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Eine Reise zu den Wurzeln von Dishonored 2

10 Gebäude, Kunstwerke und Dinge aus Barcelona, die Dishonored 2 inspiriert haben.
Autor: Benjamin Kratsch
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Port de Barcelona inspierte das Clockwork Mansion.

Port de Barcelona inspierte das Clockwork Mansion.

© Benjamin Kratsch, redbull.de

Dishonored 2 ist wie ein Gemälde, das zum Leben erweckt wird. Ein digitales Kunstwerk, welches auf schräge, aber gekonnte Art Steampunk mit Moderne mixt und sich wie eine Reise durch die Epochen der Architektur anfühlt: Von der Gotik reingeprescht in die Renaissance, aber auch mit der Dekadenz des Rokoko. Zudem wechseln wir vom düsteren Moloch Dunnwall des Vorgängers ins sonnige Karnaca. Einen Ort, der stark von Barcelona geprägt ist. Wir haben uns die Kamera geschnappt und Art Director Sébastien Mitton auf eine Reise zu den Wurzeln von Dishonored 2 begleitet.
Karnacka: Barcelona
„Das erste Dishonored war geprägt von schillerndem Steampunk, aber sehr düster und vernebelt. Dishonored 2 sollte eine andere, eine ambivalentere Atmosphäre erzeugen. Deshalb bin ich nach Barcelona geflogen. Eine Stadt mit opulenter Architektur und Sonnen gefluteten Straßen, aber auch dem Nebel, der manchmal den Palast umspielt. Dieses Artwork war wichtig für uns, weil die Bay direkt von der Sonne getroffen wird, aber gleichzeitig auch Wolken aufziehen.“
Karnacka: Barcelona

Karnacka: Barcelona

© Arkane Studios

Interieurdesign: Cotton House
„Dishonored 2 lebt von seinen Extremen: Extremer Prunk und Reichtum auf der einen Seite, bittere Armut auf der anderen. Es ist eine Gesellschaft, in der man gerne zeigt, was man hat. Das Cotton House ist sehr dominiert von Gold, hat aber auch Sofas aus feinem Samt. Das Hotel gibt es so nicht im Spiel, weil wir nicht gerne kopieren. Es geht darum sich inspirieren zu lassen und dann einen eigenen Stil zu komponieren, der auch gerne etwas Mystisches und weniger Einladendes haben darf.“
Interieurdesign: Cotton House

Interieurdesign: Cotton House

© Arkane Studios

Clockwork Mansion: Port de Barcelona
„Schon in der Konzeptphase war uns klar, dass wir ein Haus der Fallen bauen wollen. Ein architektonisches Meisterwerk mit brillanten Mechaniken, eingebettet in eine prunkvolle Villa. Für das Clockwork Mansion, welches in der dt. Version Maschinenhaus heißt, habe ich daher viel Zeit mit dem Studieren des Port de Barcelona verbracht.“
Clockwork Mansion: Port de Barcelona

Clockwork Mansion: Port de Barcelona

© Arkane Studios

Die Gondoliere: Transbordador Aeri del Port
„Es gibt eine Seilbahn, die einen großen Teil Barcelonas überspannt. Aber eine einfache Gondel wäre für Dishonored 2 zu wenig gewesen, stattdessen haben wir eine futuristisch aussehende Kutsche designt, die sich nach außen wölbt. Ein bisschen wie so ein Concept-Car auf den Autosalons.“
Die Gondoliere: Transbordador Aeri del Port

Die Gondoliere: Transbordador Aeri del Port

© Arkane Studios

Die Dreadful Wale: Port Olimpic
„Dishonored 2 soll sich wie eine große Reise anfühlen, von Dunnwall nach Karnaca. Und dafür brauchten wir ein Schiff, das die richtige Mischung aus Vergangenheit und Moderne bildet. Mit einem schönen industriellen Touch und Dampfantrieb, was sie deutlich schneller macht als Segelschiffe. Die Idee dazu kam mir hier in Barcelona, wo die größten Hightech-Luxusyachten wie die Eclipse von Milliardär Abramovitsch auf schnucklige, kleine Holzboote treffen.“
Die Dreadful Wale: Port Olimpic

Die Dreadful Wale: Port Olimpic

© Arkane Studios

La Rambla - Dust District
„Die Sandstürme haben eine wichtige Funktion, spielerisch aber vor allem auch atmosphärisch. Sie trennen die reicheren, geschützten Viertel von den ärmeren, die weniger Schutz durch die Windbrecher erfahren. Die Idee dafür kam mir hier, weil die Häuser blockförmig gebaut sind und ich mir gut Windbrecher auf den Flachdächern vorstellen konnte, aber auch wie sich der Sturm durch die engen Gassen zwängen würde.“
La Rambla - Dust District

La Rambla - Dust District

© Arkane Studios

Der Kunststil: Museu d’Art Contemporani
„Wir haben eine sehr eigene Ästhetik. Die Linien sind hart, die Gesichter wirken auch bei den Frauen sehr maskulin. Wir arbeiten Falten stark aus, die Muskeln sind sehr definiert.
Emily ist sicherlich eine attraktive Frau, aber ansonsten sind unsere Figuren nicht umbedingt für den Laufsteg gemacht, sondern sollen die Atmosphäre transportieren.“
Der Kunststil: Museu d’Art Contemporani

Der Kunststil: Museu d’Art Contemporani

© Arkane Studios

Die Figuren: Popeye-Syndrom erkanntIn der Tat sind die meisten Wachmänner keine Models, sondern haben riesige, krumme Fleischnasen. Vermutlich sind die krumm, weil sie öfter mal eine drauf bekommen. Und weil sie alle Spinat wie Popeye in gigantischen Mengen futtern, haben sie Arme wie Sylvester Stallone, um ihre mächtigen Krummsäbel führen zu können.
Die Figuren: Popeye-Syndrom erkannt

Die Figuren: Popeye-Syndrom erkannt

© Arkane Studios

Das Leben auf der Plaza: Plaça Reial
„Das Leben in den Straßen ist sicherlich inspiriert von der mediterranen Lebensweise. Während Städte wie London oder Paris dazu neigen hektisch zu sein, hat Barcelona dieses entspannende Flair. Man macht Siesta, sitzt zusammen, tratscht oder spielt Karten auf einer Plaza. Dunnwall war sehr dystopisch und hatte diesen depressiven Touch, Karnaca ist lebensfroher.“
Das Leben auf der Plaza: Plaça Reial

Das Leben auf der Plaza: Plaça Reial

© Arkane Studios

Die Aufseher und ihre Rüstungen: Museu d’Historia„Die Aufseher sind Teil eines Geheimbundes. Unser Ziel war es schon im ersten Dishonored sie sehr mysteriös und gefährlich wirken zu lassen, wofür die goldenen Masken exzellent passten. Für ihre Rüstungen habe ich die Uniformen spanischer Reiterei studiert, die häufig goldene Helme mit reicher Verzierung trugen.“
Die Aufseher und ihre Rüstungen: Museu d’Historia

Die Aufseher und ihre Rüstungen: Museu d’Historia

© Arkane Studios