Wayward: Der wohl beste Surfclip des Jahres!

Ein Sommer wie damals … Das neue Meisterwerk von und mit Julian Wilson.
Von Chris Binns / Astrid Heinz

Kurz nach seiner Hochzeit und kurz vor dem ersten Event der World-Tour präsentiert uns Julian Wilson mit Wawyard den wahrscheinlich besten Surfclip des Jahres! Und während nun wohl die Herzen vieler Mädchen gebrochen sind, jubilieren Surffans über einen Julian in Höchstform, der hungrig in die Saison 2017 startet.

Film ab …

Wir haben den Burschen aus Coolum (Australien) zum Interview gebeten.

Surfer Julian Wilson rides the tube while surfing in Bali, Indonesia
Schön, wie ein Gemälde © Nate Lawrence

Glückwunsch zu diesem Clip! Wie lang hast du daran gearbeitet?
Etwa 12 Monate. Das älteste Material ist zirka vor einem Jahr entstanden. Damals hatte ich allerdings noch keinen Plan. Dann verbrachte ich mit meiner Frau Ashley ein paar Tage in Bali, wo auch gutes Material entstanden ist und so hat sich dann alles ergeben.

Später war ich dann mit Jimmy Lees, Lee Wilson und ein paar anderen Freunden nochmal in Bali, wo dann der Idee entstanden ist, einen etwas längeren Clip zu machen. Außerdem hat sich dann zwischen Portugal und Hawaii die Gelegenheit aufgetan, auf die Fidschi-Inseln zu reisen.

In einer Zeit, wo die meisten Clips drei Minuten dauern, scheint dieser den Zuschauer tatsächlich länger fesseln zu können.
Das hoffe ich. Ich glaube, dass ich in diesem Clip tatsächlich zur Höchstform aufgelaufen bin und die besten Versionen mancher Moves zeige. Hoffentlich ist es unterhaltsam genug, dass ihn die Leute bis zum Schluss anschauen.

Du warst mit Craig Anderson auf den Fidschi-Inseln. Wie war das?
Wir waren schon ewig nicht mehr gemeinsam unterwegs. Craig ist ein guter Freund, aber leider haben wir nicht oft die Möglichkeit, etwas gemeinsam zu unternehmen. Als sich Fidschi aufgetan hat, hab ich sofort an ihn gedacht. Zwei Tage vor der Abreise hab ich ihm eine SMS geschickt, ob er Lust auf ein paar Wellen hat. Er hat sofort geantwortet „Liebend gerne!“. Und das war es.

Es ist alles so schnell gegangen, dass wir nicht mal einen Fotografen hatten. Außer einer Standup-Paddle-Crew und uns war keiner da. Das waren definitiv meine besten Wellen letztes Jahr.

Julian Wilson performs a huge aerial while surfing at home in Queensland, Australia
Julian Wilson in der Nachmittags-Breeze © Matt O'Brien

Die Linken bei dir zu Hause, gepaart mit Südwind, scheinen perfekt, um an deinen Backhand-Airs zu arbeiten?
Ja, stimmt. Jeder Südsturm, der ein bisschen Swell mit sich bringt, sorgt an den meisten meiner Homespots für spaßige Wellen, in denen ich Airs und neues Zeug probieren kann.

Sind das Backhand-Big-Spins, die du übst?
Yep. Chippa Wilson macht viele davon. Was das technische betrifft, ist er unglaublich, aber seine Backhand-Big-Spins sind fast wie flache Drehungen. Ich dagegen versuche, sie höher zu springen und als Transitions zu nutzen. Die Backhand-Big-Spins im Video waren die ersten, die ich je versucht habe und sie zu landen, hat sich echt geil angefühlt.

Woher nimmst du die Inspiration? Übst du zuerst auf dem Skateboard oder gehst du gleich raus und probierst einfach?
Ich skate derzeit nicht wirklich viel, aber ich schaue viel Skateboarding und das inspiriert mich. Dann will ich das am Wasser machen. Wenn ich diesen Typen zuschaue, dann motiviert mich das total.

Julian Wilson und sein Alley-Oop
Julian Wilson und sein Alley-Oop © Nate Lawrence

Erzähl uns von DEM Air auf Bali. Ist das ein Loop, oder ein Corked Alley-Oop? Wie nennst du das?
Ich denke es ist ein Corked Alley-Oop. Einer, bei dem man etwas hängt, weil man nach dem Rail greift. Den macht man, wenn es keinen Wind gibt, also muss man mit der Hand etwas nachhelfen.

Das ist genau das, was Taj Burrow in „Stranger Than Fiction“ gemacht hat. Selbe Location, selber Outcome – nur zehn Jahre später und doppelt so groß.
Yep, dasselbe Manöver und er hatte sicher auch die gleichen Bedingungen. Bei mir hat dann einfach alles gepasst und ich war überwältigt, als ich das Material dann gesehen habe.

Es ist schon lustig. Manchmal hast du das Gefühl, dass du gerade etwas richtig Cooles machst und bist dann fast enttäuscht, wenn du das Material sichtest. Und dann wieder denkst du dir in dem Moment nichts dabei und bist danach völlig überrascht, was dir da gelungen ist.

Du hast den Clip bis jetzt geheim gehalten. Ist das heutzutage schwierig?
Das ist es. Aber ich hab eine sehr kleine Crew und da kann man ein gemeinsames Geheimnis besser hüten. Es ist ein ganz gutes Gefühl, in unserer modernen Instagram-Welt noch Geheimnisse zu haben.

Australian surfer Julian Wilson performs an cutback while surfing in Bali
Julian zeigt Finne © Nate Lawrence

Bist du aufgeregt, wie die Leute auf Wayward reagieren werden?
Natürlich, ich freu mich darauf. Ich bin auf einige Dinge in dem Clip sehr stolz und das alleine reicht mir fast schon. Aber ich freue mich darauf, das zu teilen und bin gespannt auf die Reaktionen.

Du und dein Freund/Filmer/Editor Jimmy Lees – seid ihr euch im Kreativbereich immer einig?
Auf jeden Fall. Wir haben eine sehr enge Bindung und ich vertraue auf seinen Geschmack und seine Ideen. Natürlich passiert nichts ohne Absprache, aber wir finden immer eine Lösung, die beide glücklich macht.

Professional surfer Julian Wilson throws his fins while surfing in Bali
Immer auf der Welle … © Nate Lawrence

Glückwunsch auch zu deiner Hochzeit!
Danke, das war toll. Unsere Gäste hatten zum Teil eine weite Anreise, also hat sich alles über ein ganzes Wochenende gezogen.

Ist das Hochzeitsvideo von Jimmy?
Nein! Niemals! Jimmy musste an meinem Hochzeitstag sicher nicht arbeiten. Keinesfalls.

Du bist frischverheiratet – was erträumst du dir noch von 2017?
Ich will mir endlich den Titel holen. In diesem Jahr soll alles zusammenpassen.

So kurz vor dem Saisonstart solch einen Clip zu veröffentlichen. Willst du deine Gegner damit auch ein bisschen das Fürchten lehren?
Es gibt mir einfach ein gutes Gefühl, dass das Projekt fertig ist und dass jetzt alles raus ist. Ich gehe befreit und frisch in die neue Saison und kann mich voll und ganz auf das erste Event konzentrieren.

#JWayward

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