Maurer claimed a seventh X-Alps title
© Sebastian Marko/Red Bull Content Pool
Paragliding

Red Bull X-Alps 2021: Chrigel Maurer, der Unbesiegbare

Christian "Chrigel" Maurer ist der Mr. Red Bull X-Alps. Der Schweizer gewinnt die 10. Edition der Red Bull X-Alps zum siebten Mal in Folge.
Autor: Günter Baumgartner
veröffentlicht am
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10. Red Bull X-Alps

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Wir verneigen uns vor dem "Schweizer Uhrwerk" Christian 'Chrigel' Maurer. Egal um welchen Wettkampf es geht – wer sieben Mal in Folge gewinnt, der darf sich zurecht als Maestro feiern lassen. Wer dann noch dazu so ein Extremrennen wie das Red Bull X-Alps sieben Mal in Folge gewinnt, dem gebührt aller Respekt der Welt. Vor seiner Leistung, den Strapazen, die der Schweizer Christian Maurer jedes Jahr auf sich nimmt und seinen immer wieder mutigen Entscheidungen während des Rennens, die gefühlt immer goldrichtig sind. So auch heuer in der Jubiläumsausgabe des wohl härtesten Abenteuerrennen der Welt, bei dem auch nur die weltweit besten Hike-und-Fly-Athleten auf der Starterliste standen.
The Red Bull A-Alps 2021 route map
Red Bull X-Alps 2021 Route
"Es war nicht nur die längste Route in der Geschichte der Veranstaltung, sondern vor allem in der zweiten Woche herrschten für die Teilnehmer wirklich raue Bedingungen."
Ulrich Grill, Veranstalter
Ab dem Wendepunkt beim Mont Blanc in den Alpen Frankreichs enteilte er der Konkurrenz in beeindruckender, fast furchteinflößender Manier. Er ignorierte die Wettervorhersagen, die besseres Wetter im Süden versprachen, und blieb im Norden in vertrauter Umgebung. Aber es war der Kampf seines Lebens - zeitweise blies der Wind mit 50 km/h und in den starken Turbulenzen kollabierte sein Schirm mehr als einmal. Aber der Schachzug ging auf – am Ende des Tages lag er 150 km vor Pinot. „Die Bedingungen waren schwierig, aber ich weiß, was ich mit meinem Schirm kann“, sagte Maurer hinterher.
Wir verneigen uns vor Christan 'Chrigel' Maurer und seinem Team.
Wir verneigen uns vor Christan 'Chrigel' Maurer und seinem Team.
Am siebten Tag des Rennens flog der 39-Jährige Titelverteidiger nur wenige Tage vor seinem 40. Geburtstag unglaubliche 421 Kilometer weit und schüttelte die schärfsten Rivalen endgültig ab. Insgesamt brauchte Chrigel Maurer für die Strecke von 1.238 km durch fünf Länder und zwölf passierte Wendebojen 8 Tage, 6 Stunden, 30 Minuten und 28 Sekunden, ehe er auf dem Ziel-Floß im Zeller See landete. Er besiegte dabei auch die beiden größten Gegner: Den inneren Schweinehund und das herausfordernde Wetter. Es war alles dabei, von sengenden Temperaturen über 30ºC bis hin zu Regen, Gewitter, Hagelstürmen und Neuschnee im Hochgebirge.
Christian 'Chrigel' Maurer auf dem Weg zum siebten Sieg bei Red Bull X-Alps
Christian 'Chrigel' Maurer auf dem Weg zum siebten Sieg bei Red Bull X-Alps
„Es war wirklich ein hartes Rennen. Es war nicht nur die längste Route in der Geschichte der Veranstaltung, sondern vor allem in der zweiten Woche herrschten für die Teilnehmer wirklich raue Bedingungen, die sie zwangen, unglaubliche Strecken zu Fuß über die Berge zu marschieren", sagte Rennorganisator Ulrich Grill. "Aber das ist ein Teil des Abenteuers - manchmal kann man weit fliegen, und manchmal ist man gezwungen, zu Fuß zu gehen."

Packendes Finale um die Stockerlplätze

Nicht weniger beeindruckend sind die Leistungen aller 29 Athleten aus 15 Nationen, die am 20. Juni am Salzburger Mozartplatz losgestartet sind, um die 1.238 Kilometer zu Fuß und mit dem Paragleitschirm zurückzulegen. Knapp einen Tag länger als der Sieger Christian Maurer benötigte Patrick von Känel für die diesjährige Strecke und sorgte in einem Herzschlagfinale für einen Schweizer Doppelsieg beim 10. Red Bull X-Alps. Gemeinsam mit dem Österreicher Simon Oberrauner und dem Franzosen Maxime Pinot lieferte sich Patrick von Känel ein Kopf-an-Kopfrennen – mit dem besseren Ende für sich. Den dritten Platz sicherte sich der Steirer Simon Oberrauner, der nur zehn Minuten nach dem Schweizer auf dem Landungsfloß am Zeller See landete.
Red Bull X-Alps 2021: Der Steirer Simon Oberrauner landete auf Platz 3
Red Bull X-Alps 2021: Der Steirer Simon Oberrauner landete auf Platz 3

Paul Guschlbauer mit heroischem Comeback

Jeder weiß: Eine Challenge wie die Red Bull X-Alps kann man nur dann in Angriff nehmen, wenn man zu 100% fit und perfekt vorbereitet ist. Denkste, dachte sich der Paul Guschlbauer. Im Frühjahr brach sich der Wahl-Salzburger das Bein, ließ sich aber nicht davon abbringen, trotzdem das härteste Abenteuerrennen der Welt in Angriff zu nehmen.
Trotz Trainingsrückstands zeigte Guschlbauer eine heroische Leistung – und ließ uns dabei alle hautnah dabei sein in seinem Red Bull X-Alps 2021 VLOG.
An Tag 2 setzte sich Paul Guschlbauer sogar auf Rang 1. Nach einer mutigen Entscheidung, auf die Berge östlich von Zell am See zu wandern, um von dort am Turnpoint 3 zu landen, dem Start der berühmten Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel. Nach drei dritten Plätzen, dem letzten 2019, schaffte er es bei seinem sechsten Red Bull X-Alps schlussendlich nur knapp nicht ins Ziel, am Ende fehlten ihm noch 43,5km, er feierte aber mit dem 7. Platz beim Red Bull X-Alps 2021 ein grandioses Comeback nach seiner Verletzung.
„Es war ein unglaubliches Rennen. Ich habe nicht gewusst, was mit dem Fuß auf mich zukommen wird", sagte Paul Guschlbauer. "Ich habe sehr schnell viele Blasen bekommen und konnte zuerst nicht so schnell laufen.“ Mit seinem siebenten Platz zeigt Guschlbauer, dass er trotz seines Handicaps mit den weltbesten Gleitschirmpiloten mithalten kann: „Ich bin extrem zufrieden und freue mich, dass ich durchgehalten habe. Die Top-Ten-Platzierung passt auch.“
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