Mode

Individualisierte Kleidung als zweite Haut: So sieht die Mode-Zukunft aus

© AlphaTauri
Die Modeszene geht laufend neue Wege, wenn es darum geht, Kleidung zu designen, zu produzieren und zu verkaufen. Wir wagen einen Blick in die Zukunft der Fashion-Industrie.
Autor: Ola Maddenveröffentlicht am
Stell dir vor, du ziehst einen Sweater über, der perfekt sitzt. Er ist in deinen Lieblingsfarben designt, die Produktion ist nachhaltig und kein anderer hat das gleiche Modell. Draußen ist es kalt, also ziehst du dir deinen smarten Mantel über. Er ist chic und zugleich funktional, da Hitze-Kapseln integriert sind, die du mit einer App über dein Smartphone regulieren kannst. Es macht keinen Unterschied, ob es regnet, die Temperatur fällt oder du in die warme, stark befüllte U-Bahn springst. Deine Kleidung arbeitet für dich und bleibt in jeder Situation bequem, ohne deinen individuellen Style zu verlieren.
Willkommen in der Zukunft der Mode-Industrie, in der Technologie und Innovationsgeist dafür sorgen, dass wir Kleidung anders denken müssen - wie wir sie tragen, wie wir sie kaufen und wie sie auf uns abgestimmt ist.
Wir haben fünf Jahre der Veränderung in nur zwei Monaten übersprungen.
Cate Trotter, Insider Trends
Das Online-Shopping hatte schon einen großen Stellenwert, bevor es in die aktuellen Lockdowns ging, dennoch wurde es innerhalb von Wochen zur Gewohnheit, sich die Mode per Mausklick nach Hause zu bestellen. Hinzu kommt, dass uns die verschiedensten Social Media-Kanäle das sogenannte "Social Shopping" anbieten - wir kaufen die Oufits, die andere tragen.
Doch auch wenn viele den hektischen Modehäusern mit langen Warteschlangen vor den Umkleidekabinen abschwören, bedeutet das noch lange nicht, dass das physische Shoppen "in Person" tot ist. Unterhaltung, Personalisierung und Exklusivität sind der Schlüssel zum Kauferlebnis der Zukunft.
"Betrachtet man die Art und Weise, wie wir shoppen, dann haben wir fünf Jahre in nur zwei Monaten übersprungen", erklärt Cate Trotter, Head of Trends beim Verkaufsberatungsunternehmen Insider Trends.

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Das Mobile Innovation Lab von AlphaTauri
Die Kunden wollen das Erlebnis und die vielen Möglichkeiten, die ihnen physische Verkaufshäuser bieten. Sie wollen wissen, wie ihre Kleidung angefertigt wurde, sie wollen, dass diese auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist und sie wollen die Vision und die Werte, die hinter einer Marke stehen, verstehen. Sie wollen mehr Interaktion, ob in der digitalen Welt oder durch innovative Store-Erfahrungen.
"Es macht wirklich Sinn, die Leute zu unterhalten, in den Dialog zu treten und das Shoppen in diese Erfahrung zu integrieren", meint Trotter.
AlphaTauri, die Premium-Fashion-Marke von Red Bull, hat ihr Mobile Innovation Lab (MIL) kreiert, um uns einen Blick in die Zukunft des Modeverkaufs zu bieten. Das MIL (das du dir im Video oben genauer ansehen kannst) ist ein 60 Quadratmeter großed Pop-Up-Erlebnis, dass in einem Truck untergebracht ist und nur 20 Minuten Aufbauzeit beansprucht.
Das MIL schafft einen echten Wow-Effekt, ein einzigartiges Erlebnis, von dem man seinen Freunden erzählt.
Heiko Eberhardt, AlphaTauri
"Das Zusammenspiel von realer und digitaler Welt ist uns unheimlich wichtig", stellt Heiko Eberhardt, der Manager des MILs, klar.
Im Lab haben Kunden die Möglichkeit, einer 3D-Nähmaschine dabei zusehen, wie sie einen Sweater passend zu ihren ganz spezifischen Maßen anfertigt. Zudem können sie einen persönlichen Avatar erstellen, mit verschiedensten Styles experimentieren und einen Virtual-Reality-Tour unternehmen, um mehr über die innovativen Textilien von AlphaTauri zu erfahren.
Es gibt Produkte zum Anprobieren, der Verkauf selbst findet jedoch online statt. "Die Mitarbeiter können sich mehr darauf konzentrieren, was der Kunde möchte. Sie müssen nicht das Lager durchsuchen oder die Kasse bedienen", erklärt Eberhardt.
"Jeder schätzt diese Erfahrungen. Als Kunde gibt es so viele Ablenkungen, du suchst immer nach etwas Neuem. Das MIL schafft einen echten Wow-Effekt, ein einzigartiges Erlebnis, von dem man seinen Freunden erzählt."

