Amon-Ra St Brown celebrates in Plymouth, MI, USA on August 25, 2025.
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American Football

American-Football-Lexikon: Das sind die wichtigsten Vokabel für NFL-Fans

Kickoff, Interception, Red Zone oder Pick Six? Wenn du bei der nächsten NFL-Übertragung oder der Super Bowl mit deinen Freunden auf Augenhöhe fachsimpeln willst, solltest du diese Begriffe kennen.
Autor: Günter Baumgartner
8 min readPublished on
American Football wirkt auf den ersten Blick relativ easy. 22 Männer, ein Ball und das Ziel, Punkte zu sammeln. Wenn man genauer hinsieht, wird der einfache Ballsport plötzlich zu einem komplexen Taktik-Meisterwerk, bei dem so viele Rädchen ineinandergreifen müssen, dass man es als Zuschauer auf einen Blick kaum wahrnehmen kann. Aber keine Sorge, auch wenn du noch kein absoluter American-Football-Insider bist: In Wahrheit folgt das Spiel klaren Regeln, wiederkehrenden Mustern – und vor allem werden immer wieder dieselben Vokabeln verwendet. Wenn du diese erstmal intus hast, wird alles schon mal viel einfacher. Denn wer die Basics versteht, erkennt schnell die Tiefe – und warum American Football ein so spezieller Sport ist, der nicht nur bei der Super Bowl die Massen in seinen Bann zieht.
Wir haben für dich die wichtigsten Begriffe zusammengefasst und kurz erklärt. Zuerst noch ein paar grundsätzliche Dinge. Ein NFL-Spiel besteht aus vier Vierteln, den sogenannten Quarters, zu je 15 Minuten effektiver Spielzeit. Das Ergibt eine Dauer von insgesamt 60 Minuten, aber aufgrund von Spielunterbrechungen bei Timeouts (jedes Team hat davon drei pro Halbzeit), unvollständigen Pässen oder Verletzungen pausiert die Uhr, weshalb eine Partie oft über drei Stunden dauert.
Kickoff
Der Start (und Neustart nach der Halbzeitpause) des Spiels. Ein Team kickt den Ball tief in die gegnerische Hälfte, die andere Mannschaft versucht, den Football per Return möglichst weit zurückzutragen. Danach beginnt die erste Angriffsserie.
Offense
Das Team im Ballbesitz schickt die Offense - also wortwörtlich die Offensive – auf den Platz. Ihr Ziel: Raumgewinn, First Downs – und am Ende Touchdowns oder zumindest ein Field Goal. Eine NFL-Offense besteht aus elf Spielern (auf dem Feld), angeführt vom Quarterback (QB), der die Spielzüge ansagt, wirft oder an den Running Back übergibt. Die Schlüsselpositionen sind die Offensive Line (Center, Guards, Tackles) zum Blocken, Wide Receiver (WR) für Pässe, Running Backs (RB) für Läufe und Tight Ends (TE) als Schweizer Taschenmesser, sie blocken gegnerische Spieler oder fangen selbst den Ball im besten Fall für Raumgewinn. Als wichtigste Connection gilt dabei das Zusammenspiel des Quarterbacks mit den Wide Receivern, um sogenannte Big Plays über 20 Yards und mehr zu kreieren. Hier gilt Detroid Lions Star Wide Receiver Amon-Ra St. Brown als einer der besten offensiven Playmaker der NFL.
NFL-Star Amon-Ra St. Brown ist Wide Receiver der Detroit Lions

NFL-Star Amon-Ra St. Brown ist Wide Receiver der Detroit Lions

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Defense
Das verteidigende Team, das versucht, Touchdowns zu verhindern. Ihr Ziel: Raumgewinn verhindern, Druck auf den Quarterback aufbauen oder sogar den Ball zurückerobern. Eine NFL-Defense besteht aus Elf Spielern (auf dem Feld) und aus drei Hauptgruppen: Defensive Line (DL), Linebackern (LB), Defensive Backs (DB), Cornerbacks (CB) und Safeties (S). Sie haben alle ein Ziel: Die Offense aufzuhalten, neue First Downs zu verhindern und keine Punkte bei der gegnerischen Mannschaft zuzulassen. Dafür müssen sie im Verbund Laufspielzüge stoppen, den Quarterback unter Druck setzen oder sogar auf den Boden bringen und Pässe abwehren oder abfangen.
Snap
Mit einem Snap beginnt der Spielzug einer Offense. Es ist der Moment, in dem der Center den Ball zum Quarterback spielt – ab jetzt ist der Spielzug live und das Football-Schach bewegt sich.
Quarterback (QB)
Arch Manning als Quarterback der Texas Longhorns den Offense-Rhythmus vor

