Adventure
1. Amazonas, SĂŒdamerika
Der Amazonas, der aus mehreren QuellflĂŒsse in den peruanischen Anden gespeist wird, ist mit Abstand der wasserreichste Fluss der Erde, der unzĂ€hligen Tier- und Pflanzenart einen Lebensraum bietet und fĂŒr die ansĂ€ssigen Menschen seit Jahrhunderten die Lebensgrundlage bildet. Im Gebiet des Amazonas trifft man heute noch auf etwa 150 indigene Völker, die ca. eine Million Angehörige zĂ€hlen â ihr Lebensraum ist leider massiv bedroht, immer wieder kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen mit eindringenden Goldsuchern und Holzunternehmern. GoldgrĂ€ber haben in den vergangenen zehn Jahren, vor allem in Bolivien, Suriname, Guyana und Französisch-Guyana, mehr als 2.000 Tonnen Quecksilber in den Amazonas geleitet und so das Ăkosystem empfindlich geschĂ€digt. Neben dem SchĂ€den im Wasser gibt es auch an Land erhebliche Probleme. Industrielle Interessen wie Rinderzucht oder Sojafelder bedrohen den Urwald hier so stark wie sonst fast nirgendwo - die FlĂ€che von zwei FuĂballfeldern wird im Amazonas pro Minute abgeholzt!
Neben den Problemen gibt es aber sehr vieles, das mit seiner Schönheit beeindruckt und das es zu bewahren gilt! UnzĂ€hlige beeindruckend WasserfĂ€lle reihen sich aneinander, Wildtiertouren bringen dich ganz nah an pinke Amazonasdelfine, Aras, Faultiere und Kaimane heran und der âEncontro das Aguasâ, der Zusammenfluss von Rio SolimĂ”es und Rio Negro, an dem man sehen kann, wie sich zwei FlĂŒsse mit verschiedenen Farben verbinden, imponiert. Ein weiteres PhĂ€nomen, das im Amazonas auftritt ist die bis zu vier Meter hohe Gezeitenwelle, genannt âPororocaâ. In der Tupi-Sprache etwa âgroĂer, zerstörerischer LĂ€rmâ und von den Anwohnern wegen ihrer Zerstörungskraft gefĂŒrchtet, zieht die Welle Surfer aus aller Welt an. Das Zusammentreffen von niedrigem Wasserstand mit einer Springflut bei Neu- oder Vollmond kreiert eine Welle, die man viele Kilometer lang reiten kann. Der Brasilianer Picuruta Salazar surfte zum Beispiel 37 Minuten und ĂŒber zirka 12 km auf der Pororoca-Welle â wenn man keine Angst vor Krokodilen, Piranhas und brutalem Treibholz hat, sollte man sich dieser Herausforderung stellen.
2. Halong-Bucht, Vietnam
Dieses Naturwunder verschwindet nach und nach und niemand kann etwas dagegen tun â also ab nach Vietnam! Im rund 1500 kmÂČ groĂen Gebiet im Golf von Tonkin im Norden Vietnams ragen nach eigenen Angaben 1969 Kalkfelsen in den Himmel, die jedes Jahr eine Menge Touristen in eine andere Welt entfĂŒhren. Zum Teil ragen diese in der âBucht des untertauchenden Drachenâ mehrere hundert Meter hoch aus dem Wasser - der Legende nach entstand die Bucht durch einen Drachen, der nahe am Meer in den Bergen lebte. Als dieser zur KĂŒste lief, riss er mit seinem Schwanz tiefe Furchen in das Land, das dann vom Meer ĂŒberflutet wurde, nachdem er ins Wasser abgetaucht war.
Seit 1994 gehört die Ha Long Bucht zum UNESCO Weltnaturerbe und ist das Ziel vieler Reisender, die sich diesen magischen Ort mit seinen Grotten (Trommelgrotte) und Höhlen (Höhle der hölzernen PfĂ€hle) und ihren bizarr anmutende Stalaktiten und Stalagmiten aus nĂ€chster NĂ€he ansehen wollen. Meist wird auf den Booten ĂŒbernachtet, um auch die Magie der NĂ€chte in dieser beeindruckenden Bucht in sich aufzusaugen. Heute hat sich der Tourismus auch auf Cat Ba Island ĂŒbertragen, das mit seiner Schönheit durchaus mithalten kann.
Fun Fact: In dem Film âJames Bond 007 â Der Morgen stirbt nieâ spielt der Showdown in der Halong-Bucht.
