:
EUROPAPOKAL, EUROPAPOKAL, EUROPAPOKAL, EU-RO-PA-POKAL!“

In diese bekannte Ur-Form gebracht wurde das Lied zuallererst von Anhängern des Karlsruher SC, die auf diese Erfindung auch (zu Recht) stolz wie Bolle sind. Die Geburt des Geniestreichs liegt, genauer gesagt, irgendwann zwischen dem 29.10.1996, nachdem der KSC in der ersten Runde des UEFA-Pokals Bukarest und in der zweiten den AS Rom rausgekegelt hatte, und dem 20.11.1996, als man das erste Spiel gegen Kopenhagen auswärts mit 3:1 gewann. Glück gebracht hat es den Karlsruhern dann aber nicht – zu Hause verlor man das Rückspiel gegen Brøndby IF mit 0:5. Wäre die Europareise an dieser Stelle nicht zu Ende gewesen, hätte man unter anderem auf Feyenoord Rotterdam, Inter Mailand oder CD Teneriffa als nächste Gegner treffen können.

Der Pokal ging so zwar nicht nach Baden, sondern in den Ruhrpott zum FC Schalke 04, das Lied aber war gekommen, um zu bleiben.

Heute gibt es eigene Fassungen in fast jeder Stadt, die irgendwann einmal international gespielt hat. Selbst Zweit- oder Drittligavereine singen es, mal eher ironisch, mal in der Euphorie eines Aufstiegs. So habe auch ich es zum Beispiel einige Male in dem Zug gehört, der an dem Abend, als RB Leipzig in die 3. Liga aufgestiegen ist, von Lotte nach Leipzig fuhr. Und ja, ich habe mitgesungen.

Wer genau die Väter (oder Mütter) der Song- und Songtext-Idee waren, ließ sich im Nachhinein übrigens nicht mehr feststellen. Das Bier hat sicherlich in Rumänien und Italien genauso gut geschmeckt wie in Dänemark und unter Umständen seinen Teil dazu beigetragen, den Mantel des Vergessens über diesen Teil der Geschichte zu hüllen.

Apropos Dänemark: Das Fan-Foto des Monats kam diesmal von Ingolf und scheinbar direkt aus dem mir bisher unbekannten dänischen Teil von Thüringen auf meine Facebook-Seite. Kjeld, Benny und Egon sind offensichtlich nicht nur Fans von Landsmann Yussuf Poulsen, sondern haben gleich die ganze Mannschaft von RB Leipzig in ihr Herz geschlossen. Da liegt doch der 15. Film der drei Dänen in der Luft: „Die Olsenbande sieht rot-weiß“!

Noch lieber würde ich allerdings „Die Olsenbande in der Champions League“ sehen.

EUROPAPOKAL, EUROPAPOKAL …

Verrückte RB-Leipzig Fans
Verrückte RB-Leipzig Fans

Habt auch ihr Bilder dieser Art oder andere Fotobeweise für eure überragende RB-Leipzig-Leidenschaft? Seid ihr ein wirklich verrückter Fan? Habt ihr eure Wohnung von oben bis unten rot-weiß gestrichen? Haltet ihr euch zwei Bullen im Vorgarten? Dann schickt mir eure Fan-Fotos auf meine Facebook-Seite!

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