Arch Manning als Quarterback der Texas Longhorns den Offense-Rhythmus vor

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Der Spielmacher, er ist der Dreh- und Angelpunkt der Offense. Er entscheidet vor und nach dem Snap, ob er den Ball wirft, ihn an den Running Back übergibt oder ob er vielleicht sogar selbst läuft. Der Quarterback ist die bestbezahlte Position im American Football – und auch die wichtigste Rolle im gesamten Spiel. Quarterbacks sind die Führungspersönlichkeiten, die mit ihrem Talent Spiele entscheiden, wie es Arch Manning bereits am College zeigt.
Down
Die Offense hat vier Downs, sprich vier Spielzüge, um mindestens 10 Yards zu überbrücken. First Down, Second Down, Third Down, Fourth Down: Nach dem Snap beginnt ein Down. Ein Down endet erst, wenn der Ball am Boden oder aus dem Spielfeld ist, zum Beispiel durch einen Tackle, einen Ballverlust oder wenn der Ball ins Aus gepasst wird. Sobald 10 Yards überwunden sind, startet man wieder mit einem "First Down". Schafft es die Offense innerhalb der vier Downs nicht, mindestens 10 Yards Raumgewinn zu erzielen, erhält die gegnerische Mannschaft den Ball. Beim "Fourth Down" wird je nach Feldposition entweder per Field Goal versucht, drei Punkte zu erzielen, oder per Punt der Ball soweit wie möglich in die gegnerische Hälfte gekickt.
First Down
Das Ziel der Offensive ist es, First Downs zu erzielen, bis am Ende idealerweise ein Touchdown zu Buche steht. Denn First Downs bedeuten, dass die Offense weiterhin im Ballbesitz bleibt und wieder vier neue Downs erhält.
Line of Scrimmage
Die Line of Scrimmage ist eine imaginäre Linie, an der sich Offense und Defense vor jedem Spielzug aufstellen. Sie wird durch die Position des Balls nach dem letzten Spielzug bestimmt. Diese Linie trennt die Teams und darf vor dem Snap nicht übertreten werden.
Flags
Flags sind Hinweise von Schiedsrichtern, wenn ein Spieler einen Regelverstoß begangen hat. Die Strafen werden mit Yards hinterlegt, je nach Foul sind sie 5 oder 10 Yards "wert", diese Yards werden von der aktuellen Ballposition aus berechnet. Es gibt aber auch sogenannten Spot fouls, wie eine Pass Interference. Hier geht es darum, wo das Foul passierte, von dort wird dann der nächste Spielzug ausgeführt.
Touchdown (TD)
Der wichtigste Score im American Football: Ein Touchdown ist 6 Punkte wert und wird dann erzielt, wenn der Ball in die gegnerische Endzone getragen oder innerhalb dieser vom Offensivspieler gefangen wird.
Extra Point / Two-Point Conversion
Extra Point oder Two-Point Conversion werden nur nach Touchdowns ausgespielt. Es ist die Möglichkeit für die Offense, nach dem Touchdown noch Punkte aufs Scoreboard zu bringen.
  • Kick durch die Stangen = 1 Punkt
  • Spielzug aus 2 Yards in die Endzone = 2 Punkte
Field Goal
Wenn es die Offense mit ihren Spielzügen nicht bis in die gegnerische Endzone schafft, aber nah genug dran ist, um zumindest noch drei Punkte zu machen. Dann versucht der Kicker, per Field Goal den Football durch die Torstangen am Ende der Endzone zu schießen. Nur zur Einschätzung: Field Goals aus über 55 Yards Entfernung sind eine Challenge.
Punt
Ein Punt beendet den offensiven Spielzug, wenn kein neues First Down erreicht wird und man zu weit weg von der Endzone weg ist, um ein Field Goal zu schießen. Der Punter kickt den Ball so weit wie möglich in die gegnerische Hälfte, um eine möglichst gute Feldposition für die eigenen Defense zu sichern.
Red Zone
Als "Red Zone" bezeichnet man die letzten 20 Yards vor der Endzone. Hier wird das Spiel enger, schneller – und es geht um Punkte. Hier ist nicht nur die die Offense unter Druck, denn wenn man es schon so weit geschafft hat, wäre alles andere als ein Touchdown eine Enttäuschung. Auch die Defense ist on fire, weil in dieser Phase sind die Big Plays wie ein Sack oder gar eine Interception besonders wertvoll.
Interception