3. IguazĂș-WasserfĂ€lle, Argentinien und Brasilien
WasserfĂ€lle haben etwas, das man schwer beschreiben kann. Hier herrscht eine ganz besondere Energie, die von den herab stĂŒrzenden Wassermassen ausgeht, die aber auch etwas leichtes und befreiendes hat. Die IguazĂș-WasserfĂ€lle an der Grenze zwischen dem brasilianischen Bundesstaat ParanĂĄ und der argentinischen Provinz Misiones sind da keine Ausnahme, mit insgesamt 20 gröĂeren sowie 255 kleineren WasserfĂ€llen auf einer Ausdehnung von 2,7 Kilometern bekommt man hier einiges geboten. Aus einer Höhe von bis zu 82 Metern findet hier das Wasser seinen Weg nach unten und macht dabei einen ohrenbetĂ€ubenden LĂ€rm und kreiert an allen Ecken und Enden farbenprĂ€chtige Regenbögen.
Zwischen den WasserfĂ€llen verlĂ€uft die Grenze von Brasilien und Argentinien und wir wir empfehlen bei einem Besuch mehrere Tage einzuplanen, um beide Seiten mit all ihren VorzĂŒgen zu erkunden. Von der brasilianischen Seite aus hast du ein unglaubliches Panorama auf die WasserfĂ€lle und bekommst einen Ăberblick ĂŒber das gesamte Gebiet, auĂerdem ist auch der riesige Vogelpark einen Besuch wert. Von der argentinischen Seite aus kommst du dann ĂŒber den âCirquito Inferior e Superiorâ bzw. die Hauptattraktion, den âGarganta del Diaboloâ (Teufelsschlund), ganz nah an die WasserfĂ€lle heran. Die Bootsfahrten sind ebenfalls sehr beeindruckend, mach dich darauf gefasst, dass du danach von oben bis unten nass sein wirst. Wenn du einen etwa zweistĂŒndigen Marsch auf dich nehmen möchtest, kannst du sogar in einem der kleinen WasserfĂ€lle baden.
Tipp: Bei Vollmond gibt es eine spezielle Tour zum Garganta del Diablo!
4. Jejudo, SĂŒdkorea
Eine Insel von der man noch kaum gehört hat als Naturwunder? Jejudo, das durch vulkanische AktivitĂ€ten vor etwa 1,5 Millionen Jahren entstanden ist, liegt rund 85 km sĂŒdlich der Koreanischen Halbinsel und ist einer der wenigen Ort wo die Natur, der Mensch und das prĂ€historische Erbe so harmonisch kombiniert sind. Jejudo hat von der UNESCO eine Triple-Auszeichnung bekommen: als BiosphĂ€renreservat, wie in Ăsterreich der Neusiedler See oder der Wienerwald, als Weltnaturerbe und als Global Geopark â und das ist auch der Grund, warum hier viele Menschen herkommen, um diese Insel zu bewundern. Ein âMust-Doâ ist der 1950 Meter hohe Hallasan-Vulkan, der höchste Berg SĂŒdkoreas. Der ruhende Vulkan mit dem Kratersee Baengnokdam (See des weiĂen Hirschs) kann ĂŒber zwei verschiedene Routen, den Soengpanak-Trail und den Gwaneumsa-Trail, erklommen werden. Ein weiteres beeindruckendes Naturwunder auf der Insel ist das Geomunoreum-Lavaröhrensystem im Nordosten, das sich vom Vulkan aus nach Nordnordwest bis zum Meer erstreckt. Die Röhren beeindrucken durch ihre farbenprĂ€chtigen Decken und Böden, die durch verschiedene Karbonate hervorgerufen werden. Das System besteht aus acht verschiedenen Röhren, die bis zu 7416 LĂ€nge erreichen und einer Unmenge an FledermĂ€usen und anderen Lebewesen Unterschlupf bieten.
Die dritte Attraktion ist der vor der KĂŒste im Meer liegenden Tuffkegel Seongsan Ilchulbong, der vor allem aus der Luft sehr beeindruckend ist. Der âSunrise Peakâ soll zwischen einer Zeitspanne von vor 5000 Jahren bis vor 120.000 Jahren entstanden sein, sicher ist, dass es eine hydromagmatischen Eruption, bei der Magma mit dem Meer- oder Grundwasser in Kontakt gekommen ist, verantwortlich war â das alles tritt jedoch in den Hintergrund, wenn man zu Tagesanbruch ganz oben steht und den spektakulĂ€ren Sonnenaufgang genieĂt.
Eine weitere Besonderheit hier sind die âhaenyoâ, die âSeefrauenâ, die als lebende Wahrzeichen der Insel gelten. Die Frauen tauchen lukrative Schalentiere und MeeresfrĂŒchte aus den tiefen GewĂ€ssern und das bis sie etwa 70 Jahre alt sind â ihre TauchgĂ€nge fĂŒhren sie in bis zu 20 Meter Tiefe und dauern 3-4 Minuten.
