Biathlon

Landi Blog: Fotofinish und persönliche Rekorde beim Heimweltcup

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Lisa Hauser sprintet beim Heimweltcup auf den 8. Platz und Simon Eder stellt einen neuen persönlichen Rekord auf! Dominik Landertinger verrät außerdem wie Biathleten die Weihnachtspause nutzen.
Autor: Dominik Landertingerveröffentlicht am
Mit dem zweiten Weltcup-Wochenende bei mir zu Hause in Hochfilzen ist das erste Trimester der Biathleten schon wieder Geschichte. Nach vier anstrengenden Rennwochen geht’s in die wohlverdiente Weihnachtspause. Falls ihr euch immer schon gefragt habt, wie Biathleten die Weihnachtsfeiertage verbringen, kann ich es euch verraten: Auch ein Spitzensportler darf es sich für ein paar Tage mal so richtig gut gehen lassen.
Die Weihnachtskekse ganz besonders schmecken lassen, werden sich nach dem erfolgreichen Heimweltcup wohl Lisa Hauser und Simon Eder. Lisa erzielte im Massenstart mit Rang acht ihr bisher bestes Hochfilzen-Resultat - wieder mit starker Laufleistung und einem Zielsprint, inklusive Fotofinish, bei dem sie sich gegen die starke Deutsche Franziska Preuss durchsetzen konnte. Und Simon Eder erstaunt mich sowieso immer wieder aufs Neue: Nur ein Fehler bei insgesamt 80 Schüssen - das ist neuer persönlicher Rekord und taugt mir voll für ihn!
Obwohl Sam erst kürzlich ein neues, schönes Haus in Saalfelden gebaut hat, wird er die Weihnachtspause bis zum nächsten Weltcup in Oberhof, ab 8. Jänner – so wie alle anderen Athleten auch - nun sicherlich nutzen, um zu renovieren. Sein körperliches Haus nämlich. Denn nach drei bis vier Tagen Pause zu Weihnachten steht für die Biathleten ein wichtiger Trainingsblock am Programm.
Weihnachtspause nutzen, um „Keller“ zu renovieren
Einen Trainingsaufbau kann man sich vorstellen, wie einen Hausbau. Basis ist ein Keller, der aus langen Grundlageneinheiten und Krafttrainings gebaut wird. Hier wird über mehrere Stunden am Stück trainiert. Um sich die Energie zu holen, greift der Körper vermehrt auf den Fettstoffwechsel zurück. Der Keller muss groß und gut ausgebaut sein, denn umso schneller man in diesem aeroben Bereich laufen kann, umso besser. Er beginnt aber zu bröckeln, wenn so wie jetzt, viele Rennen hintereinander bestritten werden. Über Weihnachten gilt es deshalb, die Basis mit langen Ausdauereinheiten zu sanieren.
Simon Eder
Simon Eder
Penthouse ausbauen
Wenn der Keller gestärkt ist, kann man an den nächsten Stockwerken des Hauses arbeiten und kurz vor den nächsten Wettkämpfen wieder mit intensiveren Einheiten beginnen. Diese Trainings im anaeroben Bereich kosten muskulär richtig viel Substanz und sind symbolisch die Penthouse-Wohnung des Hauses. Zur Energiegewinnung greift der Körper vermehrt auf Kohlenhydrate zurück. Da die Einheiten aufgrund der hohen Intensität deutlich kürzer werden, ist das Penthouse ein kleinerer, aber dafür umso wertvollerer Bereich des Hauses.
100% Wissenschaft
Gemessen und wissenschaftlich ausgewertet, werden die Trainingseinheiten mit Hilfe von Laktattests. Laktat ist ein Stoffwechselprodukt - das Salz der Milchsäure. Die Messung des Laktats im Blut hilft bei der optimalen Trainingssteuerung. Je intensiver die Belastung ist, umso höher steigt die Laktatkonzentration im Blut. Unter zwei Laktat befindet man sich vermehrt im Fettstoffwechselbereich. Zwischen zwei und vier Laktat werden dann immer mehr Kohlenhydrate dazu verbrannt. Ab vier Laktat greift der Körper zur Energiegewinnung dann hauptsächlich auf Kohlenhydrate zurück. Bei den Rennen liegt der Wert eines Biathleten individuell zwischen 5 und 16 Laktat.
Nun wünsche ich euch, dass ihr selbst ein paar freie Tage genießen könnt, um euch in der frischen Luft zu bewegen, und so etwas Gutes für eure Gesundheit zu tun! Schöne Weihnachten mit euren Lieben und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Euer Landi!