Eine Interception ist die Königsklasse der Passverteidigung. Vor allem Cornerbacks und Safeties sind hier die idealen Ansprechpartner, denn sie sind auf der Jagd nach ungenauen Pässen, die sie dem Wide Receiver abluchsen können. Eine Interception ist so wertvoll, weil ein abgefangener Pass für einen sofortigen Ballbesitzwechsel sorgt und man dadurch seinen eigenen Quarterback wieder ins Spiel bringen kann. Oft sind es genau Interceptions, die ein Spiel entscheiden – oder das Momentum drehen.
Pick Six
Apropos Königsklasse: Ja, auch die Defense kann Touchdowns erzielen. Wenn zum Beispiel eine Interception von einem Defense-Spieler in die gegnerische Endzone "zurückgetragen" wird, redet man von einem Pick Six – weil man sechs Punkte für den Defensiv-Touchdown bekommt.
Blitz
Ist eine spezielle Defensivtaktik, die den gegnerischen Quarterback unter Druck setzen soll: Oft greifen Linebacker oder Defensive Backs zusätzlich zu den Pass Rushern den Quarterback an. Damit geht die Defense natürlich ein Risiko ein, doch manchmal ist es ein gutes Mittel, den Druck auf den Passverteiler zu erhöhen.
Sack
Man spricht von einem Sack, wenn der Quarterback von einem Verteidiger hinter der Line of Scrimmage zu Boden gebracht wird. Sacks sind die Währung der Pass Rusher und ein Big Play für die Defense.
Fumble
Von einem Fumble spricht man dann, wenn der "Ballträger" den Ball fallen lässt. Oder ihm der Ball aus der Hand geschlagen wird. Wer ihn wieder sichert, bekommt den Ball. Wenn es die Offense schafft, geht es von diesem Spot weiter. Wenn es der Defensespieler ist, der Kontrolle über den Ball hat, hat ein Fumble einen Ballbesitzwechsel (Turnover) zur Folge.
Challenge
Die Headcoaches beider Teams haben die Möglichkeit, strittige Schiedsrichterentscheidung per Video überprüfen lassen. Um das anzuzeigen, muss ein Headcoach die rote Challenge-Flag werfen. Pro Halbzeit sind maximal zwei Challenges erlaubt und sie "kosten" eine Auszeit. Ist eine Challenge erfolgreich (Entscheidung wird geändert), bleibt dem Team die Auszeit erhalten.
Overtime
Ja, auch im American Football kann nach der regulären Spielzeit Punktegleichstand zwischen den Teams herrschen. Dann kommt es zur Verlängerung. Dank einer Regeländerung haben beide Teams zumindest ein Mal die Chance, in der Overtime einen Touchdown zu erzielen. Generell gilt: Das Team, das nach dem ersten Angriffsversuch mehr Punkte macht als das andere, hat gewonnen. Sollte kein Team im jeweils ersten Angriffsversuch punkten, geht es weiter, bis die ersten Punkte erzielt werden.
NFL Draft
WR Jeremiah Smith gilt mit seiner starken Physis als künftiger NFL-Star

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Beim NFL Draft haben alle 32 NFL-Teams die Chance, die besten Footballtalente aus den Colleges in ihr Team zu wählen. Der Draft besteht aus sieben Runden, jede Runde beinhaltet 32 Picks. Der Draft dient dazu, ein Stärke- und Chancengleichgewicht zwischen den NFL-Franchises herzustellen, da das schlechteste Team der abgelaufenen Saison den ersten Spieler – und in der Regel auch besten Spieler – des Draft-Jahrganges auswählen darf. Für die künftigen NFL-Drafts gelten Texas Longhorn Quarterback Arch Manning und Wide Receiver Jeremiah Smith von den Ohio State Buckeyes als potentielle Top-Picks.

Teil dieser Story

Amon-Ra St Brown

NFL star Amon-Ra St. Brown brings unmatched intensity and swagger to everything he does – whether he's running routes or outworking everyone in the room.

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Arch Manning

Arch Manning is a highly acclaimed American football quarterback. Born in New Orleans, Louisiana, he comes from a legendary football lineage.

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Jeremiah Smith

The star wide receiver for Ohio State is known for his elite athleticism, precise route-running and ability to make game-changing plays.

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