5. Komodo, Indonesien
Komodo liegt in der Kette der Kleinen Sundainseln in Indonesien und wurde vor allem durch den Komodowaran, die gröĂte gegenwĂ€rtig lebende Echsenart bekannt, Die Inseln sind sehr lange vom Einfluss der Menschen verschont geblieben und so konnte sich hier ein einzigartiges Ăkosystem entwickeln. Heute kommen viele Touristen in den streng regulierten Nationalpark Komodo, um die Flora und Fauna an Land und unter Wasser zu bestaunen, was jedoch nur in Begleitung von örtlichen FĂŒhrern der Naturschutzbehörde PKA möglich ist. Die nur hier ansĂ€ssigen Komodowarane werden bis zu drei Meter lang und erinnern stark an die lĂ€ngst ausgestorbenen Dinosaurier. Die Tiere sind flinke JĂ€ger, die auch SĂ€ugetiere wie Hirsche und Wildschweine auf ihrer Speisekarte haben.
Neben der Flora und Fauna hat Komodo auch landschaftlich einiges zu bieten, den âPink Beachâ zum Beispiel. Der Pantai Merah ist einer von sieben pinken StrĂ€nden auf der ganzen Welt und vor allem bei PĂ€rchen sehr beliebt â die Farbe entsteht durch ein rotes Pigment, das von mikroskopisch kleinen Lebewesen mit dem Namen Foraminifera produziert wird.
6. Tafelberg, SĂŒdafrika
Wer kennt ihn nicht, diesen Berg, der die Silhouette Kapstadts prĂ€gt, wie nur das Matterhorn oder Ayers Rock es in der Schweiz und Australien tun. Der Tafelberg umfasst eine GesamtflĂ€che von rund 6500 Hektar und ist jedes Jahr das Ziel unzĂ€hliger Touristen, die den Berg ĂŒber eine groĂe Zahl an Wanderwegen oder der Seilbahn besuchen. Der 1085 Meter hohe Table Mountain bietet einen wunderschönen Ausblick ĂŒber Kapstadt und Umgebung â doch man sollte wachsam sein, denn das Wetter hier ist unbestĂ€ndig. Ist der Himmel blau, sollte man sich sofort auf den Weg machen, denn nur mit etwas GlĂŒck erwischt man einen nebel- und wolkenfreien Tag.
Neben der spektakulĂ€ren Aussicht kommen vor allem Pflanzenliebhaber auf ihre Kosten. Etwa 1400 Pflanzenarten sind hier heimisch und viele von ihnen auch noch endemisch, das heiĂt nirgendwo sonst auf der Welt zu finden. Wer etwas Action sucht, wer hĂ€tte das gedacht, wird hier auch fĂŒndig. Hier gibt es die höchste âAbseilingâ Tour der Welt â 112 Meter geht es fĂŒr die Mutigen in die Tiefe.
7. Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark, Philippinen
Seit 1999 zĂ€hlt der Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark zum UNESCO Weltnaturerbe und das nicht nur wegen dem lĂ€ngsten unterirdischen Fluss und dem beeindruckenden Höhlensystem, das man hier per Boot erkunden kann. Der Nationalpark bietet eine Ăkotourismus-Abenteuer, das man selten findet. Streift man durch den Park, kann man hier eine Fauna und Flora beobachten, die diverser nicht sein könnte. 800 Pflanzenarten, 95 Vogelarten (15 sind endemisch), 41 Schmetterlingsarten, darunter der mit 18 cm FlĂŒgelspannweite gröĂte, der schwarze, schwalbenschwanzartige Trogonoptera Trojana mit leuchtend grĂŒnen Dreiecken auf dem hinteren Rand seiner FlĂŒgel und knapp 24.000 Arten von Insekten, Mollusken und Arthropoden bewohnen das Gebiet.
30 bekannte SÀugetierarten wie der Langschwanzmakake, der nachtaktive Binturong oder das Palawan-Hörnchen mit seinem buschig roten Schwanz, sind hier anzutreffen. Wie auch auf Komodo, gibt es hier eine Waranart, den Bindenwaran, der eine LÀnge von bis zu zwei Metern erreichen und 50 kg schwer werden kann. Er stellt eine der 19 Reptilienarten dar, zu denen auch die Königskobra und die Netzpython gehören. Hier herrscht eine riesige Artenvielfalt, die eine GerÀuschkulissen erzeugt, die bunte Bilder im Kopf entstehen lÀsst.
Die touristische Hauptattraktion ist der Sabang-Untergrundfluss, der mit etwa sieben Kilometern LĂ€nge der lĂ€ngste schiffbare Untergrundfluss der Welt ist. Er fĂŒhrt unter dem 1027 Meter hohen Mt. St. Paul durch und flieĂt dann ins SĂŒdchinesische Meer. Touristen dĂŒrfen die ersten 1,2 km des Systems befahren und hier in eine andere Welt eintauchen. Durch das eingestĂŒrzte Deckgebirge bildete sich ein bis zu 45 m hoher Dom, der dir den Atem raubt. SchĂ€tzungsweise leben hier auch 40.000 ZwergfledermĂ€use, die das System tĂ€glich aufsuchen und gerne einmal ein paar Touristen erschrecken.





