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5 Einsteigertipps für Hearthstone-Neulinge

Der Hearthstone Vize-Weltmeister aus Österreich hat einige Ratschläge für euch
Autor: Ken Shilling
5 min readveröffentlicht am
Hearthstone
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Urim „Yhone“ Bajrami ist 27 und absolviert derzeit das Doktoratsstudium der Rechtswissenschaften. Obwohl der Wiener mit albanischen Wurzeln seit einem knappen Jahrzehnt keine Computerspiele mehr probiert hatte, ließ er sich vor einer Weile doch zu Hearthstone hinreißen und nahm sehr bald an seinem ersten internationalen Turnier teil.
In Baku, bei den IeSF World Championships 2014, war er klarer Underdog und überraschte alle umso mehr mit einer Top-Platzierung. Am Ende setzte er sich gegen zahlreiche Favoriten durch und holte den zweiten Platz für Österreich. „Hearthstone erinnert mich an die Schachturniere, an denen ich in meiner Schulzeit teilgenommen habe“, meint er. Was das digitale Kartenspiel für ihn jedoch spannender macht als Schach, seien die unbeeinflussbare Reihenfolge und zufällig zugewiesene Effekte auf Karten, die in jedem Match für neue Herausforderungen sorgen.
Wer hier erfolgreich sein möchte, sollte sich laut Urim ein gewisses Verständnis für Wahrscheinlichkeiten und Risikobereitschaft aneignen und natürlich üben. Für das IeSF-Turnier trainierte er gemeinsam mit Freunden sechs Wochen lang.
Hearthstone - Win
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Diese fünf Tipps möchte er angehenden Hearthstone-Champions mit auf den Weg geben.
Bevor man sich für einen Spielzug entscheidet, müsst ihr folgende Dinge beachten:
1. Das Finish suchen
In der Hitze des Gefechts neigt man dazu, den Überblick fürs Spiel zu verlieren. Vor allem im späteren Verlauf des Matches ist man meistens zu sehr aufs Board fokussiert ist. Dann übersieht man, dass man seinen Gegner in diesem Zug finishen könnte. Wenn der Gegner schon einen guten Teil seiner Lebenspunkte eingebüßt hat, überlegt bzw. rechnet nach, ob ihr nicht hier und jetzt das Spiel für euch entscheiden könnt. In Stresssituationen übersehen selbst gute Spieler hin und wieder Lethal; manchmal versteckt sich der gewinnbringende Zug im Detail. So können Druiden mit ihrer berüchtigten Force of Nature und Savage Roar Combo einen Gegner, der noch fast alle Lebenspunkte hat, bei entsprechend starkem Board in einem einzigen Turn finishen.
Hearthstone
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2. Draw first
Nachdem man sich vergewissert hat, dass man das Spiel in diesem Turn nicht beenden wird können, gilt es zunächst diejenigen Karten zu spielen, oder Minions angreifen zu lassen, die zusätzlichen Kartendraw ermöglichen. Mehr Karten in der Hand (card advantage) bieten einem mehr Optionen, um entsprechend auf die Boardsituation reagieren zu können. Manchmal zieht man erst dadurch die perfekte Antwort auf eine Bedrohung (zB. Big Game Hunter vs Molten / Mountain Giant). Man kann nie genug Karten auf der Hand haben, solange man nicht overdrawt (ab 10 Karten) oder der Gegner einen durch bestimmte Karten zum overdrawen bringen könnte (z.B. durch Coldlight Oracle).
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3. Mana effizient nützen
Derjenige, der Ressourcen wie Mana voll ausschöpfen kann, wird auch mit hoher Wahrscheinlichkeit das Spiel für sich entscheiden. Daher wird man immer den manaeffizienten Zug ausführen wollen und sich nur ausnahmsweise für einen weniger-effizienten Zug entscheiden; etwa, weil man in bestimmter Weise aufs Board reagieren muss, oder sich einen möglichen Vorteil erwartet. Daher wird man sich als Warrior in Turn 8 regelmäßig dafür entscheiden, anstatt Cairne für sechs Mana und Armor Smith für zwei Mana, Baron Geddon für sieben Mana zu spielen, weil man etwa mit dem AoE Effekt dieser Karte drei gegnerische Minions beseitigen kann. Man lässt damit ein Mana unverbraucht, hat aber im Ergebnis das Board des Gegners "gecleared".
Hearthstone
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4. Das richtige Follow-Up
Man sollte es so einrichten, dass man mehrere manaeffiziente Moves hintereinander spielen kann. Setzt eure Plays so, dass ihr im Idealfall stets einen Play "on curve" machen könnt. So ist man zum Beispiel als Druide öfters vor die Wahl gestellt, ob man ein Minion innervated und damit ordentlich Tempo ins Spiel bringt. Das bringt jedoch oft die Gefahr mit sich, dass man seine Kurve ruiniert. Dadurch kann man im nächsten Zug vielleicht nur seine Hero Power spielen und muss den Turn passen. Wenn man etwa als Hunter die Münze auf der Hand hat und in Turn 2 ein Animal Companion für drei Mana spielen kann, so könnte es sein, dass man dann für Turn 3 nur Karten hätte, die jeweils nur zwei Mana kosten. Man wird sich in der Regel gegen diesen Zug entscheiden, zuerst ein zwei Mana Minion spielen und erst danach das Animal Companion.
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5. Die gegnerische Entscheidung beeinflussen
Ein Match in Hearthstone erzählt im Wesentlichen eine Geschichte, in der die beiden Hauptakteure durch ihre Entscheidungen die Handlung bestimmen. Jede einzelne Entscheidung (attack minion or go for face) zieht eine Folge nach sich. Das bringt den Vorteil, dass man die Züge seines Gegners diktieren kann. Man spielt zum Beispiel ein bestimmtes Minion, um ihn so zu zwingen, sein Removal dafür zu verschwenden, sodass man in weiterer Folge ein anderes stärkeres Minion spielen kann, ohne sich vor einem möglichen Removal fürchten zu müssen. So ist es im Warrior Mirror Matchup vor allem wichtig, dem Gegner die jeweiligen Removalkarten mit weniger wertvollen Minions aus der Hand zu locken, damit man seine wichtigsten Karten save spielen kann. Man spielt z.B. Baron Geddon, um den Gegner unter Druck zu setzen, auf diese starke Karte zu reagieren. Zugleich testet man das Becken nach Haien ab (Shieldslams, Executes, Big Game Hunter). Sollte er tatsächlich keine andere Antwort als Big Game Hunter haben, kann man danach die stärkere Karte Ragnaros spielen und ihn weiter unter Druck setzen.