Pass dich an

Die einzelnen Modelabels wissen, dass, wenn sie das perfekt passende Kleidungsstück produzieren, sie die Kunden halten können. Zudem verringern sie damit die Anzahl an Rückgaben und sparen Platz im Lager. Genau diese Philosophie hat die Entwicklung von Körperscannern, digitalen Avataren und virtuellen Anprobe-Räumen angestoßen. Es gibt mittlerweile selbst Apps, die es dem Kunden erlauben, ihre Kleidungsstück bis zum kleinsten Detail anzupassen.
"In Zukunft wird es die Erwartungshaltung geben, dass das, was du dir kaufst, perfekt sitzen muss. Die typischen Größen, die momentan angeboten werden, werden nicht genug sein", ist sich Murat Acevit, der Chief Product Officer von AlphaTauri, sicher.
Dieser "Production-on-demand"-Gedanke geht einher mit einem weiteren Fashion-Trend der Zukunft. Es gilt, nachhaltig zu produzieren und die riesige Menge an Kleidungsstücken, die einfach weggeworfen wird, zu reduzieren.
In Zukunft wird es die Erwartungshaltung geben, dass das, was du dir kaufst, perfekt sitzen muss.
Murat Acevit, AlphaTauri

Gib mir Power

Die Mode der Zukunft wird auch dafür sorgen, dass spezialisierte "High-Performance-Textilien" kombiniert mit den klassischen Styles zugänglicher werden. Dank innovativer Ideen und technischen Fortschritten kann etwa die Schweizer Firma Schoeller Textil AG Stoffe produzieren, die leicht, atmungsaktiv und leicht zu handhaben sind, während diese zugleich ihre Form behalten. Sie isolieren, sind stretch-fähig und liegen zugleich weich und angenehm auf deiner Haut.
Solche Textilien verändern, wie wir uns fühlen und helfen uns dabei, mehr mit unserer Kleidung anzufangen, indem wir auf neue Art und Weise mit unserer Umgebung interagieren können. Denk nur an glatte, elegante Jacken, die uns warm durch den Winter bringen, während sie zugleich agil genug sind, um etwa Sport zu betreiben und sich mit Freunden zu treffen - alles im selben Outfit.
"Fashion bestand bis jetzt aus Looks, Farbe und Struktur. Jetzt sind wir einen riesigen Schritt in Richtung Funktionalität gegangen", erzählt der CEO von Schoeller, Siegfried Winkelbeiner.
Das Schweizer Unternehmen kann bis zu 37 unterschiedliche Produktionsschritte unternehmen, um sicher zu gehen, dass jedes Kleidungsstück die notwendigen Eigenschaften mitbringt.
Fashion bestand bis jetzt aus Looks, Farbe und Struktur. Jetzt sind wir einen riesigen Schritt in Richtung Funktionalität gegangen.
Siegfried Winkelbeiner, Schoeller Textil AG
Hans Kohn ist COO von Schoeller und liefert einen weiteren Einblick: "Manche Stoffe bringen eine gewisse Funktionalität durch ihre Konstruktionsweise mit, wir können aber noch mehr herausholen, indem wir verschiedenste Technologien anwenden, um etwa für Wasserschutz, Atmungsaktivität oder anti-bakterielle Wirkung zu sorgen".
Ein Beispiel für Schoellers innovative Herangehensweise ist Taurobran®, das speziell für AlphaTauri entwickelt wurde. Taurobran® ist eine einzigartige Textil-Technologie, die einen wasserfesten Stoff produziert, der zugleich außergewöhnlich atmungsaktiv ist. Damit entstehen Shirts oder Sweater, die flexibel genug sind, um dich auf einer Erkundungstour durch London trocken zu halten, während du mit demselben Kleidungsstück ohne heftige Schweißausbrüche in einer Bar in Barcelona feiern kannst.